Anthrokokali, auch Anthrakokali geschrieben, ist eine im 19. Jahrhundert hergestellte Verbindung aus Steinkohle und Kalilauge, die eigens für Hautleiden gebräuchlich war. Die Repertorien führen sie fast ausschließlich bei hartnäckigen Ausschlägen: Ekzem, Grindflechte, Krätze, Pusteln, Nesselausschlag und Geschwüren. Kennzeichnend sind daneben reichliche, klebrige Nachtschweiße und Geschwüre in der Nase.
Konstitution
Gemütsbild
In den vorliegenden Rubriken sind keine Gemütssymptome verzeichnetDas Mittel wird nach körperlichen Zeichen bestimmt
Zu Anthrokokali liegen keine Gemütsrubriken vor. Das Präparat stammt aus einer Zeit, in der Zubereitungen gezielt für Hautleiden zusammengestellt und über äußere Beobachtungen beurteilt wurden; eine systematische Arzneimittelprüfung mit Gemütssymptomen ist nicht überliefert. Ein seelisches Bild lässt sich daraus nicht ableiten und wird hier nicht ergänzt. Wer das Mittel erwägt, stützt sich auf die Beschaffenheit des Ausschlags, auf die nächtlichen Schweiße und auf die begleitenden Zeichen an Nase, Mund und Harnwegen.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet, In der klassischen Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Abends und nachts, mit Schweiß
- Wärme, für das Hautjucken
- In den vorliegenden Rubriken sind die Modalitäten nur spärlich verzeichnet
- Kühle Luft für die juckende Haut
- Ruhe
- In den vorliegenden Rubriken sind kaum Besserungen eigens verzeichnet
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken keine Speiseverlangen verzeichnet
- In den vorliegenden Rubriken keine Speiseabneigungen verzeichnet
In Repertorien häufig zugeordnet
Langwierige Hautausschläge wie Ekzem, Grindflechte und Krätze, in Repertorien aufgeführtPustulöse Ausschläge mit JuckenGeschwüre, auch an der NaseRissige Haut und Einrisse in den NasenlöchernReichliche NachtschweißeGichtische und rheumatische Beschwerden, in den Rubriken als klinische Zuordnung geführt
Abgrenzung
Sulphur ist bei juckenden, brennenden Ausschlägen mit Verschlimmerung durch Wärme das ungleich besser geprüfte Mittel und wird meist zuerst erwogen. Graphites steht bei nässenden, honigartig verkrusteten Ausschlägen und Rissen im Vordergrund, Petroleum bei tiefen, blutenden Einrissen mit Verschlimmerung im Winter. Für Krätze und pustulöse Ausschläge werden Psorinum und Mezereum genannt. Anthrokokali ist ein historisches, schmal überliefertes Hautmittel, das heute selten herangezogen wird; die verzeichneten Ausschlagsformen und die reichlichen Nachtschweiße sind seine kennzeichnenden Merkmale.
Verwandte Mittel
SulphurGraphitesPetroleumMezereumPsorinumKalium carbonicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.