HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 593

Antipyrinum

Antip.

Auch: Antipyrin.

In 36 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Antipyrinum ist der erste synthetisch hergestellte fiebersenkende Arzneistoff aus dem späten 19. Jahrhundert und gelangte über die damals häufig beobachteten Unverträglichkeitsreaktionen in die homöopathische Materia medica. Das Bild ist entsprechend geprägt: Hautausschläge aller Art, besonders Nesselausschlag und Erythem, dazu ein heftiger Stirnkopfschmerz - die am höchsten bewertete Angabe des Mittels.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionsbild im engeren Sinne ist nicht ausgearbeitet. Das Mittel wird über den Zustand erschlossen: über die überschießende Reaktion der Haut und über die Kreislaufschwäche.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegt allein eine Angabe zu geistiger Verwirrtheit vor. Ein Temperamentsbild ist daraus nicht abzuleiten. Die Literatur beschreibt das Mittel überwiegend über Haut, Kopf und Kreislauf; die Gemütsangabe steht in diesem Zusammenhang für die schweren Reaktionsformen.

Gemütsbild

Geistige Verwirrtheit als einzige verzeichnete GemütsangabeKeine weiteren Gemütsrubriken im DatenbestandDas Mittel wird über Haut, Kopf und Kreislauf erschlossen

Die Gemütsangaben zu Antipyrinum beschränken sich im vorliegenden Datenbestand auf einen Eintrag zu geistiger Verwirrtheit. Ein durchgezeichnetes Gemütsbild liegt nicht vor und wird hier nicht konstruiert. Das Mittel ist über die Beobachtung von Unverträglichkeitsreaktionen in die Arzneilehre gelangt, nicht über eine planmäßige Arzneimittelprüfung am Gesunden; das erklärt, warum das Bild so einseitig auf Haut, Kopf und Kreislauf zugeschnitten ist. Wer es erwägt, arbeitet über den Hautbefund und den kennzeichnenden Stirnkopfschmerz. Für ein ausgearbeitetes Gemütsbild bei überschießenden Hautreaktionen verweist die Literatur üblicherweise auf Apis mellifica oder Rhus toxicodendron.

Ängste: Keine Ängste im Repertorium verzeichnet, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Beschwerden des inneren Kopfes mit Betonung der Stirn - die mit Abstand höchstbewertete Angabe des Mittels
Hautausschläge in großer Vielfalt: Milchschorf ist am stärksten gewichtet, daneben Nesselausschlag, knotige und rosige Formen des Erythems
Ausschläge, die Masern, Röteln oder Scharlach ähneln
Dicker, gelber Nasenausfluss; Nasenkatarrh; Nasenbluten
Herzschwäche bis zur Lähmung des Herzens; unregelmäßige, ungleiche Atmung
Wunder Halsschmerz; Zahnschmerz; nächtliches Einnässen mit krampfhaftem Charakter
Verschlechterung
  • Im vorliegenden Datenbestand keine Verschlechterungen ausdrücklich verzeichnet
  • Die Literatur beschreibt das Auftreten der Hautreaktionen im zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme der Ausgangssubstanz
Verbesserung
  • Im vorliegenden Datenbestand keine Besserungen verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Speiseverlangen im Repertorium verzeichnet
Abneigung
  • Keine Speiseabneigungen im Repertorium verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Nesselausschlag und ErythemMilchschorfAusschläge, die Masern, Röteln oder Scharlach ähnelnHeftiger StirnkopfschmerzÜberempfindlichkeitsreaktionen, klinisch als Allergie geführtDicker gelber Nasenausfluss mit NasenkatarrhKreislaufschwäche mit unregelmäßiger Atmung

Abgrenzung

Apis mellifica ist bei Quaddeln, Schwellung und rasch auftretenden Hautreaktionen das führende Mittel und unterscheidet sich durch die brennend-stechenden Schmerzen und die deutliche Besserung durch Kälte. Urtica urens zeigt den Nesselausschlag mit heftigem Brennen und Jucken. Rhus toxicodendron wird bei bläschenbildenden, brennend juckenden Ausschlägen mit Besserung durch Bewegung verglichen. Innerhalb der Gruppe der synthetischen Arzneistoffe steht Acidum salicylicum in ähnlicher Weise für Reaktionen auf einen früh gebräuchlichen Fiebermittelstoff.

Verwandte Mittel

Apis mellificaUrtica urensRhus toxicodendronAcidum salicylicumBelladonna

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.