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Materia medica · Nr. 60

Borax veneta

Bor.

Auch: borx

In 6.193 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Borax veneta, das homöopathisch aufbereitete Natriumborat, ist in der klassischen Materia medica vor allem als Kinder- und Schleimhautmittel bekannt. Sein bekanntestes Kennzeichen ist die Verschlimmerung durch jede Abwärtsbewegung: Kinder schreien beim Hinunterlegen, beim Schaukeln, beim Treppabgehen oder im absinkenden Aufzug. Die Repertorien führen es außerdem in höchstem Grad bei Aphthen im Mund und bei scharfem, wundmachendem Weißfluss.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden blasse, zarte Kinder und Erwachsene mit ungesunder Haut, bei denen kleine Verletzungen schlecht heilen; die Rubrik Anämie steht im höchsten Grad.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Repertorien führen zugleich Milde und ausgeprägte Schreckhaftigkeit im höchsten Grad. Beschrieben wird ein sanftes, freundliches Wesen, das durch jedes unerwartete Geräusch aus der Fassung gerät.

Gemütsbild

Angst vor jeder AbwärtsbewegungAuffahren durch Geräusche und beim Einschlafengroße GeräuschempfindlichkeitMilde und Sanftmut im Wechsel mit Schreckhaftigkeit

Das Gemütsbild von Borax wird von einer sehr konkreten Furcht bestimmt: der Furcht vor dem Fallen und vor jeder Bewegung nach unten. Säuglinge klammern sich an, sobald man sie hinlegt, und schreien beim Schaukeln oder Herunterheben; Erwachsene meiden Aufzüge und Treppen abwärts. Die Repertorien führen Abwärtsgehen und Abwärtsfahren mit höchstem Grad. Dazu kommt eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegen Geräusche: Ein unerwarteter Laut, selbst ein leiser, lässt zusammenfahren. Aus dem Schlaf wird geschrien, kleine Kinder schreien vor dem Urinieren. Zwischen diesen Schreckreaktionen beschreibt die Literatur ein mildes, verträgliches, zugewandtes Wesen.

Ängste: Furcht vor Abwärtsbewegung, Fallen und Schaukeln, Schreckhaftigkeit bei Geräuschen und im Schlaf, ängstlicher Gesichtsausdruck, besonders bei Kindern, schreckliche Träume

Leitsymptome

Verschlechterung durch jede Abwärtsbewegung – Hinlegen, Treppabgehen, Schaukeln, Aufzugfahren (Grad 3)
Aphthen im Mund, die das Trinken erschweren; Zahnfleischschwellung, heißes Gefühl im Mund, Speichelfluss
Scharfer, wundmachender Weißfluss, weiß wie gekochte Stärke und eiweißartig (Grad 3)
Brennendes Wasserlassen, besonders bei Kindern, die vor dem Urinieren schreien
Stechende Brustschmerzen beim Einatmen und Husten, überwiegend rechts
Schwindel und Völlegefühl im Kopf beim Abwärtsgehen
Ungesunde Haut, langsam heilende Wunden
Verschlechterung
  • Abwärtsbewegung jeder Art
  • plötzliche Geräusche
  • während des Schlafs
  • nach der Menstruation
  • vor dem Wasserlassen
  • Niesen und Einatmen (Brustschmerz)
  • gegen 10 Uhr (Kopfschmerz)
Verbesserung
  • Aufwärtsbewegung und Getragenwerden nach oben
  • Druck auf die schmerzende Stelle
  • abends nach der Ruhe
  • nach dem Stuhlgang
  • kühles Wetter, wie die Literatur nennt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der klassischen Literatur wird Verlangen nach Saurem beschrieben
  • über weitere ausgeprägte Verlangen liegen in den vorliegenden Rubriken keine hochgradigen Angaben vor
Abneigung
  • Obst, wie einzelne Autoren beschreiben
  • Speisen, die durch die Aphthen schmerzhaft werden
  • beschrieben wird ausgeprägte Mundtrockenheit

In Repertorien häufig zugeordnet

Aphthen und Mundschleimhautentzündungen, besonders bei Säuglingen und KleinkindernBeschwerden von Säuglingen mit Schreien beim Hinlegenwundmachender Weißfluss zwischen den PeriodenBlasenreizung mit brennendem Wasserlassenrechtsseitige, stechende Brustschmerzen beim AtmenBeschwerden beim Stillen, in der Literatur klassisch zugeordnet

Abgrenzung

Gelsemium teilt die Angst vor dem Fallen, dort steht jedoch Zittern, Schwäche und Erwartungsangst im Vordergrund, ohne die Mundaphthen. Mercurius solubilis hat ebenfalls Mundgeschwüre und Speichelfluss, dabei aber üblen Mundgeruch, nächtliche Verschlimmerung und starke Schweiße ohne Erleichterung. Chamomilla zeigt schreiende, unruhige Kinder, die getragen werden wollen, jedoch aus Zorn und Unerträglichkeit der Schmerzen, nicht aus Furcht vor der Abwärtsbewegung.

Verwandte Mittel

BelladonnaBryonia albaCalcium carbonicumChamomillaMercurius solubilisGelsemium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.