Calcarea sulfurica, der schwefelsaure Kalk, ist eines der zwölf Schüßler-Salze und wird in der Materia medica als Mittel eitriger Absonderungen beschrieben. Kennzeichnend sind gelbe, dicke, oft blutig durchsetzte Absonderungen aus Ohren, Nase, Augen und Haut, sobald ein Abfluss besteht. Beschrieben wird ein reizbarer, zaghafter Mensch mit Neigung zu Abszessen, langsam heilenden Geschwüren und Drüsenschwellungen.
Konstitution
Gemütsbild
Zaghaftigkeit und leichte EntmutigungReizbarkeit, oft bei gleichzeitiger ErschöpfungSchwermut und Traurigkeit mit Neigung zu TränenAngst, die abends zunimmtTrägheit und Abneigung gegen jede Bewegung
Das Gemütsbild ist in den Rubriken kräftig ausgeprägt: allgemeines Angstgefühl, das abends schlechter wird, Reizbarkeit, Schwermut, Trägheit, Zaghaftigkeit und die Neigung zu Tränen stehen sämtlich im höchsten Grad. Beschrieben wird ein Mensch, der auf Belastung mit Rückzug und Entmutigung antwortet, dem körperliche Anstrengung schwerfällt und der gegen Abend besonders empfindlich wird. Die klassische Literatur betont eine gewisse Empfindlichkeit gegen Widerspruch und eine Neigung, sich zurückzuziehen, sobald die Kräfte nachlassen; das Bild bleibt jedoch weniger scharf gezeichnet als die körperliche Ebene des Mittels.
Ängste: Allgemeines Angstgefühl, abends verstärkt, Zaghaftigkeit vor Anforderungen und Anstrengung, Sorge um die eigene Gesundheit bei langwierigen Eiterungen
Leitsymptome
- Wärme und warmes Zimmer
- Körperliche Anstrengung und Gehen
- Baden und Waschen
- Nachts
- Milch
- Abends, besonders Angst und Schwäche
- Frische, kühle Luft
- Offene Absonderung und Abfluss von Eiter
- Ruhe
- Kühle Anwendungen
Verlangen und Abneigungen
- Ausgeprägter, teils extremer Durst
- Heißhunger; die Literatur nennt Verlangen nach Früchten und Sauerem
- Abneigung gegen Fleisch
- Milch wird schlecht vertragen und verschlechtert die Beschwerden
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei eitrigen Absonderungen mit bestehendem Abfluss aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Abszessen und langsam heilenden GeschwürenBei Mittelohrentzündung mit anhaltender Absonderung genanntBei Bindehaut- und Lidentzündungen mit eitriger Absonderung verzeichnetBei Ekzemen und krustigen Hautausschlägen aufgeführtAls drittes der Kalksalze in der Schüßler-Reihe bei chronischen Eiterungen beschrieben
Abgrenzung
Hepar sulphuris teilt die Neigung zu Eiterungen, ist jedoch ausgeprägt frostig, überempfindlich gegen Berührung und Zugluft und wird eher im frühen, splitterartig schmerzenden Stadium genannt; Calcarea sulfurica steht für den Zustand mit bereits bestehendem, gelbem Abfluss. Silicea führt Eiterungen ebenfalls zu Ende, ist aber frostig, schwitzt an den Füßen und zeigt mangelndes Durchhaltevermögen. Calcarea carbonica teilt die Konstitution, hat jedoch kalten Kopfschweiß, Verlangen nach Eiern und keine eitrigen Absonderungen als Leitthema. Pulsatilla zeigt milde gelbe Absonderungen mit Besserung im Freien und weichem Gemüt.
Verwandte Mittel
Hepar sulphuris calcareumSiliceaCalcarea carbonicaPulsatillaSulphurKalium sulfuricum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.