Calendula officinalis, die Ringelblume, ist das klassische Wundmittel der Homöopathie und in den Repertorien vor allem bei offenen, zerrissenen und eiternden Verletzungen mit hohem Grad vertreten. Kennzeichnend ist ein Schmerz, der zur Größe der Wunde in keinem Verhältnis steht, sowie die Neigung von Wunden, sich zu entzünden und gelben Eiter zu bilden. Die Literatur beschreibt Menschen, die feuchtes, trübes Wetter schlecht vertragen und auf Verletzungen mit auffallender Schreckhaftigkeit reagieren.
Konstitution
Gemütsbild
Gesteigerte Schmerzempfindlichkeit nach VerletzungenSchreckhaftigkeit und NervositätReizbarkeit, solange Wunden nicht heilenAuffallender Heißhunger, in den Rubriken eigens verzeichnet
Zum Gemüt ist die Datenlage schmal; verzeichnet ist ein ausgeprägter Heißhunger. Die klassische Materia medica ergänzt ein Bild gesteigerter Reizbarkeit des Nervensystems nach Verletzungen: Der Betroffene ist schreckhaft, empfindet Schmerzen als übermäßig stark und hört entfernte Geräusche auffallend deutlich. Beschrieben wird ferner eine gedrückte, ungeduldige Stimmung während langwieriger Wundheilung. Das Mittel wird in der Praxis vorrangig nach dem körperlichen Befund und nicht nach dem Gemütsbild gewählt.
Ängste: Schreckhaftigkeit, leichtes Zusammenfahren bei Geräuschen, Sorge um schlecht heilende Wunden
Leitsymptome
- Feuchtes, trübes und nebliges Wetter
- Nach Operationen und Eingriffen
- Zugluft und Feuchtigkeit an den Ohren
- Berührung der verletzten Stelle
- Ruhe und Schonung der verletzten Teile
- Warmhalten und trockene Luft
- Gleichmäßige, milde Umgebungstemperatur
Verlangen und Abneigungen
- Auffallender Heißhunger, in den Rubriken als Gemütssymptom geführt
- In der Literatur keine ausgeprägten einzelnen Speiseverlangen beschrieben
- Abneigung gegen feuchtes, kaltes Wetter
- In den vorliegenden Rubriken keine besonderen Speiseabneigungen verzeichnet
In Repertorien häufig zugeordnet
Offene, zerrissene und gequetschte Wunden, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtEiternde Geschwüre mit gelbem EiterZustände nach OperationenAufgesprungene Hände und FrostbeulenKomplizierte Knochenbrüche mit offener WundeWundsein der Brustwarzen
Abgrenzung
Arnica montana ist das Mittel der stumpfen Verletzung ohne offene Wunde, mit Blutunterlaufungen und dem Gefühl, das Bett sei zu hart; Calendula kommt dort ins Blickfeld, wo die Haut zerrissen ist und Eiterung droht. Hypericum steht bei Verletzungen nervenreicher Teile mit ausstrahlendem, schießendem Schmerz. Symphytum wird Knochen- und Knochenhautverletzungen zugeordnet, Hamamelis blutenden und venösen Verletzungen. Staphisagria gilt klassisch als Mittel glatter Schnittwunden, etwa nach chirurgischen Eingriffen.
Verwandte Mittel
Arnica montanaHypericum perforatumSymphytum officinaleHamamelis virginianaStaphisagriaRhus toxicodendron
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.