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Materia medica · Nr. 908

Calcarea caustica

Calc-caust.

In 164 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Calcarea caustica, der gebrannte Kalk, ist ein selten gebrauchtes Kalkmittel mit schmalem, überwiegend niedrig graduiertem Symptomenbild. Am deutlichsten treten ein quälender Husten und ein grünlich-gelber Zungenbelag hervor; daneben stehen reißende Schmerzen im Steißbein und ziehende Beschwerden im Nacken. Die Rubriken nennen zudem ein Brennen in der Speiseröhre beim Trinken.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Für dieses Kalksalz liegt keine eigene Konstitutionsbeschreibung vor.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Angaben sind sehr sparsam. Verzeichnet ist eine nächtliche Ruhelosigkeit. Ein ausgearbeitetes Gemütsbild ist in der Literatur nicht näher beschrieben; das Mittel wird nach den körperlichen Kennzeichen gewählt.

Gemütsbild

Ruhelosigkeit in der NachtErschöpfung, die den Alltag prägtKaum eigenständig geprüfte Gemütszüge

Zum Gemüt liegt lediglich die Angabe nächtlicher Ruhelosigkeit vor. Die Rubriken führen das Mittel außerdem bei anhaltender Erschöpfung auf, was auf einen Zustand allgemeiner Kraftlosigkeit hinweist, wie er für mehrere Kalkmittel beschrieben wird. Weitergehende seelische Züge — etwa die Ängstlichkeit und Überforderung, die man von Calcarea carbonica kennt — sind für dieses Salz nicht belegt und sollten nicht ohne Weiteres übertragen werden.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken keine Ängste verzeichnet, Unruhe in der Nacht ohne benannten Anlass

Leitsymptome

Quälender, hartnäckiger Husten, in den Rubriken am höchsten graduiert
Grünlicher bis grünlich-gelber Belag der Zunge
Reißender Schmerz im Steißbein
Dumpf ziehender Schmerz in der Halswirbelsäule
Brennen in der Speiseröhre beim Trinken und Schlucken von Wasser
Reißender Schmerz in den Augenwinkeln, besonders innen
Stechende Schmerzen in Ferse und Fußsohle, Hühneraugen; Stechen im Knie beim Gehen
Heiserkeit
Verschlechterung
  • Trinken und Schlucken, für die Beschwerden der Speiseröhre
  • Gehen, für die Schmerzen in Knie und Fuß
  • Nachts, mit Ruhelosigkeit
  • Anhaltende Anstrengung, mit rascher Erschöpfung
Verbesserung
  • Ruhe der betroffenen Teile
  • Wärme
  • In den vorliegenden Rubriken sind weitere Besserungen nicht verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • Widerwille gegen kaltes Wasser wegen des Brennens beim Schlucken

In Repertorien häufig zugeordnet

Hartnäckiger, quälender Husten mit HeiserkeitBeschwerden des Steißbeins nach Sturz oder langem SitzenNackenschmerzen mit ziehendem CharakterBrennen in der SpeiseröhreAnhaltende ErschöpfungszuständeFersenschmerz und Hühneraugen

Abgrenzung

Calcarea carbonica ist innerhalb der Kalkmittel das ungleich besser geprüfte Mittel und bei Konstitutionsbeschwerden mit Frostigkeit, Kopfschweiß und Überforderung die naheliegendere Wahl. Causticum steht bei Heiserkeit mit quälendem Husten und bei ziehenden Schmerzen nahe, verbindet sie aber mit Sehnenverkürzung und Besserung durch feuchtes Wetter. Für den Steißbeinschmerz sind Hypericum nach Verletzung und Silicea bei langem Sitzen zu bedenken.

Verwandte Mittel

Calcarea carbonicaCausticumSiliceaHypericum perforatumCalcarea phosphorica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.