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Materia medica · Nr. 29

Apomorphinum hydrochloricum

Apom.

In 18 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Apomorphinum hydrochloricum ist das salzsaure Apomorphin, ein aus Morphin gewonnenes Derivat, das in der Medizin wegen seiner stark brechenerregenden Wirkung bekannt wurde. Sein homöopathisches Bild ist entsprechend eng: Übelkeit und Erbrechen stehen mit den höchsten Graden im Mittelpunkt. Kennzeichnend ist ein Erbrechen, das plötzlich und fast ohne vorausgehende Übelkeit einsetzt.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Das Mittel wird nach dem Zustand und nicht nach dem Konstitutionsbild gewählt; ein eigener Körpertyp ist nicht überliefert.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin Temperament im eigentlichen Sinn ist nicht überliefert. Beschrieben wird ein Zustand von Blässe, Schwäche und Hinfälligkeit, wie er das anhaltende Erbrechen begleitet. Die Rubriken nennen daneben Zustände nach Missbrauch von Opium und Alkohol, was auf die Herkunft der Substanz und ihren früheren Einsatz in der Entzugsbehandlung verweist.

Gemütsbild

Zustände bei Trunksucht, in den Gemütsrubriken verzeichnetBeschwerden nach Missbrauch von OpiumEkel und Widerwillen als vorherrschende EmpfindungKein breit ausgearbeitetes Gemütsbild überliefert

Das Gemütsbild von Apomorphinum hydrochloricum ist schmal und eng an die Wirkung der Substanz gebunden. Die Rubriken verzeichnen die Trunksucht sowie Zustände nach Missbrauch von Opium — Apomorphin wurde historisch in der Entwöhnungsbehandlung eingesetzt, was seinen Weg in die Repertorien erklärt. Der beherrschende Zug ist weniger seelischer als leiblicher Art: ein tiefer Ekel, ein Widerwille, der den ganzen Menschen erfasst und sich als Übelkeit äußert. Weitere seelische Züge sind in der Literatur nicht näher beschrieben; die Mittelwahl stützt sich auf die Art des Erbrechens.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine eigenen Angstrubriken verzeichnet

Leitsymptome

Erbrechen, in den Rubriken mit dem höchsten Grad geführt
Übelkeit und Würgen mit ausgeprägtem Ekelgefühl, ebenfalls hoch graduiert
Erbrechen, das aus dem Gehirn ausgelöst wird, in den Rubriken eigens verzeichnet
Erbrechen geronnener Milch
Übelkeit bei Seekrankheit und Reisen zur See
Erbrechen während der Schwangerschaft
Verschlechterung
  • Bewegung des Kopfes und Schaukeln, etwa bei Seegang
  • Aufrichten aus liegender Stellung
  • Nach dem Genuss von Milch
  • Gerüche von Speisen
Verbesserung
  • Ruhiges, flaches Liegen
  • Frische, kühle Luft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken kein Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • Ausgeprägter Widerwille gegen Speisen, in den Rubriken als Ekel geführt
  • Milch, die geronnen wieder erbrochen wird

In Repertorien häufig zugeordnet

Erbrechen und Übelkeit, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtErbrechen ohne vorausgehende Übelkeit, aus zentraler UrsacheSeekrankheit und ReiseübelkeitErbrechen in der SchwangerschaftZustände nach Missbrauch von Opium oder Alkohol

Abgrenzung

Ipecacuanha ist das bekannteste Brechmittel der Materia medica, dort jedoch mit anhaltender, quälender Übelkeit, die durch das Erbrechen nicht nachlässt, und mit reiner Zunge. Bei Apomorphinum steht umgekehrt das plötzliche Erbrechen ohne viel Übelkeit im Vordergrund, häufig aus zentraler, vom Gehirn ausgehender Ursache. Cocculus indicus wird bei Reisekrankheit mit Schwindel genannt, Tabacum bei Seekrankheit mit Todesblässe und kaltem Schweiß, Symphoricarpus racemosus beim Schwangerschaftserbrechen.

Verwandte Mittel

IpecacuanhaCocculus indicusTabacumSymphoricarpus racemosusOpium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.