Cadmium sulfuricum, das schwefelsaure Cadmium, wird in der Materia medica bei schweren, hinfälligen Magenzuständen mit unaufhörlichem Erbrechen beschrieben. Kennzeichnend sind das Erbrechen bereits kleinster Flüssigkeitsmengen, schwarzes oder kaffeesatzartiges Erbrochenes und eine todesähnliche Übelkeit bei tiefer Entkräftung. Der Kranke ist grau im Gesicht, kalt und hat einen Widerwillen gegen jede Bewegung, weil sie das Erbrechen auslöst.
Konstitution
Gemütsbild
Tiefe Erschöpfung mit Widerwillen gegen jede BewegungTeilnahmslosigkeit im schweren KrankheitszustandBeklemmung durch die anhaltende, quälende ÜbelkeitEmpfindlichkeit gegen Berührung und Störung
Die vorliegenden Rubriken enthalten keine ausgeprägten Gemütssymptome; das Bild wird ganz vom körperlichen Zerfallszustand getragen. Die klassische Materia medica beschreibt einen Kranken, der vor Schwäche apathisch daliegt, nicht sprechen mag und jede Bewegung meidet, weil sie sofort Übelkeit und Erbrechen auslöst. Genannt werden dabei Beklemmung und ein Gefühl drohenden Unheils, wie es schwere Zustände begleitet. Frische Luft wird als wohltuend empfunden; im geschlossenen, warmen Raum wächst die Beklemmung. Ein chronisches Persönlichkeitsbild ist in der Literatur nicht beschrieben — Cadmium sulfuricum steht in erster Linie für akute, hinfällige Zustände.
Ängste: Beklemmung und Bedrängnis im schweren Krankheitszustand, Angst beim nächtlichen Erwachen mit Atemnot
Leitsymptome
- Jede Bewegung, auch das Aufrichten
- Trinken, schon in kleinsten Mengen
- Nachts, besonders die Atemnot
- Berührung und Erschütterung
- Kalte Luft am Körper, während frische Luft zum Atmen erwünscht ist
- Absolute Ruhe im Liegen
- Frische Luft zum Atmen
- Ruhige Umgebung ohne Störung
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Widerwille gegen jede Nahrungsaufnahme, da schon kleinste Mengen erbrochen werden
- Im Übrigen in der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien im höchsten Grad bei unaufhörlichem Erbrechen aufgeführt, das schon durch kleinste Trinkmengen oder Bewegung ausgelöst wirdIn Repertorien im höchsten Grad bei schwarzem und kaffeesatzartigem Erbrochenem verzeichnetKlassisch zugeordnet zu Erschöpfungszuständen mit hinfälliger ÜbelkeitIn Repertorien im höchsten Grad bei Trübung der Hornhaut aufgeführtBei Lähmungserscheinungen an Lidern, Gesicht und Zunge genanntBei Erbrechen während der Schwangerschaft in der Materia medica beschrieben
Abgrenzung
Arsenicum album teilt die brennenden Magenbeschwerden mit Erbrechen nach kleinsten Mengen, zeigt dort jedoch ausgeprägte Unruhe, Angst und die Besserung durch schluckweises warmes Trinken — Cadmium sulfuricum ist zu erschöpft für Unruhe und will völlig still liegen. Veratrum album bringt kalten Schweiß auf der Stirn, Kollaps und heftigen Durst auf kaltes Wasser. Carbo vegetabilis zeigt ebenfalls den Zerfallszustand mit Kälte, verlangt jedoch ausdrücklich nach Luftzufuhr durch Fächeln. Für Cadmium sulfuricum spricht die Verbindung von absoluter Bewegungsunverträglichkeit, dunklem Erbrochenem und grauer Gesichtsfarbe.
Verwandte Mittel
Arsenicum albumCarbo vegetabilisVeratrum albumZincum metallicumKreosotumOrnithogalum umbellatum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.