HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 65

Cactus grandiflorus

Cact.

In 2.589 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cactus grandiflorus, die Königin der Nacht, ist das klassische Herzmittel der Materia medica mit der Empfindung des Zusammenschnürens: als läge ein eiserner Reifen um das Herz, der sich zusammenzieht und wieder lockert. Dieses Bandgefühl findet sich nicht nur am Herzen, sondern in vielen Organen. Dazu treten Blutandrang, Blutungsneigung und eine ausgeprägte Angst.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp wird nicht ausgeführt; beschrieben werden Menschen mit Neigung zu Blutandrang und Herzbeschwerden, mit leidendem Gesichtsausdruck und kaltem Gesichtsschweiß während der Anfälle.
Thermalitätwechselnd
TemperamentWährend der Anfälle angstvoll und aufgeschreckt, mit dem Gefühl, sterben zu müssen; die Repertorien führen Schreien bei Schmerzen. Zwischen den Anfällen wirken Betroffene eher ruhig und niedergedrückt.

Gemütsbild

Angst mit Todesfurcht während der HerzbeschwerdenAufschreien bei heftigen SchmerzenBeklemmung und Gefühl der Enge, auch seelischNiedergeschlagenheit zwischen den Anfällen

Das seelische Bild ist eng an das körperliche Geschehen gebunden. Die Repertorien führen ein allgemeines Angstgefühl und Schreien bei Schmerzen. Die klassische Literatur beschreibt Betroffene während des Anfalls als von Todesangst ergriffen: Sie können nicht liegen, müssen sich aufrichten, wollen Luft und fürchten zu ersticken. Das Zusammenschnüren wird zugleich als körperliche und seelische Enge erlebt, ein Gefühl, gepackt und eingeschnürt zu sein. Zwischen den Anfällen tritt eine gedrückte, traurige Stimmung mit Schlaflosigkeit hervor. Geistige Anstrengung verstärkt den Blutandrang zum Kopf und die Hitzegefühle.

Ängste: Todesangst während der Herzbeschwerden, Angst zu ersticken, verbunden mit dem Bedürfnis nach frischer Luft, Beklemmung, die sich in Aufschreien entlädt

Leitsymptome

Empfindung, als werde das Herz von einer eisernen Hand oder einem Reifen zusammengedrückt und wieder losgelassen
Zusammenschnürende Empfindungen auch andernorts: im Hals, in der Blase, in der Scheide, als Bandgefühl um Brust oder Bauch
Herzklopfen, das durch Anstrengung und Treppensteigen verstärkt wird, mit Atemnot und Beklemmung
Unmöglichkeit, flach zu liegen; der Betroffene muss sich aufsetzen und will frische Luft
Blutandrang zum Kopf mit Völle- und Hitzegefühl, verstärkt durch geistige Anstrengung; Kopfschmerz im Scheitel, der durch Druck gebessert wird
Blutungsneigung: Nasenbluten, Bluthusten, Blut im Urin, Blutungen aus After und Bindehaut
Regelmäßig wiederkehrender Frost, klassisch gegen 11 Uhr vormittags, täglich zur gleichen Zeit
Verschlechterung
  • Beim Liegen, besonders auf der linken Seite
  • Durch körperliche Anstrengung und Treppensteigen
  • Durch geistige Anstrengung
  • Gegen 11 Uhr vormittags und gegen 23 Uhr
  • In geschlossenen, warmen Räumen
Verbesserung
  • An frischer Luft
  • Im Sitzen und in aufrechter Haltung
  • Durch festen Druck auf den Kopf bei Kopfschmerz
  • Durch Ruhe nach dem Abklingen des Anfalls

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Frische Luft, geöffnete Fenster
  • Zu ausgeprägten Speiseverlangen liegen keine belastbaren Rubriken vor
Abneigung
  • Enge Kleidung und beengende Umgebung
  • Zu Speiseabneigungen liegen keine belastbaren Rubriken vor

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Beklemmung und Schmerzen in der Herzgegend, auch bei Angina pectoris, aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Herzklopfen mit Verschlechterung durch AnstrengungGenannt bei Blutandrang zum Kopf mit Völle- und HitzegefühlVerzeichnet bei Blutungsneigung, etwa Nasenbluten und BluthustenAufgeführt bei krampfartig zusammenschnürenden Beschwerden an Blase, Scheide und HalsGenannt bei schmerzhafter Menstruation mit zusammenschnürenden Uterusschmerzen

Abgrenzung

Lachesis teilt die Unverträglichkeit von Enge am Hals und die Beklemmung, zeigt aber die charakteristische Verschlechterung nach dem Schlaf und die Geschwätzigkeit. Spigelia hat heftige, stechende Herzschmerzen mit sichtbarem Herzstoß und Verschlechterung durch Bewegung, ohne das Bandgefühl. Digitalis wirkt auf den verlangsamten Puls mit dem Gefühl, das Herz stehe still, wenn man sich bewegt. Für Cactus spricht die eigentümliche Empfindung des rhythmischen Zusammenschnürens wie durch einen Reifen.

Verwandte Mittel

LachesisSpigeliaDigitalis purpureaAconitum napellusCoccus cacti

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.