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Materia medica · Nr. 47

Aurum muriaticum

Aur-m.

In 1.687 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Aurum muriaticum, das Goldchlorid, teilt mit dem metallischen Gold die tiefe Schwermut und die Beziehung zum Herzen, zeigt daneben aber eine ausgeprägte Wirkung auf Drüsen, Schleimhäute und Knochen. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Traurigkeit mit Lebensüberdruss, bei drückenden Herzschmerzen und bei Geschwüren von Nase und Geschlechtsteilen auf. Kennzeichnend ist die Besserung im Freien und beim langsamen Gehen.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden häufig kräftige, vollblütige Menschen mit dunklem Teint, oft mit belasteter Vorgeschichte; das Gesicht wirkt vorzeitig gealtert.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentDie Rubriken heben Schwermut und die Neigung zum Selbstmord im höchsten Grad hervor, dazu den Abscheu vor dem Leben. Beschrieben wird ein ernster, pflichtbewusster Mensch, der an sich selbst hohe Maßstäbe anlegt und beim Scheitern in tiefe Hoffnungslosigkeit fällt. Zorn beim Nachdenken über die eigenen Beschwerden gehört ebenfalls zum Bild.

Gemütsbild

Tiefe Schwermut mit LebensüberdrussNeigung zu selbstzerstörerischen GedankenZorn beim Denken an die eigenen BeschwerdenRuhelosigkeit, die ins Freie treibtBeschwerden nach Ärger und Kränkung

Das Gemütsbild ist bei diesem Mittel deutlich ausgeprägt und entspricht weitgehend dem der Gold-Reihe. Die Repertorien führen Schwermut und die Neigung zum Selbstmord im höchsten Grad auf, dazu den Abscheu vor dem Leben. Beschrieben wird ein Mensch, der äußerlich ernst und leistungsbereit auftritt, innerlich aber von Selbstvorwürfen und dem Gefühl beherrscht wird, versagt zu haben. Kränkung, Widerspruch und Ärger wirken nach und können den Beschwerden vorausgehen. Kennzeichnend ist ferner der Zorn, der aufsteigt, sobald der Kranke über seinen Zustand nachdenkt. Die Ruhelosigkeit treibt ins Freie, wo sich die Stimmung bessert. In schweren Zuständen werden Wahnideen und Sinnestäuschungen genannt. Bei diesen Symptomen ist stets fachliche Begleitung angezeigt.

Ängste: Angst, die in der Brust empfunden wird, Furcht vor dem Verlust der eigenen Leistungsfähigkeit, Hoffnungslosigkeit gegenüber der Zukunft

Leitsymptome

Drückender Herzschmerz und Schmerz hinter dem Brustbein, verschlimmert beim Treppensteigen; Herzklopfen nach Erregung oder Schreck
Geschwüre der Nase mit Zerstörung der Schleimhaut, übelriechender Nasenkatarrh und Schwellung der Nase
Geschwüre und Feigwarzen an den Geschlechtsteilen, Afterfistel und Wucherungen im Afterbereich
Verhärtung und Vergrößerung von Leber und Milz, Bauchwassersucht
Trockene Hautausschläge, Ekzeme und krustenbildender Herpes; rissige Haut an Händen und Füßen
Beschwerden der Augen mit Entzündung der Hornhaut und der Lidränder, Tränenfistel; Lichtscheu, Besserung durch Wärme
Verschlechterung
  • Beim Treppensteigen und bei rascher Anstrengung
  • Nach Ärger, Kränkung und Schreck
  • Durch Licht, bezogen auf die Augenbeschwerden
  • In geschlossenen Räumen
  • Nachts
Verbesserung
  • An frischer Luft, nach der ein ausdrückliches Verlangen besteht
  • Durch langsames Gehen
  • Durch Bewegung im Allgemeinen
  • Durch kaltes Baden
  • Durch Wärme an den Augen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach frischer Luft
  • In der Literatur wird ein Verlangen nach kalten Getränken genannt
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei tiefer Schwermut mit Lebensüberdruss aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Herzbeschwerden mit drückendem Schmerz und Herzklopfen bei AnstrengungBei Geschwüren der Nase und übelriechendem Nasenkatarrh verzeichnetBei Drüsenverhärtungen und Verhärtungen der Gebärmutter in der Literatur genanntBei Geschwüren und Wucherungen im Genital- und Afterbereich aufgeführtBei chronischen Hautausschlägen mit Trockenheit und Krustenbildung verzeichnet

Abgrenzung

Von Aurum metallicum unterscheidet sich Aurum muriaticum in der Praxis vor allem durch die stärkere Betonung von Drüsen, Schleimhautgeschwüren und der Gebärmutter, während das metallische Gold das reinere Bild der Herz- und Gemütswirkung zeigt. Aurum muriaticum natronatum wird noch ausdrücklicher bei Verhärtungen der Gebärmutter genannt. Baryta muriaticum teilt die Drüsenverhärtung, ohne die Schwermut und die Herzbeteiligung. Mercurius, in der Literatur als Antidot geführt, ähnelt in den Geschwüren und der Knochenbeteiligung, verschlimmert sich aber nachts und durch Bettwärme und zeigt reichlichen Speichelfluss.

Verwandte Mittel

Aurum metallicumAurum muriaticum natronatumMercurius solubilisBaryta muriaticumNitricum acidumKalium jodatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.