Baptisia tinctoria, die wilde Indigopflanze, ist in der Materia medica das Mittel schwerer fieberhafter Zustände mit Benommenheit. Beschrieben wird ein Mensch, der wie betrunken wirkt, beim Antworten einschläft und dessen Ausscheidungen auffallend übelriechend sind. Kennzeichnend ist die Empfindung, das Bett sei zu hart und der Körper liege in Stücken verstreut.
Konstitution
Gemütsbild
Benommenheit und Verwirrung wie im RauschAbneigung gegen Denken und geistige ArbeitNächtliches Delirium mit unzusammenhängender SpracheEmpfindung, zerteilt zu sein und die Teile zusammensuchen zu müssenTrägheit und Ruhelosigkeit im Wechsel
Der geistige Zustand ist bei diesem Mittel der eigentliche Schlüssel. Die Repertorien führen Benommenheit bis zum Stupor, Verwirrung wie betrunken, Delirium in der Nacht und unzusammenhängende Sprache. Charakteristisch ist, dass Betroffene mitten in der Antwort einschlafen: Sie beginnen zu sprechen und sind im nächsten Moment weggedämmert. Die klassische Literatur beschreibt daneben die Empfindung, der Körper sei zerteilt und man müsse die Stücke im Bett zusammensuchen, oder es liege noch jemand neben einem. Verzeichnet sind ferner die Abneigung gegen jede geistige Anstrengung, Ruhelosigkeit und Nervosität sowie eine Verschlechterung, wenn man an die Beschwerden denkt.
Ängste: Unruhe und Nervosität im Fieber, Verwirrende Wahrnehmungen und Halluzinationen in der Nacht, Beklemmung durch Benommenheit und Kontrollverlust
Leitsymptome
- Nachts und vormittags
- An frischer Luft; Abneigung gegen kühle Luft
- Rechtsseitig betonte Beschwerden
- In feuchter, schwüler Witterung
- Beim Denken an die Beschwerden
- Im Liegen auf der schmerzfreien Seite
- Durch Wärme und Zudecken
- Durch flüssige Nahrung statt fester Speisen
- In ruhiger, gleichmäßiger Umgebung
Verlangen und Abneigungen
- Flüssige Nahrung, die leichter geschluckt werden kann
- Zu weiteren Verlangen liegen keine belastbaren Rubriken vor
- Feste Speisen
- Frische, kühle Luft
- Geistige Anstrengung und Ansprache
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei hohen, anhaltenden Fieberzuständen mit Benommenheit aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Zuständen mit übelriechenden Ausscheidungen und großer SchwächeGenannt bei Halsentzündungen mit dunkelrotem Rachen und geringem SchmerzempfindenVerzeichnet bei Aphten und Geschwüren im MundAufgeführt bei schmerzlosem, übelriechendem DurchfallGenannt bei dem Gefühl, der Körper sei zerteilt, und dem zu hart empfundenen Bett
Abgrenzung
Gelsemium teilt die Benommenheit und Schwäche, dort fehlt jedoch der faulige Geruch, und die Beschwerden beginnen langsamer mit Zittern und Schwere der Lider. Rhus toxicodendron zeigt ebenfalls den zerschlagenen Körper mit Ruhelosigkeit, bessert sich aber deutlich durch fortgesetzte Bewegung. Arnica hat das zu hart empfundene Bett, ohne die geistige Umnebelung und den Geruch. Für Baptisia sprechen die Benommenheit bis zum Einschlafen beim Antworten und die auffallend fauligen Ausscheidungen.
Verwandte Mittel
Gelsemium sempervirensRhus toxicodendronArnica montanaAcidum muriaticumPyrogenium
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.