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Materia medica · Nr. 709

Aurum bromatum

Aur-br.

In 9 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Aurum bromatum, das Goldbromid, verbindet die Goldreihe mit den Bromverbindungen. Die Repertorien führen es mit dem deutlichsten Gewicht bei Erkrankungen der Herzklappen, daneben bei nervösem Kopfschmerz vom Migränetyp und bei nächtlicher Angst. Der überlieferte Symptomenbestand ist schmal; die Verbindung von Herzbefund, Kopfschmerz und nächtlicher Beklemmung gibt dem Mittel seine Kontur.

Konstitution

KörperbauKein streng umrissener Körpertyp beschrieben. Die Literatur führt das Mittel bei nervös erschöpften Menschen mit gesteigerter Reizbarkeit des Kreislaufs; für Aurum bromatum selbst ist ein Konstitutionsbild nicht näher ausgeführt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird eine angespannte, leicht erregbare Verfassung, in der die Beschwerden zur Nacht hin zunehmen: Sobald es dunkel und still wird, meldet sich die Beklemmung. Der Goldanteil bringt eine Neigung zu gedrückter, schwerer Stimmung mit, die für dieses Mittel jedoch nicht in gleicher Deutlichkeit belegt ist wie für Aurum metallicum.

Gemütsbild

Angst, die nachts auftritt oder sich nachts verstärktNervöse Anspannung und ErschöpfungBeklemmung in Verbindung mit dem HerzbefundSonst kein ausgearbeitetes Gemütsbild überliefert

Die einzige Gemütsrubrik, die das Repertorium für Aurum bromatum verzeichnet, betrifft nächtliche Angst. Sie fügt sich zu den übrigen Angaben: Wer ein spürbar unruhiges Herz und wiederkehrende Kopfschmerzen hat, findet in der Stille der Nacht wenig Ablenkung, und die Beklemmung tritt hervor. Das Bild bleibt damit im Umkreis der nervösen Erschöpfung. Die für Aurum metallicum ausführlich beschriebene Schwermut mit Lebensüberdruss ist für diese Verbindung nicht eigens belegt und wird deshalb nicht übertragen. Beschwerden am Herzen gehören in ärztliche Abklärung.

Ängste: Angst in der Nacht, beim Erwachen oder beim Einschlafen, Beklemmung um die Herzgegend

Leitsymptome

Erkrankungen der Herzklappen - der am stärksten bewertete Befund des Mittels
Beschwerden und Beklemmung in der Herzgegend, Herzklopfen
Kopfschmerz vom Migränetyp, in der Literatur besonders bei nervöser Erschöpfung geführt
Verstärkung der Beschwerden zur Nachtzeit
Insgesamt schmaler Symptomenbestand ohne umfassende Arzneimittelprüfung
Verschlechterung
  • Nachts, mit Zunahme von Angst und Beklemmung
  • Geistige Anstrengung und Aufregung
Verbesserung
  • Frische Luft und Ruhe
  • Weitere gesicherte Modalitäten sind nicht überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine charakteristischen Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Erkrankungen der HerzklappenHerzbeschwerden mit BeklemmungKopfschmerz vom Migränetyp bei nervöser ErschöpfungNächtliche Angstzustände

Abgrenzung

Aurum metallicum ist das ausführlich geprüfte Hauptmittel der Goldreihe: Herzbeschwerden mit Blutandrang zum Kopf, tiefe Schwermut und ausgeprägte Empfindlichkeit gegen Widerspruch kennzeichnen es; Aurum bromatum steht daneben mit weit schmalerer Bezeugung und einem stärkeren Akzent auf Kopfschmerz und nächtlicher Angst. Aurum muriaticum wird eher bei Verhärtungen im Unterleib geführt. Bei Klappenerkrankungen nennen die Repertorien vorrangig Spongia tosta, Naja tripudians und Kalmia latifolia. Herzerkrankungen bedürfen in jedem Fall ärztlicher Betreuung.

Verwandte Mittel

Aurum metallicumAurum muriaticumSpongia tostaNaja tripudiansKalmia latifolia

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.