Borax veneta, das homöopathisch aufbereitete Natriumborat, ist in der klassischen Materia medica vor allem als Kinder- und Schleimhautmittel bekannt. Sein bekanntestes Kennzeichen ist die Verschlimmerung durch jede Abwärtsbewegung: Kinder schreien beim Hinunterlegen, beim Schaukeln, beim Treppabgehen oder im absinkenden Aufzug. Die Repertorien führen es außerdem in höchstem Grad bei Aphthen im Mund und bei scharfem, wundmachendem Weißfluss.
Konstitution
Gemütsbild
Angst vor jeder AbwärtsbewegungAuffahren durch Geräusche und beim Einschlafengroße GeräuschempfindlichkeitMilde und Sanftmut im Wechsel mit Schreckhaftigkeit
Das Gemütsbild von Borax wird von einer sehr konkreten Furcht bestimmt: der Furcht vor dem Fallen und vor jeder Bewegung nach unten. Säuglinge klammern sich an, sobald man sie hinlegt, und schreien beim Schaukeln oder Herunterheben; Erwachsene meiden Aufzüge und Treppen abwärts. Die Repertorien führen Abwärtsgehen und Abwärtsfahren mit höchstem Grad. Dazu kommt eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegen Geräusche: Ein unerwarteter Laut, selbst ein leiser, lässt zusammenfahren. Aus dem Schlaf wird geschrien, kleine Kinder schreien vor dem Urinieren. Zwischen diesen Schreckreaktionen beschreibt die Literatur ein mildes, verträgliches, zugewandtes Wesen.
Ängste: Furcht vor Abwärtsbewegung, Fallen und Schaukeln, Schreckhaftigkeit bei Geräuschen und im Schlaf, ängstlicher Gesichtsausdruck, besonders bei Kindern, schreckliche Träume
Leitsymptome
- Abwärtsbewegung jeder Art
- plötzliche Geräusche
- während des Schlafs
- nach der Menstruation
- vor dem Wasserlassen
- Niesen und Einatmen (Brustschmerz)
- gegen 10 Uhr (Kopfschmerz)
- Aufwärtsbewegung und Getragenwerden nach oben
- Druck auf die schmerzende Stelle
- abends nach der Ruhe
- nach dem Stuhlgang
- kühles Wetter, wie die Literatur nennt
Verlangen und Abneigungen
- In der klassischen Literatur wird Verlangen nach Saurem beschrieben
- über weitere ausgeprägte Verlangen liegen in den vorliegenden Rubriken keine hochgradigen Angaben vor
- Obst, wie einzelne Autoren beschreiben
- Speisen, die durch die Aphthen schmerzhaft werden
- beschrieben wird ausgeprägte Mundtrockenheit
In Repertorien häufig zugeordnet
Aphthen und Mundschleimhautentzündungen, besonders bei Säuglingen und KleinkindernBeschwerden von Säuglingen mit Schreien beim Hinlegenwundmachender Weißfluss zwischen den PeriodenBlasenreizung mit brennendem Wasserlassenrechtsseitige, stechende Brustschmerzen beim AtmenBeschwerden beim Stillen, in der Literatur klassisch zugeordnet
Abgrenzung
Gelsemium teilt die Angst vor dem Fallen, dort steht jedoch Zittern, Schwäche und Erwartungsangst im Vordergrund, ohne die Mundaphthen. Mercurius solubilis hat ebenfalls Mundgeschwüre und Speichelfluss, dabei aber üblen Mundgeruch, nächtliche Verschlimmerung und starke Schweiße ohne Erleichterung. Chamomilla zeigt schreiende, unruhige Kinder, die getragen werden wollen, jedoch aus Zorn und Unerträglichkeit der Schmerzen, nicht aus Furcht vor der Abwärtsbewegung.
Verwandte Mittel
BelladonnaBryonia albaCalcium carbonicumChamomillaMercurius solubilisGelsemium
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.