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Materia medica · Nr. 767

Benzoinoderiferum

Benzo.

In 5 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Benzoinum odoriferum ist der nordamerikanische Gewürzstrauch (Lindera benzoin), dessen Rinde und Zweige beim Zerreiben stark würzig duften. In der Volksmedizin des amerikanischen Ostens diente ein Aufguss daraus als Fiebertee. In der homöopathischen Literatur ist die Pflanze nur mit wenigen Zeichen vertreten: Fieber, Schwindel und ein eigentümlicher Befund am Kopfhaar, das auffallend fettig wird. Die ältere Literatur nennt daneben das Schlafwandeln.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Auffällig ist allein das fettig glänzende Kopfhaar.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen im Repertorium keine Einträge vor. Ein Temperamentsbild wird in der Literatur nicht gezeichnet; das überlieferte Schlafwandeln ist ein Zustand des Schlafs und kein Wesenszug.

Gemütsbild

Keine charakteristischen Gemütsrubriken vorhandenNach der älteren Literatur: SchlafwandelnIn der Literatur nicht näher beschrieben

Zu Benzoinum odoriferum sind in der Datenbank keine Gemütszeichen verzeichnet. Die kurzen Einträge der älteren Arzneimittellehren nennen als auffälligste Beobachtung das Schlafwandeln - der Betreffende steht nachts auf und handelt, ohne davon zu wissen. Eine ausgearbeitete Prüfung an Gesunden liegt nicht vor, sodass sich daraus kein Mittelbild ableiten lässt. Die Pflanze kam über die Erfahrungsmedizin der nordamerikanischen Siedler und der indigenen Bevölkerung in die homöopathische Literatur, wo sie ein Randmittel geblieben ist.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Fettiges, öliges Kopfhaar - das eigentümlichste der wenigen geführten Zeichen
Fieber, allgemein geführt; die Pflanze war volksmedizinisch ein Fiebermittel
Schwindel ohne nähere Kennzeichnung
Nach der älteren Literatur: nächtliches Umhergehen im Schlaf
Weitere Organbezüge sind nicht überliefert
Verschlechterung
  • Nachts (Schlafwandeln)
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
  • Keine charakteristischen Besserungen überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Fettiges KopfhaarFieberzuständeSchwindelIn der Literatur bei Schlafwandeln genannt

Abgrenzung

Beim Schlafwandeln sind Kalium bromatum, Silicea, Phosphorus und Natrium muriaticum die in der Literatur ausführlicher beschriebenen Mittel mit eigenem Allgemein- und Gemütsbild. Bei fettigem Haar und fettiger Kopfhaut werden Bryonia alba, Mercurius solubilis und Natrium muriaticum genannt. Benzoinum odoriferum bleibt ein Randmittel, dessen einziges kennzeichnendes Merkmal die Verbindung von fettigem Kopfhaar, Fieber und Schwindel ist. Es ist nicht zu verwechseln mit Benzoicum acidum, der Benzoesäure, die ein eigenes und deutlich breiter geprüftes Bild besitzt.

Verwandte Mittel

Kalium bromatumSiliceaNatrium muriaticumBryonia albaBenzoicum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.