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Materia medica · Nr. 323

Artemisia vulgaris

Art-v.

In 209 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Artemisia vulgaris, der Beifuß, ist in der Materia medica das klassische Krampfmittel der Kinder. Beschrieben werden plötzlich einsetzende Anfälle ohne Vorzeichen, häufig nach einem Schreck, oft in rascher Folge und nicht selten so, dass die eine Körperseite krampft, während die andere schlaff liegt. Begleitend stehen Schlafwandeln, Erregbarkeit und ein Zusammenhang der Beschwerden mit dem weiblichen Zyklus.

Konstitution

KörperbauBeschrieben sind vor allem Kinder und Jugendliche, häufig zart und nervlich empfindlich; ein eigener Körperbautypus wird nicht hervorgehoben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken verzeichnen Erregung, Reizbarkeit, mürrische Verstimmung und eine nervöse Unruhe. Charakteristisch ist die Erregung, die dem Anfall vorausgeht. Die Literatur beschreibt Menschen, die auf Schreck und Aufregung mit dem ganzen Nervensystem antworten, dabei nach außen still oder verschlossen bleiben können.

Gemütsbild

Beschwerden nach SchreckErregung, die dem Anfall vorausgehtReizbarkeit und mürrische VerstimmungSchlafwandelnZwanghaftes Anleger fremder Dinge (in den Repertorien als Kleptomanie geführt)Nervöse Ruhelosigkeit

Das Gemütsbild ist durchgehend im mittleren Grad verzeichnet und eng an das Nervensystem gebunden. Im Zentrum steht der Schreck: Beschwerden nach Schreck sind mehrfach aufgeführt, ebenso die Verschlimmerung durch Schreck. Vor einem Anfall wird ausdrücklich eine Erregung beschrieben, die als Vorbote gelten kann. Im Alltag zeigen sich Reizbarkeit, mürrische Verstimmung und eine nervöse Ruhelosigkeit. Zwei Rubriken weisen über den Tageszustand hinaus: das Schlafwandeln und der zwanghafte Drang, fremde Dinge an sich zu nehmen. Beides ordnet die Literatur derselben nervlichen Übererregbarkeit zu, in der sich Willkür und Unwillkürliches vermischen.

Ängste: Nachwirkungen eines erlittenen Schrecks, Ängstliche Unruhe vor den Anfällen

Leitsymptome

Krampfanfälle bei Kindern im höchsten Grad verzeichnet, ebenso unwillkürliche zuckende Bewegungen (Chorea)
Anfälle, die plötzlich und ohne Vorzeichen einsetzen; verzeichnet sind auch Anfälle nach Schreck und nächtliche Anfälle
Einseitige Krämpfe, während die Gegenseite gelähmt daliegt; verzeichnet ist die rechte Seite krampfend, die linke gelähmt
Starrer Blick, halb geöffnete Augen, einwärts gerichtetes Schielen während des Anfalls
Zungenbiss mit Krampf der Zunge, Schaum vor dem Mund, Zähneknirschen, rasselnde Atmung
Harnverhaltung bei Kindern
Unregelmäßige, spärliche Regel; Schwindel beim Anblick farbiger Lichter
Reichlicher Schweiß; in den Repertorien elektrisierende Stöße durch den Körper verzeichnet
Verschlechterung
  • Schreck und heftige Gemütsbewegung
  • Nachts
  • Anblick farbiger Lichter, auch beim Hinsehen
  • Im Zusammenhang mit der Regel
  • Aufregung und Überreizung
Verbesserung
  • Ruhe und reizarme Umgebung
  • Schlaf, wenn er ungestört bleibt
  • In den vorliegenden Rubriken sind Besserungen nur schwach ausgewiesen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Krampfanfällen von Kindern im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Beschwerden nach SchreckBei unwillkürlichen zuckenden Bewegungen (Chorea) im höchsten Grad verzeichnetBei einseitigen Krämpfen mit Lähmung der Gegenseite genanntBei Schlafwandeln aufgeführtBei Harnverhaltung von Kindern und bei unregelmäßiger, spärlicher Regel verzeichnet

Abgrenzung

Cicuta virosa teilt die heftigen Krämpfe, zeigt aber das kennzeichnende Rückwärtsbiegen des Körpers und die verzerrten Bewegungen mit anschließender Erschöpfung. Cina steht bei Kinderkrämpfen mit Wurmbeschwerden, Nasenbohren und launischem Verlangen, das sofort wieder abgelehnt wird. Opium und Ignatia teilen die Folgen nach Schreck; Opium mit Betäubung und Schreckstarre, Ignatia mit widersprüchlichen Symptomen und dem Kloßgefühl. Für Artemisia vulgaris spricht das plötzliche Einsetzen ohne Vorzeichen, die Häufung der Anfälle und das Nebeneinander von Krampf auf der einen und Lähmung auf der anderen Seite.

Verwandte Mittel

Cicuta virosaCinaOpiumIgnatiaBufo ranaCuprum metallicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.