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Materia medica · Nr. 48

Aurum sulfuratum

Aur-s.

In 263 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Aurum sulfuratum, das Goldsulfid, verbindet die Themen der Gold-Reihe mit denen des Schwefels. Im Vordergrund steht ein schwermütiger Zustand mit Lebensüberdruss und Abneigung gegen Gesellschaft. Körperlich beschreibt das Repertorium bohrende Schmerzen in Knochen und Drüsen - schneidender Hinterkopfschmerz, wunde Nasenknochen, schmerzende Ohrspeicheldrüsen - sowie gelben Ausfluss mit Jucken.

Konstitution

KörperbauKein eigenständiges Konstitutionsbild überliefert. Die Gold-Verbindungen werden in der Literatur meist kräftigen, vollblütigen Menschen zugeordnet, die unter Anspannung und Verantwortungsdruck stehen; für die Schwefelverbindung ist das nicht gesondert geprüft.
Thermalitätwechselnd
TemperamentErnst, in sich gekehrt, wenig zugänglich. Beschrieben wird ein Mensch, der Gesellschaft meidet und sich zurückzieht, dabei aber nicht gleichgültig ist, sondern unter innerem Druck steht. Die Stimmung ist gedrückt bis zum Überdruss am Leben - eine der wenigen höhergradigen Gemütsangaben des Mittels.

Gemütsbild

Überdruss und Widerwille gegen das LebenAbneigung gegen Gesellschaft, RückzugGedrückte, schwere StimmungInnerer Druck ohne Ausdruck nach außen

Das Gemütsbild von Aurum sulfuratum ist nur in wenigen, aber deutlichen Zügen überliefert. Die Repertorien führen es bei Abscheu vor dem Leben und bei Abneigung gegen Gesellschaft. Damit steht es in der Linie der Gold-Mittel, deren Kern die tiefe Schwermut mit dem Gefühl innerer Wertlosigkeit ist, verbunden mit hohem Anspruch an sich selbst. Der Schwefelanteil bringt nach klassischer Auffassung eine Öffnung dieser Verschlossenheit nach außen: körperliche Absonderungen, Ausschläge, Hitzewellen. Da Aurum sulfuratum weit weniger geprüft ist als Aurum metallicum, bleibt das Bild lückenhaft; die Literatur beschreibt es überwiegend im Vergleich zum Hauptmittel der Gruppe.

Ängste: Lebensüberdruss mit dem Wunsch, sich zurückzuziehen, Angst und Bedrückung ohne fassbaren Anlass

Leitsymptome

Schneidender Schmerz im Hinterkopf - die charakteristischste Kopfangabe des Mittels
Wunde, druckempfindliche Nasenknochen, schmerzhaft schon bei leichter Berührung von außen
Schmerzen in der Ohrspeicheldrüse und im Gesicht, ziehend bis bohrend
Gelber, juckender Ausfluss der Scheide
Erschwerte Atmung nachts
Gefühl, als rolle eine Kugel im Bauch, mit stechenden Schmerzen im rechten Rippenbogen
Verschlechterung
  • Nachts - Atemnot und Bettnässen
  • Morgens - verklebte Augen, Lichtscheu
  • Vor der Menstruation - allgemeine Schwäche
  • Berührung der Nasenknochen
Verbesserung
  • Frische Luft und Bewegung, wie bei den Gold-Mitteln allgemein beschrieben
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kein charakteristisches Verlangen überliefert
Abneigung
  • Abneigung gegen Gesellschaft und Zuspruch

In Repertorien häufig zugeordnet

Schwermütige Verstimmung mit LebensüberdrussHinterkopfschmerz von schneidendem CharakterKnochenschmerzen, besonders an den NasenknochenBeschwerden der OhrspeicheldrüseGelblicher Ausfluss mit JuckenNächtliches Einnässen

Abgrenzung

Aurum metallicum zeigt dieselbe tiefe Schwermut, jedoch in reinerer und ausgeprägterer Form, mit starkem Herzbezug und nächtlichen Knochenschmerzen. Aurum sulfuratum wird dort erwogen, wo zu diesem Gold-Kern schwefelartige Zeichen treten: Hitzegefühl, Hautausschläge, gelbe Absonderungen. Von Sulphur allein unterscheidet es die ernste, verschlossene Gemütslage, die dem meist mitteilsamen und gleichgültigen Sulphur-Bild fremd ist. Aurum muriaticum steht ihm nahe, ist aber stärker auf Drüsen und weibliche Organe bezogen.

Verwandte Mittel

Aurum metallicumSulphurAurum muriaticumKalium sulfuricumMercurius solubilis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.