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Materia medica · Nr. 760

Benzinum dinitricum

Ben-d.

Auch: Benz-d.

In 18 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Benzinum dinitricum ist das potenzierte Dinitrobenzol, ein Nitroaromat aus der chemischen Industrie. Sein Arzneibild stammt aus gewerblichen Vergiftungen und trägt deren Züge: Schädigung des Blutes mit Blutarmut, Nervenentzündungen mit Lähmungen, Störungen des Sehens bis zur Farbenblindheit und schwarz verfärbter Harn.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Das Bild beruht auf Vergiftungsbeobachtungen und beschreibt keinen Konstitutionstyp.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin Temperament ist nicht überliefert. Aus der Toxikologie beschrieben sind Benommenheit, Schwäche und eine bläulich-graue Verfärbung der Haut, wie sie bei Schädigung des roten Blutfarbstoffs auftritt. Eigene Gemütsrubriken sind in der Datenbank nicht verzeichnet.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken in der Datenbank verzeichnetBenommenheit und Schwäche aus der VergiftungsbeobachtungMittelwahl erfolgt über Blut-, Nerven- und Sehzeichen

Zu Benzinum dinitricum liegen keine Gemütsrubriken vor. Wie bei anderen Industriegiften, die den Weg in die homöopathische Materia medica gefunden haben, stammt das Bild aus Berichten über Vergiftungen am Arbeitsplatz und nicht aus einer geordneten Arzneimittelprüfung. Beschrieben werden dort vor allem Blässe, Benommenheit, Kopfschmerz und zunehmende Schwäche — Erscheinungen, die auf die Schädigung des Blutes und der Nerven zurückgehen. Ein seelisches Bild im Sinne der klassischen Materia medica ist daraus nicht abzuleiten und sollte nicht ergänzt werden.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine eigenen Angstrubriken verzeichnet

Leitsymptome

Schwachsichtigkeit ohne erkennbaren äußeren Befund, in den Augenrubriken verzeichnet
Entzündung der Netzhaut mit Störung der Farbwahrnehmung bis zur Farbenblindheit
Blutarmut, klassisch dem Mittel zugeordnet
Entzündung der Nerven mit Lähmungserscheinungen
Schwarz verfärbter Harn, in den Rubriken eigens genannt
Ausbleibende Erektionen
Verschlechterung
  • Fortgesetzte Berührung mit dem Stoff am Arbeitsplatz
  • Anstrengung der Augen
  • Körperliche Belastung, mit rascher Erschöpfung
Verbesserung
  • Frische Luft
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken kein Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Sehstörungen mit Schwachsichtigkeit und Netzhautentzündung, in Repertorien dem Mittel zugeordnetStörungen der FarbwahrnehmungBlutarmutNervenentzündung mit LähmungserscheinungenDunkel bis schwarz verfärbter Harn

Abgrenzung

Nitroglycerinum (Glonoinum) ist der bekanntere Vertreter der Nitroverbindungen, dort jedoch mit hämmerndem Blutandrang zum Kopf und Verschlimmerung durch Sonne. Bei Schwachsichtigkeit ohne Befund stehen Phosphorus und Tabacum im Blick, bei Nervenentzündung mit Lähmung Plumbum metallicum, Arsenicum album oder Conium maculatum. Benzinum dinitricum wird vor allem dann erwogen, wenn die Beschwerden im Zusammenhang mit beruflicher Belastung durch Nitroverbindungen stehen.

Verwandte Mittel

NitroglycerinumPhosphorusPlumbum metallicumArsenicum albumChina officinalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.