Calcarea hypophosphorosa, das unterphosphorigsaure Kalksalz, gehört zu den Kalkmitteln mit ausgeprägt zehrendem Zug. Die Repertorien führen es mit hohem Grad bei hektischem Fieber, bei Eiterung der Drüsen und bei Knochenprozessen mit Fistelbildung auf. Auffällig und stark gewichtet ist das Aufschreien im Schlaf. Das Bild ist das eines geschwächten, in der Auszehrung befindlichen Menschen.
Konstitution
Gemütsbild
Lautes Aufschreien im Schlaf, in den Rubriken mit dem höchsten Grad geführtReizbare Schwäche und ÜberempfindlichkeitErschöpfung mit nächtlicher UnruheSchreckhaftigkeit bei geschwächter Konstitution
Das seelische Bild von Calcarea hypophosphorosa erschließt sich vor allem über den Schlaf. Die Rubrik des Aufschreiens, Kreischens und Rufens während des Schlafes ist mit dem höchsten Grad verzeichnet und weist auf einen Nachtschlaf hin, der keine Erholung bringt: Der Kranke fährt auf, schreit, ohne wach zu werden, und ist am Morgen zerschlagen. Tagsüber überwiegt eine reizbare Schwäche, wie sie zehrende Fieberzustände mit sich bringen — wenig Kraft, wenig Geduld, große Empfindlichkeit gegen Störungen. Ein darüber hinausgehendes Gemütsbild ist in der Literatur nicht näher beschrieben; das Mittel wird nach dem Fieberverlauf, dem Drüsen- und Knochenbefund zugeordnet.
Ängste: Nächtliche Unruhe und Schreckhaftigkeit im Schlaf, Beklommenheit bei anhaltender Zehrung und Kraftlosigkeit
Leitsymptome
- Drehen und Wenden des Kopfes, in den Rubriken mit hohem Grad verzeichnet
- Nachts, mit Fieber, Schweiß und Aufschreien
- Anstrengung, die sofort erschöpft
- Kälte und feuchtes Wetter, wie bei den Kalkmitteln allgemein beschrieben
- Ruhe und gleichmäßige Wärme
- Ungestörtes Liegen ohne Kopfbewegung
- Trockenes Wetter
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Verlangen verzeichnet
- In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Abneigungen verzeichnet
In Repertorien häufig zugeordnet
Zehrende, hektische Fieberzustände, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtEiternde DrüsenprozesseKnochenerkrankungen mit Fistelbildung, klassisch der Knochentuberkulose zugeordnetUnruhiger Schlaf mit AufschreienAnhaltende Erschöpfung mit NachtschweißenAsthmatische Beschwerden bei geschwächter Konstitution
Abgrenzung
Calcarea phosphorica steht dem Mittel am nächsten und wird der verzögerten Knochenentwicklung, den Wachstumsbeschwerden und der Schwäche schlanker, rasch wachsender Kinder zugeordnet, ohne die ausgeprägte Eiterungs- und Fistelneigung. Silicea ist das große Mittel der langsamen, kalten Fistel und der nicht ausheilenden Eiterung. Tuberculinum und Calcarea carbonica decken die zehrende Konstitution ebenfalls ab, Ersteres mit Wanderlust und Unruhe, Letzteres mit Fülle und Kopfschweißen. Calcarea hypophosphorosa tritt dort ins Blickfeld, wo hektisches Fieber, Drüseneiterung und Knochenbeteiligung zusammentreffen.
Verwandte Mittel
Calcarea phosphoricaSiliceaTuberculinumCalcarea carbonicaHepar sulphuris calcareum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.