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Materia medica · Nr. 38

Arum triphyllum

Arum-t.

In 1.189 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Arum triphyllum, der Dreiblättrige Aronstab, ist in der Materia medica das Mittel der scharfen, wundmachenden Absonderungen. Alles, was Nase, Lippen und Mund berührt, wirkt ätzend: Der Schnupfen macht die Oberlippe und die Nasenlöcher wund, die Lippen reißen ein und bluten, die Mundschleimhaut brennt wie roh. Kennzeichnend ist der Zwang, trotz der Schmerzen unablässig an Nase und Lippen zu bohren und zu zupfen, bis es blutet, dazu eine Heiserkeit, die sich durch Sprechen verschlimmert.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; klassisch beschrieben ist das Mittel bei Kindern mit fieberhaften Infekten sowie bei Rednern und Sängern.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentDie Rubriken führen im höchsten Grad ein Delirium bei hohem, anhaltendem Fieber auf, daneben den ausgeprägten Zwang, in der Nase zu bohren und an ihr zu zupfen. Typischerweise beschrieben wird eine gereizte, unruhige Verfassung, in der der Kranke die wunden Stellen immer wieder aufkratzt.

Gemütsbild

Zwanghaftes Bohren und Zupfen an Nase und Lippen bis zum BlutenDelirium und Unruhe bei hohem FieberGereiztheit und Weinerlichkeit bei KindernBenommenheit mit teilnahmsloser Miene

Das auffälligste Gemütszeichen ist zugleich eine körperliche Handlung: Die Repertorien führen im höchsten Grad das Bohren mit dem Finger in der Nase und das Zupfen an ihr auf. Der Kranke reibt und kratzt die wunden Stellen an Nase und Lippen unablässig weiter, obwohl es schmerzt und blutet; diese Bewegung wird in der Literatur als unwiderstehlich beschrieben. Im Fieber tritt ein Delirium hinzu, das ebenfalls im höchsten Grad verzeichnet ist: Der Kranke ist benommen, murmelt vor sich hin und ist schwer zu erreichen. Bei Kindern beschreibt die Materia medica Reizbarkeit, Weinerlichkeit und Widerwillen gegen Berührung im Gesicht. Ein breit ausgearbeitetes Gemütsbild abseits der fieberhaften Zustände liegt nicht vor.

Ängste: Ängstliche Unruhe im Fieber, Furcht vor Berührung der wunden Stellen

Leitsymptome

Scharfer, wundmachender Schnupfen mit wässriger oder gelber Absonderung, die Nasenlöcher und Oberlippe wund werden lässt; die Nase ist zugleich verstopft
Zwanghaftes Bohren in der Nase und Zupfen an ihr, bis sie blutet; Nasenbluten morgens
Tief eingerissene, blutende Lippen und Risse in den Mundwinkeln; brennendes Roheitsgefühl von Zunge, Gaumen und Mundschleimhaut, die Zunge rissig mit aufgerichteten, leuchtend roten Papillen
Heiserkeit bis zum Stimmverlust, ausdrücklich durch Sprechen verschlimmert; tiefe Stimme, Schleim in der Luftröhre
Halsschmerz beim Schlucken bis zur Unmöglichkeit zu schlucken; Flüssigkeiten laufen bei Lähmung des Gaumens durch die Nase zurück
Schwellung der Ohrspeicheldrüse, der Unterkieferdrüsen und der Halsdrüsen mit reichlichem Speichelfluss; anhaltend hohes Fieber mit brennenden Schmerzen innerlich und äußerlich
Verschlechterung
  • Sprechen und Singen, besonders bei Heiserkeit
  • Morgens, vor allem der Schnupfen und der Gaumenschmerz
  • Kalte, nasse Winde und Zugluft
  • Sonne und Einhüllen des Kopfes bei Kopfschmerz
  • Berührung der wunden Stellen
  • Liegen; Atemnot beim Einschlafen
Verbesserung
  • Feuchte, milde Luft
  • Ruhe der Stimme
  • Warme Getränke in kleinen Mengen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Widerwillen gegen feste Speisen, weil das Schlucken schmerzt
  • In der Literatur darüber hinaus nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei scharfem, wundmachendem Schnupfen mit exkoriierter Oberlippe aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Heiserkeit von Rednern und Sängern, die sich durch Sprechen verschlimmertBei fieberhaften Halsentzündungen mit Drüsenschwellung und erschwertem Schlucken verzeichnetBei eingerissenen, blutenden Lippen und Rhagaden der Mundwinkel genanntIn der Literatur bei Scharlach und grippalen Zuständen mit brennender Wundheit der Schleimhäute beschriebenBei Heuschnupfen mit scharfer Absonderung aufgeführt

Abgrenzung

Arsenicum album, in der Datenbank als verwandtes Mittel geführt, teilt die scharfen, wundmachenden Absonderungen und das Brennen, verlangt aber Wärme, zeigt nächtliche Unruhe und Durst auf kleine Schlucke. Mercurius corrosivus teilt die wunde, blutende Schleimhaut und den Speichelfluss, mit ausgeprägtem Tenesmus und übelriechendem Atem. Allium cepa hat ebenfalls den scharfen Nasenfluss mit wunder Oberlippe, dabei aber mildes Augentränen und deutliche Besserung im Freien. Für Arum triphyllum spricht die Verbindung von zwanghaftem Bohren an der wunden Nase, blutenden Lippenrissen und sprechbedingter Heiserkeit.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumMercurius corrosivusAllium cepaNitricum acidumBelladonnaPhytolacca

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.