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Materia medica · Nr. 590

Anthrokokali

Anthro.

In 60 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Anthrokokali, auch Anthrakokali geschrieben, ist eine im 19. Jahrhundert hergestellte Verbindung aus Steinkohle und Kalilauge, die eigens für Hautleiden gebräuchlich war. Die Repertorien führen sie fast ausschließlich bei hartnäckigen Ausschlägen: Ekzem, Grindflechte, Krätze, Pusteln, Nesselausschlag und Geschwüren. Kennzeichnend sind daneben reichliche, klebrige Nachtschweiße und Geschwüre in der Nase.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben. Die Anwendung wird dem skrofulösen und sykotischen Konstitutionsbild mit langwierigen Hautleiden zugeordnet.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZu Gemüt und Wesensart liegen in den Rubriken keine Angaben vor. Das Mittel wird nach den Hautzeichen, den Schweißen und dem Zustand von Nase und Mund gewählt.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken sind keine Gemütssymptome verzeichnetDas Mittel wird nach körperlichen Zeichen bestimmt

Zu Anthrokokali liegen keine Gemütsrubriken vor. Das Präparat stammt aus einer Zeit, in der Zubereitungen gezielt für Hautleiden zusammengestellt und über äußere Beobachtungen beurteilt wurden; eine systematische Arzneimittelprüfung mit Gemütssymptomen ist nicht überliefert. Ein seelisches Bild lässt sich daraus nicht ableiten und wird hier nicht ergänzt. Wer das Mittel erwägt, stützt sich auf die Beschaffenheit des Ausschlags, auf die nächtlichen Schweiße und auf die begleitenden Zeichen an Nase, Mund und Harnwegen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet, In der klassischen Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Hartnäckige Hautausschläge: Ekzem, Grindflechte, Krätze, Flechte, Pusteln und Nesselausschlag
Juckende, knotige Pusteln
Rissige Haut, Einrisse in den Nasenlöchern
Geschwüre, auch in der Nase, in den Rubriken hervorgehoben
Reichlicher, lang anhaltender Nachtschweiß, abends klebrig
Trockener Mund mit schmutzig belegter Zunge, scharfer oder übler Geschmack
Häufiger Harndrang, Jucken an der Harnröhrenmündung
Häufige und schmerzhafte Erektionen
Verschlechterung
  • Abends und nachts, mit Schweiß
  • Wärme, für das Hautjucken
  • In den vorliegenden Rubriken sind die Modalitäten nur spärlich verzeichnet
Verbesserung
  • Kühle Luft für die juckende Haut
  • Ruhe
  • In den vorliegenden Rubriken sind kaum Besserungen eigens verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseabneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Langwierige Hautausschläge wie Ekzem, Grindflechte und Krätze, in Repertorien aufgeführtPustulöse Ausschläge mit JuckenGeschwüre, auch an der NaseRissige Haut und Einrisse in den NasenlöchernReichliche NachtschweißeGichtische und rheumatische Beschwerden, in den Rubriken als klinische Zuordnung geführt

Abgrenzung

Sulphur ist bei juckenden, brennenden Ausschlägen mit Verschlimmerung durch Wärme das ungleich besser geprüfte Mittel und wird meist zuerst erwogen. Graphites steht bei nässenden, honigartig verkrusteten Ausschlägen und Rissen im Vordergrund, Petroleum bei tiefen, blutenden Einrissen mit Verschlimmerung im Winter. Für Krätze und pustulöse Ausschläge werden Psorinum und Mezereum genannt. Anthrokokali ist ein historisches, schmal überliefertes Hautmittel, das heute selten herangezogen wird; die verzeichneten Ausschlagsformen und die reichlichen Nachtschweiße sind seine kennzeichnenden Merkmale.

Verwandte Mittel

SulphurGraphitesPetroleumMezereumPsorinumKalium carbonicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.