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Materia medica · Nr. 740

Baryta acetica

Bar-act.

Auch: Bar-acet

In 132 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Baryta acetica, das essigsaure Barium, gehört zur Gruppe der Baryt-Mittel und teilt deren Grundzug: Unsicherheit, Zurückbleiben und nachlassendes Gedächtnis. Die Repertorien heben für dieses Salz besonders den Wechsel der Stimmungen und das Misstrauen hervor, dazu einen ständigen Speichelfluss mit Übelkeit und einseitige Lähmungserscheinungen. Auffällig ist die Verbindung von Vergesslichkeit, Verwirrung im Kopf und Schwindel nach Erschöpfung.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp wird für dieses Salz nicht eigens beschrieben. Die Baryt-Gruppe wird klassisch bei Menschen an beiden Enden des Lebens genannt: bei Kindern, die in der Entwicklung zurückbleiben, und bei alternden Menschen mit nachlassenden Kräften.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken heben wechselnde Stimmungen im dritten Grad hervor, dazu Misstrauen, Mangel an Selbstvertrauen mit Selbstherabsetzung und Unentschlossenheit. Beschrieben wird ein Mensch, der sich wenig zutraut, sich selbst kleinmacht, schwer zu einem Entschluss kommt und dessen Stimmung ohne erkennbaren Anlass umschlägt.

Gemütsbild

Wechselnde Stimmungen ohne erkennbaren AnlassMisstrauen gegenüber anderenMangel an Selbstvertrauen mit SelbstherabsetzungUnentschlossenheit und UnschlüssigkeitNachlassendes Gedächtnis und Verwirrung im Kopf

Das Gemütsbild von Baryta acetica ist unter den Baryt-Salzen vergleichsweise gut gezeichnet. An erster Stelle steht der Wechsel der Stimmungen, der im dritten Grad verzeichnet ist: Zuversicht und Niedergeschlagenheit lösen einander ab, ohne dass ein äußerer Anlass erkennbar wäre. Dazu tritt Misstrauen, das die Baryt-Gruppe insgesamt kennzeichnet - ein Gefühl, beobachtet oder beurteilt zu werden. Der Mangel an Selbstvertrauen geht bis zur Selbstherabsetzung; Entscheidungen werden aufgeschoben. Im Kapitel Verstand ist der Verlust des Gedächtnisses ausdrücklich geführt, in den Sinnesrubriken eine Verwirrung, die in Stirn und Schläfen empfunden wird. Zusammen ergibt sich das Bild eines Menschen, dem der geistige Halt entgleitet und der sich deshalb zurückzieht.

Ängste: Furcht, vor anderen zu versagen oder beurteilt zu werden, Misstrauisches Beobachten der Umgebung, Beunruhigung über das nachlassende Gedächtnis

Leitsymptome

Ständiges Ausspucken von Speichel, begleitet von Übelkeit - im höchsten Grad verzeichnet -, dazu Geschwüre im Mund
Entzündete Schwellungen und Auswüchse auf der Haut, ebenfalls im höchsten Grad
Einseitige Lähmungserscheinungen
Verlust des Gedächtnisses; Verwirrung im Kopf, in Stirn und Schläfen empfunden
Schwindel nach Erschöpfung
Hunger früh am Morgen; unwillkürlicher Harnabgang und häufiges Wasserlassen am Morgen
Verstauchungsartiger Schmerz in den Gelenken; plötzlich auftretende Schmerzen
Tiefer, nervenschmerzartiger Schmerz in der linken Hüftgegend; dumpfer Schmerz in der Lendengegend
Schläfrigkeit am Tag bei nächtlichem Wachliegen; Abneigung gegen das Waschen
Kälte der Arme, Ameisenlaufen auf dem Handrücken, Steifheit
Verschlechterung
  • Erschöpfung und Anstrengung, wodurch der Schwindel eintritt
  • Morgens, für Hunger und Harndrang
  • Nachts, mit Wachliegen
  • Kälte und kaltes Waschen
  • Druck auf die Augen, dem ein dumpfer Schmerz folgt
Verbesserung
  • Wärme und warme Umhüllung
  • Ruhe nach Anstrengung
  • Gleichmäßiger Tagesablauf ohne Überforderung
  • Ungestörter Nachtschlaf

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Ausgeprägter Hunger in den frühen Morgenstunden
Abneigung
  • Abneigung gegen das Waschen
  • Weitere Abneigungen sind in den Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei wechselnden Stimmungen im dritten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Mangel an Selbstvertrauen mit Misstrauen und UnentschlossenheitBei ständigem Ausspucken von Speichel mit Übelkeit im höchsten Grad verzeichnetBei Geschwüren im Mund genanntBei entzündeten Schwellungen und Auswüchsen der Haut aufgeführtBei einseitigen Lähmungserscheinungen verzeichnetBei nachlassendem Gedächtnis und Verwirrung im Kopf beschrieben

Abgrenzung

Baryta carbonica ist das am besten geprüfte Mittel der Gruppe und zeigt neben der Unsicherheit die vergrößerten Mandeln, die Drüsenschwellungen und die ausgeprägte Scheu vor Fremden. Baryta muriatica wirkt stärker auf Gefäße und Ohrspeicheldrüse. Bei nachlassendem Gedächtnis mit Verwirrung sind Alumina mit ihrer Trockenheit und Verstopfung sowie Ambra grisea mit der Scheu in Gegenwart anderer zu bedenken. Mercurius solubilis teilt den vermehrten Speichelfluss, dort jedoch mit übelriechendem Atem, Nachtschweiß und Verschlimmerung durch Wärme des Bettes. Für Baryta acetica sprechen der ausgeprägte Stimmungswechsel und die Verbindung von Speichelfluss mit Übelkeit.

Verwandte Mittel

Baryta carbonicaBaryta muriaticaAluminaAmbra griseaMercurius solubilisConium maculatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.