Artemisia vulgaris, der Beifuß, ist in der Materia medica das klassische Krampfmittel der Kinder. Beschrieben werden plötzlich einsetzende Anfälle ohne Vorzeichen, häufig nach einem Schreck, oft in rascher Folge und nicht selten so, dass die eine Körperseite krampft, während die andere schlaff liegt. Begleitend stehen Schlafwandeln, Erregbarkeit und ein Zusammenhang der Beschwerden mit dem weiblichen Zyklus.
Konstitution
Gemütsbild
Beschwerden nach SchreckErregung, die dem Anfall vorausgehtReizbarkeit und mürrische VerstimmungSchlafwandelnZwanghaftes Anleger fremder Dinge (in den Repertorien als Kleptomanie geführt)Nervöse Ruhelosigkeit
Das Gemütsbild ist durchgehend im mittleren Grad verzeichnet und eng an das Nervensystem gebunden. Im Zentrum steht der Schreck: Beschwerden nach Schreck sind mehrfach aufgeführt, ebenso die Verschlimmerung durch Schreck. Vor einem Anfall wird ausdrücklich eine Erregung beschrieben, die als Vorbote gelten kann. Im Alltag zeigen sich Reizbarkeit, mürrische Verstimmung und eine nervöse Ruhelosigkeit. Zwei Rubriken weisen über den Tageszustand hinaus: das Schlafwandeln und der zwanghafte Drang, fremde Dinge an sich zu nehmen. Beides ordnet die Literatur derselben nervlichen Übererregbarkeit zu, in der sich Willkür und Unwillkürliches vermischen.
Ängste: Nachwirkungen eines erlittenen Schrecks, Ängstliche Unruhe vor den Anfällen
Leitsymptome
- Schreck und heftige Gemütsbewegung
- Nachts
- Anblick farbiger Lichter, auch beim Hinsehen
- Im Zusammenhang mit der Regel
- Aufregung und Überreizung
- Ruhe und reizarme Umgebung
- Schlaf, wenn er ungestört bleibt
- In den vorliegenden Rubriken sind Besserungen nur schwach ausgewiesen
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Krampfanfällen von Kindern im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Beschwerden nach SchreckBei unwillkürlichen zuckenden Bewegungen (Chorea) im höchsten Grad verzeichnetBei einseitigen Krämpfen mit Lähmung der Gegenseite genanntBei Schlafwandeln aufgeführtBei Harnverhaltung von Kindern und bei unregelmäßiger, spärlicher Regel verzeichnet
Abgrenzung
Cicuta virosa teilt die heftigen Krämpfe, zeigt aber das kennzeichnende Rückwärtsbiegen des Körpers und die verzerrten Bewegungen mit anschließender Erschöpfung. Cina steht bei Kinderkrämpfen mit Wurmbeschwerden, Nasenbohren und launischem Verlangen, das sofort wieder abgelehnt wird. Opium und Ignatia teilen die Folgen nach Schreck; Opium mit Betäubung und Schreckstarre, Ignatia mit widersprüchlichen Symptomen und dem Kloßgefühl. Für Artemisia vulgaris spricht das plötzliche Einsetzen ohne Vorzeichen, die Häufung der Anfälle und das Nebeneinander von Krampf auf der einen und Lähmung auf der anderen Seite.
Verwandte Mittel
Cicuta virosaCinaOpiumIgnatiaBufo ranaCuprum metallicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.