Camphora officinalis, der Kampfer aus dem Holz des Kampferbaums, ist in der klassischen Materia medica das Mittel der plötzlichen, eisigen Kälte. Die Repertorien führen es in höchstem Grad bei Kollaps mit kaum fühlbarem Puls, blauen Lippen und kaltem Schweiß. Kennzeichnend ist ein Widerspruch, den die Literatur ausdrücklich hervorhebt: Der Körper ist eisig kalt, doch der Kranke will sich nicht zudecken und wirft die Decke ab.
Konstitution
Gemütsbild
heftige Angst mit dem Gefühl, dass etwas Schlimmes bevorstehtRuhelosigkeit trotz größter Schwächenächtliche FurchtVerwirrung mit wildem Blick
Die Materia medica beschreibt bei Camphora ein Gemüt in höchster Erregung, das dennoch keine Kraft mehr hat. Die Betroffenen sind angstvoll, unruhig, schreien und werfen sich hin und her, während der Körper eisig kalt ist. Die Repertorien führen ausdrücklich, dass die Angst in der Herzgegend empfunden wird. In fortgeschrittenen Zuständen wird ein wilder, starrer Blick und Verwirrung beschrieben. Kennzeichnend ist die Unfähigkeit, Wärme anzunehmen: Der Kranke friert und deckt sich dennoch auf, weil die Bettwärme unerträglich ist. Diese Verbindung von Kälte und Aufdecken ist eines der auffälligsten Zeichen des Mittels.
Ängste: allgemeines, heftiges Angstgefühl in der Herzgegend empfunden, Furcht nachts, Angst mit dem Gefühl des Sterbens, Unruhe und Besorgnis ohne fassbaren Anlass
Leitsymptome
- kalte Luft
- Bettwärme (wird nicht ertragen)
- Bewegung
- nachts
- Berührung
- Ausziehen und Aufdecken, obwohl Frost besteht
- Stehen (bei Kopfschmerz)
- Trinken warmer Getränke in kleinen Mengen, wie die Literatur nennt
- frische Luft
Verlangen und Abneigungen
- kaltes Wasser, das jedoch nicht vertragen wird
- die klassische Literatur beschreibt Verlangen nach frischer Luft trotz Frost
- Zudecken und Bettwärme, ein zentrales Kennzeichen
- in den vorliegenden Rubriken sind keine ausgeprägten Speiseabneigungen vermerkt
In Repertorien häufig zugeordnet
Kollapszustände mit Kälte, Blässe und schwachem PulsSchock nach VerletzungenBeginn von Erkältungen mit plötzlichem Frost, klassisch zugeordnetruhrartige Durchfälle mit anschließendem KräfteverfallBlasenreizung mit Brennen beim Wasserlassenals Gegenmittel bei Überempfindlichkeit gegenüber anderen Arzneien, wie die Literatur beschreibt
Abgrenzung
Veratrum album zeigt ebenfalls Kollaps mit kaltem Schweiß und Blässe, dort steht jedoch das heftige gleichzeitige Erbrechen und Durchfallen im Vordergrund, und der Kranke verlangt nach Wärme. Carbo vegetabilis teilt Kälte und Blaufärbung, verlangt aber ausdrücklich nach bewegter, gefächelter Luft und zeigt starke Blähungen. Arsenicum album hat Ruhelosigkeit und Todesangst mit brennenden Schmerzen, wird jedoch durch Wärme deutlich gebessert, während Camphora Wärme gerade nicht erträgt.
Verwandte Mittel
Veratrum albumCarbo vegetabilisArsenicum albumCuprum metallicumSecale cornutumOpium
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.