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Materia medica · Nr. 53

Baryta muriaticum

Bar-m.

In 1.516 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Baryta muriaticum, das Bariumchlorid, ist in der Materia medica das Drüsenmittel der Baryt-Reihe. Im Vordergrund stehen Schwellung und Verhärtung von Mandeln, Hals-, Ohrspeichel- und Unterkieferdrüsen sowie eine deutliche Beziehung zu den Blutgefäßen. Die Repertorien führen daneben Zurückbleiben in der Entwicklung, Schwerfälligkeit des Denkens und wiederkehrende Katarrhe der Atemwege auf.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden Kinder mit Entwicklungsrückstand, kleinem Wuchs und großen Mandeln sowie ältere Menschen mit erweiterten Blutgefäßen; in beiden Fällen mit deutlicher Drüsenbeteiligung.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken heben Trägheit und Schwerfälligkeit im höchsten Grad hervor, dazu Unschlüssigkeit und kindliches Benehmen. Beschrieben wird ein zurückhaltender, langsamer Mensch, dem die Umgebung fremd erscheint und der neuen Anforderungen ausweicht. Die Angst nimmt gegen Abend zu.

Gemütsbild

Trägheit und Schwerfälligkeit des DenkensZurückbleiben in der geistigen Entwicklung, kindliches BenehmenUnentschlossenheitGefühl, alles sei fremdAngst, die sich abends verschlimmert

Das Gemütsbild entspricht in seinen Grundzügen dem der Baryt-Reihe. Die Repertorien führen Trägheit und Schwerfälligkeit im höchsten Grad auf; hinzu kommen kindliches Benehmen, Unschlüssigkeit und die auffällige Empfindung, dass alles fremd erscheint. Beschrieben wird ein Mensch, der langsamer auffasst als seine Umgebung, der Neues meidet und bei Anforderungen unsicher wird. Bei Kindern zeigt sich dies als verzögerte Entwicklung mit langsamem Lernen; bei älteren Menschen als nachlassende geistige Beweglichkeit. Die Angst verstärkt sich gegen Abend. Anders als bei Baryta carbonica tritt die soziale Schüchternheit weniger deutlich hervor, während die körperliche Drüsenbeteiligung stärker im Vordergrund steht.

Ängste: Angst, die sich abends verschlimmert, Unsicherheit gegenüber Fremdem und Neuem, Ängstliche Atmung

Leitsymptome

Schwellung, Vereiterung und Verhärtung der Mandeln, oft wiederkehrend; verlängertes, gerötetes Gaumenzäpfchen
Verhärtete und geschwollene Drüsen am Hals, an der Unterkieferdrüse und der Ohrspeicheldrüse
Reichlicher, übelriechender Ausfluss aus dem Ohr mit Entzündung des inneren Ohres; Schwerhörigkeit, Ohrenschmerzen zusammen mit Halsschmerzen
Wiederkehrende Bronchitis und Lungenkatarrh mit schleimigem Auswurf
Erweiterung der Blutgefäße; einseitige Lähmungserscheinungen und lähmungsartige Schwäche
Harte, gespannte Bauchdecke mit Schwellung der Leber; Verstopfung mit schwer abgehendem Stuhl
Verschlechterung
  • Durch Kälte und feuchtes Wetter
  • Abends, bezogen auf die Angst
  • Bei jeder Erkältung, die erneut die Mandeln befällt
  • Durch Anstrengung
Verbesserung
  • Durch Wärme und warmes Einhüllen
  • In vertrauter, ruhiger Umgebung
  • In den vorliegenden Rubriken darüber hinaus nicht ausgewiesen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • Verminderter Appetit mit Widerwillen gegen Speisen
  • Darüber hinaus in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Schwellung und Verhärtung der Mandeln und Halsdrüsen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu chronischem Ohrenausfluss und SchwerhörigkeitBei wiederkehrenden Katarrhen der Bronchien und der Lunge verzeichnetIn der Literatur bei Entwicklungsrückstand und verlangsamter Auffassung genanntBei Erweiterung der Blutgefäße und lähmungsartiger Schwäche aufgeführtBei Verdauungsstörungen und Verstopfung mit schwer abgehendem Stuhl verzeichnet

Abgrenzung

Von Baryta carbonica unterscheidet sich Baryta muriaticum durch die stärkere Betonung der Drüsenverhärtung, des Ohrenausflusses und der Gefäßbeteiligung, während bei Baryta carbonica die soziale Schüchternheit und die Verlegenheit vor anderen deutlicher hervortreten. Baryta jodata wird bei denselben Mandelbeschwerden genannt, mit stärkerer Neigung zu Vereiterung. Calcium carbonicum teilt die verzögerte Entwicklung und Drüsenschwellung, zeigt aber reichlichen Schweiß am Kopf und Verlangen nach Eiern. Aurum muriaticum und Plumbum werden in der Literatur als verwandte Mittel geführt.

Verwandte Mittel

Baryta carbonicaBaryta jodataCalcium carbonicumAurum muriaticumPlumbum metallicumSilicea

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.