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Materia medica · Nr. 943

Calotropis gigantea

Calo.

In 37 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Calotropis gigantea, die Kronenblume oder Madar, ist ein Seidenpflanzengewächs Süd- und Südostasiens, dessen Milchsaft in der indischen Heilkunde seit Langem verwendet wird. In die homöopathische Materia medica ist das Mittel vor allem über schwere chronische Hautleiden und über Gelenkschmerzen eingegangen. Kennzeichnend sind Beschwerden des Hüftgelenks sowie eine Besserung des Fußschmerzes durch Bewegung und nach Kaffee.

Konstitution

KörperbauEin eigenes Konstitutionsbild ist nicht ausgearbeitet. Die Rubriken deuten auf Menschen mit schweren, langwierigen Hautveränderungen und schmerzhaft veränderten Gelenken.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt verzeichnet das Repertorium allein Ruhelosigkeit mit nervösem Charakter. Ein weitergehendes Temperamentsbild ist nicht überliefert und wird hier nicht ergänzt. Auffällig ist die Verbindung aus Hitze im Kopf bei gleichzeitig kalten Händen.

Gemütsbild

Ruhelosigkeit mit nervösem CharakterKeine weiteren Gemütsrubriken verzeichnetDas Mittel wird über Haut und Gelenke erschlossen

Das Gemüt von Calotropis gigantea ist im Datenbestand mit einer einzigen Angabe vertreten: nervöse Ruhelosigkeit. Ein durchgezeichnetes Bild lässt sich daraus nicht ableiten. Die homöopathische Literatur führt das Mittel überwiegend als örtlich wirkendes Hautmittel und beschreibt es im Zusammenhang mit den schweren chronischen Hauterkrankungen, für die es in seiner Heimat gebräuchlich war. Ein Gemütsbild wird hier daher nicht konstruiert. Wer das Mittel erwägt, geht vom Hautbefund und von den Gelenkschmerzen aus, insbesondere von der eigentümlichen Besserung des Fußschmerzes durch Bewegung und nach dem Genuss von Kaffee. Für ein Gemütsbild bei chronischen, entstellenden Hautleiden verweist die Literatur üblicherweise auf Acidum nitricum, Arsenicum album oder Hydrocotyle asiatica.

Ängste: Keine Ängste im Repertorium verzeichnet, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Beschwerden der Gelenke der unteren Gliedmaßen, besonders des Hüftgelenks - die am höchsten bewertete Angabe
Fußschmerz, der sich durch Bewegung und nach Kaffee bessert, jedoch beim Belasten des Fußes schlimmer wird
Handgelenkschmerz, der sich bei Bewegung verschlimmert - ein Gegensatz zum Fuß
Wunder, zerschlagener Schmerz und Schwellung des Oberschenkels
Schwere chronische Hautleiden: das Repertorium führt Lepra und Lupus; Syphilis wird klinisch geführt
Fieber; Hitze im Kopf bei kalten Händen; Schleim im Hals
Verschlechterung
  • Belasten des Fußes, Auftreten mit dem vollen Gewicht
  • Bewegung des Handgelenks
  • Fieberzustände
Verbesserung
  • Bewegung, soweit der Fußschmerz betroffen ist
  • Nach dem Genuss von Kaffee (Fußschmerz) - ein eigentümlicher, für das Mittel bezeichnender Zug

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Speiseverlangen im Repertorium verzeichnet; Kaffee bessert jedoch den Fußschmerz
Abneigung
  • Keine Speiseabneigungen im Repertorium verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Schmerzen und Beschwerden des HüftgelenksFuß- und Handgelenkschmerzen mit gegensätzlichen BewegungsmodalitätenSchwellung und Wundheitsgefühl des OberschenkelsSchwere chronische HautleidenFieberhafte ZuständeHitze im Kopf bei kalten Händen

Abgrenzung

Hydrocotyle asiatica ist das bekannteste Mittel für die schweren chronischen Hautleiden der Tropen und tritt mit ausgeprägter Schuppung und Verdickung der Haut hervor. Acidum nitricum wird bei zerstörenden Geschwüren mit splitterartigen Schmerzen verglichen. Asclepias tuberosa gehört derselben Pflanzenfamilie an und wird über Brustfellschmerzen und rheumatische Zustände geführt. Bei Hüftgelenkbeschwerden sind Colocynthis mit dem krampfartigen, durch Beugen gebesserten Schmerz und Rhus toxicodendron mit der Besserung durch fortgesetzte Bewegung zu vergleichen.

Verwandte Mittel

Hydrocotyle asiaticaAcidum nitricumAsclepias tuberosaColocynthisRhus toxicodendron

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.