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Materia medica · Nr. 39

Asa foetida

Asaf.

In 5.641 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Asa foetida, das Stinkasant genannte Gummiharz einer Doldenblütlerwurzel, ist in der klassischen Materia medica ein Mittel für die Verbindung von nervöser Übererregtheit und übelriechenden Absonderungen. Die Repertorien führen es in hohem Grad bei Hysterie, beim Gefühl eines aufsteigenden Kloßes im Hals, bei lautem, fauligem Aufstoßen und bei Knochenerkrankungen mit stinkenden Geschwüren. Kennzeichnend ist eine Überempfindlichkeit, bei der Berührung kaum ertragen wird.

Konstitution

KörperbauEin einheitlicher Habitus wird in der Literatur nicht beschrieben. Auffällig ist eine bläuliche Gesichtsfarbe und eine ausgeprägte körperliche Überempfindlichkeit; die Rubrik außerordentliche physische Reizbarkeit ist vertreten.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird ein überreiztes, aufgeregtes Wesen, bei dem Empfindungen und Beschwerden übertrieben stark erlebt werden. Die Repertorien führen Hysterie im höchsten Grad; Ohnmachtsgefühl bei Erregung und in engen Räumen ist vermerkt.

Gemütsbild

übersteigerte Empfindsamkeit mit dramatischem Erleben der BeschwerdenGlobusgefühl: ein Kloß steigt vom Bauch zum Hals aufUnerträglichkeit von BerührungBeklemmung in engen Räumen

Die klassische Materia medica ordnet Asa foetida den hysterischen Mitteln zu: Beschrieben werden Menschen, die ihre Empfindungen sehr stark erleben und ausdrücken, bei denen körperliche und seelische Anspannung ineinander übergehen. Das kennzeichnende Zeichen ist der aufsteigende Kloß im Hals, der in den Repertorien im höchsten Grad geführt wird und sich als Zusammenschnüren bis in die Brust fortsetzt. Erregung führt zu Herzklopfen und Ohnmachtsgefühl, enge Räume werden schlecht vertragen. Zugleich besteht eine ausgeprägte Reizbarkeit des Körpers: Berührung verschlechtert, jeder Schmerz wird als heftig empfunden. Über die Rubriken hinaus beschreibt die Literatur wechselnde Stimmungen und rasche Erschöpfung nach Aufregung.

Ängste: Beklemmung und Ohnmachtsgefühl in engen Räumen, Angst mit Herzklopfen nach Erregung, Furcht, die vom Globusgefühl im Hals ausgeht

Leitsymptome

Gefühl eines aufsteigenden Kloßes im Hals mit Zusammenschnüren (Grad 3)
Lautes, fauliges Aufstoßen und übelriechender Blähungsabgang; Blähungen drängen nach oben statt nach unten
Übelriechende Absonderungen aller Art: Stuhl, Schnupfen, Urin mit ammoniakalischem Geruch
Knochenschmerzen und Knochenerkrankungen mit eiternden, blutig absondernden Geschwüren (Grad 3)
Stechende, drückende Augenschmerzen von innen nach außen, im Freien gebessert; Entzündung der Regenbogenhaut
Herzklopfen bei Anstrengung und im Sitzen
Krampfhaftes Zusammenschnüren der Brust
Zuckungen einzelner Muskelfasern
Verschlechterung
  • Berührung
  • Ruhe und Sitzen
  • Beine übereinanderschlagen
  • Schreiben und geistige Anspannung
  • nachts
  • linke Körperseite
  • enge Räume
Verbesserung
  • frische Luft und Aufenthalt im Freien
  • Bewegung
  • Druck auf die schmerzende Stelle (bei Augenschmerzen)
  • Aufstoßen und Abgang von Blähungen
  • Kratzen bei Hautjucken

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine hochgradigen Nahrungsverlangen vermerkt
  • die klassische Literatur nennt zeitweise Verlangen nach Reizmitteln
Abneigung
  • Fettes und Fleisch, wie einzelne Autoren beschreiben
  • Speisen bei verdorbenem Magen und fauligem Aufstoßen

In Repertorien häufig zugeordnet

nervöse Zustände mit Globusgefühl im HalsBlähungsbeschwerden mit lautem, fauligem AufstoßenKnochenentzündungen und schlecht heilende Geschwüre, klassisch zugeordnetEntzündungen im Auge mit stechendem Schmerz, in Repertorien bei Iritis geführtBeschwerden nach unterdrückten AbsonderungenHerzklopfen bei Erregung und Anstrengung

Abgrenzung

Ignatia teilt das Globusgefühl im Hals und die widersprüchlichen Beschwerden, dort steht jedoch der stille Kummer im Vordergrund, ohne die übelriechenden Absonderungen von Asa foetida. Lachesis ähnelt in der Unerträglichkeit von Enge und in der linksseitigen Betonung, zeigt aber Redseligkeit und Verschlimmerung nach dem Schlaf. Valeriana hat ebenfalls wechselhafte nervöse Beschwerden mit Globusgefühl, ohne die Knochen- und Geschwürsymptomatik.

Verwandte Mittel

IgnatiaLachesisValerianaAurum metallicumMercurius solubilisPulsatilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.