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Materia medica · Nr. 958

Canchalagua

Canch.

In 21 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Canchalagua ist ein Enziangewächs aus Chile (Erythraea chilensis), das dort volksmedizinisch als bitteres Fieber- und Magenkraut gebräuchlich ist. In der Homöopathie handelt es sich um ein kleines Mittel; kennzeichnend sind zwei ungewöhnliche Empfindungen - ein von innen nach außen bohrender Schmerz und das Gefühl, ein Körperteil sei kleiner geworden - sowie das saure Wasserzusammenlaufen im Mund. Diese Angaben stehen in erhöhtem Grad und geben dem Mittel sein Gepräge.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine kennzeichnenden Angaben vor. Ein eigener Konstitutionstyp ist für Canchalagua in der homöopathischen Literatur nicht beschrieben; das Mittel wird über seine Empfindungen erwogen.
Thermalitätfrostig
TemperamentDas Repertorium führt für dieses Mittel keine Gemütsrubriken. Aussagen über Wesensart oder Temperament wären daher nicht belegt. Was überliefert ist, betrifft ausschließlich Empfindungen und körperliche Zeichen; die Frostigkeit ergibt sich aus dem nächtlichen Frösteln, das auch im Bett anhält.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken im Repertorium verzeichnetKein geprüftes Gemütsbild überliefertMittelwahl über die charakteristischen Empfindungen

Für Canchalagua sind im Repertorium keine Gemütsangaben eingetragen. Das Mittel ist über die volksmedizinische Verwendung in Südamerika und über einzelne Prüfungsbeobachtungen in die Materia medica gelangt, nicht über eine breit angelegte Prüfung. Sein Gewicht liegt vollständig im Kapitel der Empfindungen: Das Repertorium führt den nach außen bohrenden Schmerz in hohem Grad und daneben die Empfindung, ein Teil sei kleiner geworden oder geschrumpft. Solche Empfindungsangaben sind in der Repertorisation besonders brauchbar, weil sie unverwechselbar sind und nur wenige Mittel sie teilen. Ein Seelenbild lässt sich daraus nicht ableiten.

Ängste: Keine Ängste überliefert, Im Repertorium nicht verzeichnet

Leitsymptome

Von innen nach außen bohrender Schmerz - die kennzeichnendste Empfindung des Mittels, in hohem Grad verzeichnet
Empfindung, ein Körperteil sei kleiner geworden oder geschrumpft
Saures Wasserzusammenlaufen im Mund mit Aufstoßen, ebenfalls in hohem Grad geführt
Übelkeit mit Neigung zum Erbrechen
Geschrumpfte, verrunzelte Finger, im Repertorium eigens beim Schwitzen verzeichnet
Nächtliches Frösteln, das auch im Bett anhält; grippale Zustände; Wunden mit Drüsenbeteiligung
Verschlechterung
  • Nachts, besonders im Bett, mit Frösteln
  • Weitere Modalitäten sind im Repertorium nicht verzeichnet
Verbesserung
  • Im Repertorium sind keine Besserungsumstände verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine kennzeichnenden Speiseabneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Saures Wasserzusammenlaufen im Mund und AufstoßenÜbelkeit mit BrechreizBohrende Schmerzen von innen nach außenGrippale Zustände mit nächtlichem FröstelnEmpfindungsstörungen an den Fingern

Abgrenzung

Canchalagua wird über seine Empfindungen gefunden. Das Wasserzusammenlaufen im Mund teilt es mit Bryonia alba, Lycopodium clavatum und Natrium muriaticum, die dort jedoch in ein weit breiteres Bild eingebettet sind. Die Empfindung des Kleinerwerdens findet sich sonst vor allem bei Cannabis indica und Platinum metallicum, dort allerdings mit ausgeprägtem Gemütsbild. Als bitteres Enziangewächs steht Canchalagua botanisch neben Gentiana lutea und Centaurium umbellatum, die beide bei Magenschwäche geführt werden.

Verwandte Mittel

Gentiana luteaBryonia albaLycopodium clavatumNatrium muriaticumEupatorium perfoliatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.