Baryta muriaticum, das Bariumchlorid, ist in der Materia medica das Drüsenmittel der Baryt-Reihe. Im Vordergrund stehen Schwellung und Verhärtung von Mandeln, Hals-, Ohrspeichel- und Unterkieferdrüsen sowie eine deutliche Beziehung zu den Blutgefäßen. Die Repertorien führen daneben Zurückbleiben in der Entwicklung, Schwerfälligkeit des Denkens und wiederkehrende Katarrhe der Atemwege auf.
Konstitution
Gemütsbild
Trägheit und Schwerfälligkeit des DenkensZurückbleiben in der geistigen Entwicklung, kindliches BenehmenUnentschlossenheitGefühl, alles sei fremdAngst, die sich abends verschlimmert
Das Gemütsbild entspricht in seinen Grundzügen dem der Baryt-Reihe. Die Repertorien führen Trägheit und Schwerfälligkeit im höchsten Grad auf; hinzu kommen kindliches Benehmen, Unschlüssigkeit und die auffällige Empfindung, dass alles fremd erscheint. Beschrieben wird ein Mensch, der langsamer auffasst als seine Umgebung, der Neues meidet und bei Anforderungen unsicher wird. Bei Kindern zeigt sich dies als verzögerte Entwicklung mit langsamem Lernen; bei älteren Menschen als nachlassende geistige Beweglichkeit. Die Angst verstärkt sich gegen Abend. Anders als bei Baryta carbonica tritt die soziale Schüchternheit weniger deutlich hervor, während die körperliche Drüsenbeteiligung stärker im Vordergrund steht.
Ängste: Angst, die sich abends verschlimmert, Unsicherheit gegenüber Fremdem und Neuem, Ängstliche Atmung
Leitsymptome
- Durch Kälte und feuchtes Wetter
- Abends, bezogen auf die Angst
- Bei jeder Erkältung, die erneut die Mandeln befällt
- Durch Anstrengung
- Durch Wärme und warmes Einhüllen
- In vertrauter, ruhiger Umgebung
- In den vorliegenden Rubriken darüber hinaus nicht ausgewiesen
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Verminderter Appetit mit Widerwillen gegen Speisen
- Darüber hinaus in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Schwellung und Verhärtung der Mandeln und Halsdrüsen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu chronischem Ohrenausfluss und SchwerhörigkeitBei wiederkehrenden Katarrhen der Bronchien und der Lunge verzeichnetIn der Literatur bei Entwicklungsrückstand und verlangsamter Auffassung genanntBei Erweiterung der Blutgefäße und lähmungsartiger Schwäche aufgeführtBei Verdauungsstörungen und Verstopfung mit schwer abgehendem Stuhl verzeichnet
Abgrenzung
Von Baryta carbonica unterscheidet sich Baryta muriaticum durch die stärkere Betonung der Drüsenverhärtung, des Ohrenausflusses und der Gefäßbeteiligung, während bei Baryta carbonica die soziale Schüchternheit und die Verlegenheit vor anderen deutlicher hervortreten. Baryta jodata wird bei denselben Mandelbeschwerden genannt, mit stärkerer Neigung zu Vereiterung. Calcium carbonicum teilt die verzögerte Entwicklung und Drüsenschwellung, zeigt aber reichlichen Schweiß am Kopf und Verlangen nach Eiern. Aurum muriaticum und Plumbum werden in der Literatur als verwandte Mittel geführt.
Verwandte Mittel
Baryta carbonicaBaryta jodataCalcium carbonicumAurum muriaticumPlumbum metallicumSilicea
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.