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Materia medica · Nr. 808

Boletus laricis

Bol-la.

Auch: Bol

In 259 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Boletus laricis, der Lärchenschwamm, ist ein kleines Mittel mit auffallend klarem Rückenbezug. Kennzeichnend ist ein Wechsel von Kälte- und Hitzegefühl entlang der Wirbelsäule: eisige Kälte zwischen den Schulterblättern, danach Hitzewellen, die den Rücken hinauflaufen. Dazu treten Leberbeschwerden mit Schweregefühl, bitterer Geschmack, gelb belegte Zunge und eine ausgeprägte Schwäche nach körperlicher Anstrengung.

Konstitution

KörperbauKein eigenes Konstitutionsbild überliefert. Beschrieben wird ein geschwächter, leicht erschöpfbarer Zustand mit Neigung zu wechselfieberartigen Verläufen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen kaum Angaben vor. Die Literatur schildert Mattigkeit und Verdrossenheit, wie sie bei zehrenden Fieberverläufen und Leberbeschwerden auftreten. Ein eigenständiges Temperamentsbild ist in der Materia medica nicht näher beschrieben.

Gemütsbild

Mattigkeit und Verdrossenheit bei zehrenden ZuständenWiderwille gegen jede AnstrengungGemütsbild in der Literatur nicht näher beschrieben

Boletus laricis ist ein wenig geprüftes Mittel; die Rubrik Gemüt ist im vorliegenden Repertorium nahezu unbesetzt. Was sich beschreiben lässt, ist die Stimmungslage eines körperlich Erschöpften: Jede Anstrengung verschlimmert, Kraftlosigkeit und Zerschlagenheit bestimmen den Tag. Die klassische Literatur ordnet das Mittel wechselfieberartigen Verläufen und Leberbeschwerden zu und schildert die dazugehörige Verdrossenheit, ohne daraus ein eigenes seelisches Bild zu entwickeln. Für die Mittelwahl sind daher die Rücken- und Lebersymptome maßgeblich.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Kältegefühl zwischen den Schulterblättern - das am höchsten bewertete Zeichen des Mittels
Hitzewellen, die entlang der Wirbelsäule aufsteigen; der Frost beginnt im Rücken und breitet sich von dort aus
Rückenschmerz während des Frostes, dazu Kreuzschmerz, der zur Hüfte ausstrahlt, mit Steifheit
Schweregefühl in der Lebergegend mit dumpfen und schneidenden Bauchschmerzen um den Nabel
Gelb belegte Zunge, bitterer Geschmack, Übelkeit und fehlender Appetit bei vermehrtem Durst
Gelenkschmerzen in Knien und Knöcheln mit Kraftlosigkeit der Knie; stromartige Empfindungen in Armen und Beinen
Verschlechterung
  • Körperliche Anstrengung - eine der deutlichsten Angaben
  • Nachmittags
  • Beim Frost, der im Rücken beginnt
Verbesserung
  • Ruhe und Wärme
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Saurem
  • Vermehrter Durst
Abneigung
  • Appetitlosigkeit, oft mit Übelkeit verbunden

In Repertorien häufig zugeordnet

Wechselfieberartige Zustände mit Frost im Rücken und NachtschweißRücken- und Kreuzschmerzen mit SteifheitLeberbeschwerden mit Schweregefühl und bitterem GeschmackErschöpfung nach körperlicher AnstrengungGelenkschmerzen in Knien und Knöcheln

Abgrenzung

Von Agaricus muscarius, dem bekannteren Pilzmittel, unterscheidet sich Boletus laricis durch das Fehlen der zuckenden, tanzenden Bewegungen und der Nadelstich-Empfindungen; hier stehen Frost im Rücken und Leberzeichen im Vordergrund. Gegenüber Chininum sulphuricum und China, die ebenfalls bei Wechselfieber genannt werden, ist die enge Bindung an die Wirbelsäule kennzeichnend. Chelidonium teilt das Leberthema, zeigt aber den typischen Schulterblattschmerz rechts statt der Kälte zwischen den Schulterblättern.

Verwandte Mittel

Agaricus muscariusChininum sulphuricumChina officinalisChelidonium majusEupatorium perfoliatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.