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Materia medica · Nr. 64

Bufo rana

Bufo

In 3.159 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Bufo rana wird aus dem Hautdrüsensekret der Kröte bereitet und gehört damit zu den Tierarzneien. Die Literatur beschreibt ein Bild von verlangsamter geistiger Entwicklung, Krampfneigung und einer ungehemmten, kindlich-triebhaften Sexualität. Der typische Zustand ist eine Mischung aus Reizbarkeit, Stumpfheit und plötzlichen, heftigen Entladungen.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden häufig Menschen mit verzögerter oder unvollständiger Entwicklung, teils vorzeitiger Alterung; die Haut wird als fettig, das Gesicht als grau und ausdruckslos geschildert.
Thermalitätwechselnd
TemperamentStumpf, langsam im Denken und zugleich außerordentlich schreckhaft. Kleinste Reize führen zu Auffahren, Wut oder unmotiviertem Lachen. Die Repertorien führen Schüchternheit bei Kindern neben plötzlicher Heftigkeit.

Gemütsbild

Geistige Verlangsamung und GedächtnisschwächeUngehemmte, drängende SexualitätSchreckhaftigkeit und Auffahren bei kleinsten AnlässenRückzug, Scheu vor Menschen bei gleichzeitiger EnthemmungUnmotiviertes Lachen, kindliches Verhalten

Das Gemütsbild ist eines der markantesten Züge dieses Mittels. Die Repertorien führen ausgeprägte Gedächtnisschwäche, Benommenheit zwischen Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit nach Krämpfen. Daneben steht eine kindliche, ungebremste Triebhaftigkeit mit Neigung zur Onanie und dem Spielen mit den Genitalien, auch in ungeeigneter Umgebung. Betroffene ziehen sich zurück, ertragen Widerspruch schlecht und reagieren auf Zurechtweisung mit Wut. Verzeichnet sind ferner Furcht vor Tieren, Schüchternheit bei Kindern und die Wahnidee, der eigene Körper sehe hässlich aus. Die Literatur beschreibt das Bild klassisch im Zusammenhang mit Entwicklungsverzögerung und Epilepsie.

Ängste: Furcht vor Tieren, Schreckhaftigkeit, Auffahren durch Berührung und Geräusche, Angst um das eigene Aussehen und den eigenen Körper

Leitsymptome

Tonisch-klonische und epileptische Krämpfe, oft mit Zungenbiss, unwillkürlichem Urinabgang und Schweiß während des Anfalls
Aura, die im Magen oder in den Genitalien beginnt und aufsteigt
Komatöser Schlaf und Benommenheit in den Intervallen zwischen den Anfällen
Beschwerden der weiblichen Genitalien: Ovarialschmerz, Schwellung der Eierstöcke, scharfer, gelber Fluor
Knoten und Schmerzen in den Brustdrüsen; die Repertorien führen das Mittel auch bei bösartigen Erkrankungen
Panaritium und Entzündungen an Fingern und Händen, Lymphdrüsenschwellung in der Leistengegend
Verschlechterung
  • Durch Schreck und Erregung
  • Durch warme Räume und Wärme allgemein
  • Während der Menses
  • Durch sexuelle Erregung
  • Nach dem Schlaf
Verbesserung
  • An der frischen, kühlen Luft
  • Durch kalte Anwendungen bei Kopfbeschwerden
  • Durch Ruhe und ungestörtes Liegen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Süßigkeiten
  • Alkohol; die Repertorien führen Trunksucht und eine Besserung des Kopfschmerzes durch Alkohol
Abneigung
  • Gesellschaft und Ansprache
  • Zu den Speiseabneigungen liegen keine belastbaren Angaben vor

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei epileptischen und krampfartigen Zuständen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Entwicklungsverzögerung mit gesteigerter TriebhaftigkeitGenannt bei Beschwerden der Eierstöcke und BrustdrüsenVerzeichnet bei Panaritium und eitrigen Entzündungen an den FingernAufgeführt bei Lähmungen und Muskelschwäche nach Krampfanfällen

Abgrenzung

Cuprum metallicum zeigt ebenfalls schwere Krämpfe, dort beginnen sie jedoch typisch an Fingern und Zehen und die Betroffenen sind bewusstseinsklarer zwischen den Anfällen. Hyoscyamus teilt die sexuelle Enthemmung, ist aber lebhaft, misstrauisch und geschwätzig statt stumpf. Origanum und Platinum betreffen ebenfalls gesteigerte Sexualität, ohne die krampfhafte und geistig verlangsamte Komponente von Bufo.

Verwandte Mittel

Cuprum metallicumHyoscyamus nigerBaryta carbonicaGraphitesLachesis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.