HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 74

Calendula officinalis

Calend.

Auch: Calen

In 176 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Calendula officinalis, die Ringelblume, ist das klassische Wundmittel der Homöopathie und in den Repertorien vor allem bei offenen, zerrissenen und eiternden Verletzungen mit hohem Grad vertreten. Kennzeichnend ist ein Schmerz, der zur Größe der Wunde in keinem Verhältnis steht, sowie die Neigung von Wunden, sich zu entzünden und gelben Eiter zu bilden. Die Literatur beschreibt Menschen, die feuchtes, trübes Wetter schlecht vertragen und auf Verletzungen mit auffallender Schreckhaftigkeit reagieren.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Das Mittel wird weniger nach Konstitution als nach dem Verletzungs- und Wundbild gewählt.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Literatur beschreibt eine reizbare, schreckhafte Verfassung nach Verletzungen: Der Betroffene ist nervös, hört entfernte Geräusche zu deutlich und erschrickt leicht. Die Schmerzempfindlichkeit ist gesteigert, die Stimmung gedrückt und ungeduldig, solange der Wundverschluss auf sich warten lässt.

Gemütsbild

Gesteigerte Schmerzempfindlichkeit nach VerletzungenSchreckhaftigkeit und NervositätReizbarkeit, solange Wunden nicht heilenAuffallender Heißhunger, in den Rubriken eigens verzeichnet

Zum Gemüt ist die Datenlage schmal; verzeichnet ist ein ausgeprägter Heißhunger. Die klassische Materia medica ergänzt ein Bild gesteigerter Reizbarkeit des Nervensystems nach Verletzungen: Der Betroffene ist schreckhaft, empfindet Schmerzen als übermäßig stark und hört entfernte Geräusche auffallend deutlich. Beschrieben wird ferner eine gedrückte, ungeduldige Stimmung während langwieriger Wundheilung. Das Mittel wird in der Praxis vorrangig nach dem körperlichen Befund und nicht nach dem Gemütsbild gewählt.

Ängste: Schreckhaftigkeit, leichtes Zusammenfahren bei Geräuschen, Sorge um schlecht heilende Wunden

Leitsymptome

Zerrissene, gequetschte und offene Wunden mit Neigung zur Eiterung — der Kernbereich des Mittels, in den Rubriken mit hohem Grad geführt
Geschwüre mit gelbem Eiter, in den Rubriken am höchsten graduiert
Schmerz, der zur Größe der Verletzung in keinem Verhältnis steht, wund und zerschlagen empfunden
Aufgesprungene, rissige Hände; Verletzungen der Hand mit Rissen
Beschwerden nach Operationen, auch nach Eingriffen wegen Blasensteinen
Wundes, zerschlagenes Gefühl in Schulterblattgegend und Bauchdecke, bohrend nach außen
Verschlechterung
  • Feuchtes, trübes und nebliges Wetter
  • Nach Operationen und Eingriffen
  • Zugluft und Feuchtigkeit an den Ohren
  • Berührung der verletzten Stelle
Verbesserung
  • Ruhe und Schonung der verletzten Teile
  • Warmhalten und trockene Luft
  • Gleichmäßige, milde Umgebungstemperatur

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Auffallender Heißhunger, in den Rubriken als Gemütssymptom geführt
  • In der Literatur keine ausgeprägten einzelnen Speiseverlangen beschrieben
Abneigung
  • Abneigung gegen feuchtes, kaltes Wetter
  • In den vorliegenden Rubriken keine besonderen Speiseabneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Offene, zerrissene und gequetschte Wunden, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtEiternde Geschwüre mit gelbem EiterZustände nach OperationenAufgesprungene Hände und FrostbeulenKomplizierte Knochenbrüche mit offener WundeWundsein der Brustwarzen

Abgrenzung

Arnica montana ist das Mittel der stumpfen Verletzung ohne offene Wunde, mit Blutunterlaufungen und dem Gefühl, das Bett sei zu hart; Calendula kommt dort ins Blickfeld, wo die Haut zerrissen ist und Eiterung droht. Hypericum steht bei Verletzungen nervenreicher Teile mit ausstrahlendem, schießendem Schmerz. Symphytum wird Knochen- und Knochenhautverletzungen zugeordnet, Hamamelis blutenden und venösen Verletzungen. Staphisagria gilt klassisch als Mittel glatter Schnittwunden, etwa nach chirurgischen Eingriffen.

Verwandte Mittel

Arnica montanaHypericum perforatumSymphytum officinaleHamamelis virginianaStaphisagriaRhus toxicodendron

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.