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Materia medica · Nr. 891

Cajuputum

Caj.

In 216 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cajuputum, das ätherische Öl des Cajeputbaums (Melaleuca leucadendron), wird in der Materia medica als krampfartig-hysterisches Mittel beschrieben. Das durchgehende Thema ist die trügerische Empfindung der Vergrößerung: Körperteile fühlen sich geschwollen und aufgetrieben an, ohne dass eine entsprechende Veränderung sichtbar wäre. Dazu treten Spannungs- und Lähmungsgefühle, Taubheit einzelner Hautbezirke und ein Zustand von innerer Aufgewühltheit, in dem der Kranke am liebsten allein für sich bleibt.

Konstitution

KörperbauEin eigener Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; beschrieben ist eher eine nervös-reizbare Verfassung als ein bestimmter Typus.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken verzeichnen eine nachmittägliche Stumpfheit, Abneigung dagegen, angesprochen oder angenähert zu werden, und den Wunsch, allein spazieren zu gehen. Die Literatur beschreibt eine reizbare, aufgeregte Verfassung mit rascher Erschöpfung, in der Gesellschaft als Last empfunden wird. Zugleich besteht ein ausgeprägter Widerwille gegen Waschen und Berührung mit Wasser.

Gemütsbild

Abneigung gegen Gesellschaft, Verlangen allein zu gehenWiderwille dagegen, angenähert oder berührt zu werdenStumpfheit und Benommenheit, besonders nachmittagsScheu vor dem WaschenKrampfhaft-hysterische Erregbarkeit

Das Gemütsbild ist in den vorliegenden Rubriken nur knapp ausgewiesen und daher zurückhaltend zu lesen. Verzeichnet sind Abneigung gegen Gesellschaft mit dem ausdrücklichen Wunsch, allein spazieren zu gehen, sowie der Widerwille dagegen, dass jemand nahe kommt. Hinzu tritt eine Stumpfheit, die vor allem am Nachmittag beschrieben wird. Die klassische Materia medica ordnet Cajuputum den hysterisch-krampfhaften Zuständen zu: eine innere Erregtheit, die sich in Zuckungen, Würgen und Erstickungsgefühl äußert, ohne dass die Betroffenen ihre Verfassung erklären könnten. Auffällig ist die in den Repertorien eigens verzeichnete Scheu vor dem Waschen. Ein ausgearbeitetes chronisches Gemütsbild liegt zu diesem Mittel nicht vor.

Ängste: Scheu vor dem Waschen und vor Wasserberührung, Unbehagen bei Annäherung anderer Menschen

Leitsymptome

Empfindung der Schwellung und Vergrößerung betroffener Körperteile im höchsten Grad verzeichnet, ohne sichtbaren Befund
Beschwerden im Mund, besonders am weichen Gaumen, im höchsten Grad aufgeführt
Gefühl von Kraftlosigkeit und lähmungsartige Schmerzen, dazu Empfindung von Bewegung im Inneren, wie ein Auf- und Absteigen
Taubheitsgefühl der Haut an einzelnen Stellen: Unterarm, Handrücken, Außenseite des Oberschenkels
Aufstoßen mit Sodbrennen
Rötung der Nasenflügel; Schweregefühl der Augenlider
Verschlechterung
  • Nachmittags
  • Herabhängenlassen der Glieder
  • Während der Menstruation
  • Unterdrückter Schweiß
  • Nachts, besonders die Knieschmerzen
Verbesserung
  • Frische, offene Luft
  • Liegen und Ruhe, auch nach dem Liegen anhaltend
  • Strecken der Glieder
  • Helles Licht

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur ist der Widerwille gegen Waschen als Eigenheit beschrieben, weniger eine Speiseabneigung

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Beschwerden mit Schwellungsempfindung ohne sichtbaren Befund im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu krampfartig-hysterischen Zuständen mit Würgen und ErstickungsgefühlBei Beschwerden im Mund und am weichen Gaumen verzeichnetBei Aufstoßen und Sodbrennen genanntBei umschriebenen Taubheitsgefühlen an Armen und Beinen aufgeführtBei Nackenbeschwerden mit rechtsseitigem Schwerpunkt verzeichnet

Abgrenzung

Von Ignatia unterscheidet sich Cajuputum durch die vorherrschende Empfindung der körperlichen Vergrößerung, während bei Ignatia der Klumpen im Hals und der Wechsel der Stimmungen im Vordergrund steht. Moschus teilt das hysterische Erstickungsgefühl, zeigt aber eher Ohnmachtsneigung und Kälte. Asa foetida teilt Auftreibung und Aufstoßen mit dem Gefühl, alles dränge nach oben; für Cajuputum spricht dagegen das Zusammentreffen von Schwellungsgefühl, umschriebenen Taubheitsstellen und der auffälligen Scheu vor dem Waschen.

Verwandte Mittel

IgnatiaMoschusAsa foetidaNux moschataCamphoraValeriana

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.