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Materia medica · Nr. 889

Cahinca

Cahin.

In 510 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cahinca, gewonnen aus der Wurzelrinde der südamerikanischen Chiococca racemosa, ist ein selten geprüftes Mittel mit deutlichem Bezug zu Harnwegen, Unterbauch und Bauchdecken. Kennzeichnend ist ein ausgeprägtes Schwäche- und Kraftlosigkeitsgefühl im Unterbauch, verbunden mit reichlichem Harn und morgendlichen Nierenschmerzen. Im Gemüt sind abendlicher Zorn und Beschwerden nach Streit verzeichnet.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben; die Prüfungsgrundlage ist schmal.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDas überlieferte Bild zeigt eine abends aufflammende Reizbarkeit mit Zorn, der leicht in Streit übergeht. Bezeichnend ist, dass die Beschwerden nach solchen Auseinandersetzungen zunehmen. Tagsüber steht Erschöpfung im Vordergrund, besonders nach dem Essen und nach körperlicher Anstrengung.

Gemütsbild

Zorn und Reizbarkeit, besonders abendsBeschwerden nach Streit und AuseinandersetzungenWeinen während des HustensErschöpfung nach dem Essen und nach Anstrengung

Der Gemütsbereich ist schmal überliefert, zeigt aber einen zusammenhängenden Zug. Die Repertorien führen Zorn am Abend auf sowie Beschwerden, die nach Streitigkeiten auftreten. Damit ist ein Muster beschrieben, bei dem Ärger und Auseinandersetzungen körperliche Symptome nach sich ziehen. Verzeichnet ist außerdem ein Weinen während des Hustens, das eher auf die reflektorische Erschöpfung als auf eine Traurigkeit hinweist. Ein ausgearbeitetes seelisches Bild mit Wahnideen oder charakteristischen Ängsten ist für dieses Mittel nicht überliefert; die Wahl stützt sich vorrangig auf die Bauch- und Harnsymptome.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Ausgeprägtes Schwäche- und Kraftlosigkeitsgefühl im Unterbauch, wie eine Leere in der Bauchdecke
Reichlicher, vermehrter Harn; Schmerzen in der Nierengegend, morgens betont
Abendlicher Husten, in den Repertorien zwischen 19 Uhr und 1 Uhr nachts aufgeführt, mit hohler Stimme
Entzündliche Reizung der Augen mit Brennen, Wundheitsgefühl und Druckschmerz, der nach unten zieht; erweiterte Pupillen, Gerstenkörner
Beißen und Völlegefühl im Mastdarm; Stuhlgang verschlechtert, danach Besserung
Vermehrter Speichel bei gleichzeitigem Trockenheitsgefühl; pfefferartiger Geschmack; Schweiß an den Handflächen
Verschlechterung
  • Nach Streit und Ärger
  • Nach dem Essen, besonders nach dem Mittagessen
  • Körperliche Anstrengung
  • Abends, besonders ab 19 Uhr
  • Nachmittags
  • Beim Stuhlgang
Verbesserung
  • Nach dem Stuhlgang
  • Ruhe
  • Reichliches Wasserlassen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Schwächegefühl im Unterbauch aufgeführtBei vermehrter Harnausscheidung und morgendlichen Nierenschmerzen verzeichnetBei abendlichem und nächtlichem Husten mit hohler Stimme genanntBei Beschwerden, die nach Streitigkeiten auftreten, in den Repertorien vermerktBei entzündlicher Augenreizung mit Brennen aufgeführtIn der älteren Literatur bei Wasseransammlungen im Bauchraum erörtert

Abgrenzung

Apocynum cannabinum und Apis mellifica werden in der älteren Literatur im gleichen Zusammenhang mit Wasseransammlungen genannt; Apocynum zeigt starken Durst mit sofortiger Übelkeit, Apis Durstlosigkeit mit stechenden Schmerzen. Staphisagria teilt die Beschwerden nach Ärger und unterdrücktem Zorn, ist jedoch von Kränkung und Unterdrückung geprägt, während bei Cahinca der offene Streit im Vordergrund steht. Wegen der schmalen Prüfungsgrundlage bleibt das Bild insgesamt lückenhaft.

Verwandte Mittel

Apocynum cannabinumApis mellificaStaphisagriaBerberis vulgarisNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.