Cajuputum, das ätherische Öl des Cajeputbaums (Melaleuca leucadendron), wird in der Materia medica als krampfartig-hysterisches Mittel beschrieben. Das durchgehende Thema ist die trügerische Empfindung der Vergrößerung: Körperteile fühlen sich geschwollen und aufgetrieben an, ohne dass eine entsprechende Veränderung sichtbar wäre. Dazu treten Spannungs- und Lähmungsgefühle, Taubheit einzelner Hautbezirke und ein Zustand von innerer Aufgewühltheit, in dem der Kranke am liebsten allein für sich bleibt.
Konstitution
Gemütsbild
Abneigung gegen Gesellschaft, Verlangen allein zu gehenWiderwille dagegen, angenähert oder berührt zu werdenStumpfheit und Benommenheit, besonders nachmittagsScheu vor dem WaschenKrampfhaft-hysterische Erregbarkeit
Das Gemütsbild ist in den vorliegenden Rubriken nur knapp ausgewiesen und daher zurückhaltend zu lesen. Verzeichnet sind Abneigung gegen Gesellschaft mit dem ausdrücklichen Wunsch, allein spazieren zu gehen, sowie der Widerwille dagegen, dass jemand nahe kommt. Hinzu tritt eine Stumpfheit, die vor allem am Nachmittag beschrieben wird. Die klassische Materia medica ordnet Cajuputum den hysterisch-krampfhaften Zuständen zu: eine innere Erregtheit, die sich in Zuckungen, Würgen und Erstickungsgefühl äußert, ohne dass die Betroffenen ihre Verfassung erklären könnten. Auffällig ist die in den Repertorien eigens verzeichnete Scheu vor dem Waschen. Ein ausgearbeitetes chronisches Gemütsbild liegt zu diesem Mittel nicht vor.
Ängste: Scheu vor dem Waschen und vor Wasserberührung, Unbehagen bei Annäherung anderer Menschen
Leitsymptome
- Nachmittags
- Herabhängenlassen der Glieder
- Während der Menstruation
- Unterdrückter Schweiß
- Nachts, besonders die Knieschmerzen
- Frische, offene Luft
- Liegen und Ruhe, auch nach dem Liegen anhaltend
- Strecken der Glieder
- Helles Licht
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur ist der Widerwille gegen Waschen als Eigenheit beschrieben, weniger eine Speiseabneigung
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Beschwerden mit Schwellungsempfindung ohne sichtbaren Befund im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu krampfartig-hysterischen Zuständen mit Würgen und ErstickungsgefühlBei Beschwerden im Mund und am weichen Gaumen verzeichnetBei Aufstoßen und Sodbrennen genanntBei umschriebenen Taubheitsgefühlen an Armen und Beinen aufgeführtBei Nackenbeschwerden mit rechtsseitigem Schwerpunkt verzeichnet
Abgrenzung
Von Ignatia unterscheidet sich Cajuputum durch die vorherrschende Empfindung der körperlichen Vergrößerung, während bei Ignatia der Klumpen im Hals und der Wechsel der Stimmungen im Vordergrund steht. Moschus teilt das hysterische Erstickungsgefühl, zeigt aber eher Ohnmachtsneigung und Kälte. Asa foetida teilt Auftreibung und Aufstoßen mit dem Gefühl, alles dränge nach oben; für Cajuputum spricht dagegen das Zusammentreffen von Schwellungsgefühl, umschriebenen Taubheitsstellen und der auffälligen Scheu vor dem Waschen.
Verwandte Mittel
IgnatiaMoschusAsa foetidaNux moschataCamphoraValeriana
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.