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Materia medica · Nr. 586

Anthoxanthum odoratum

Antho.

In 7 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Anthoxanthum odoratum, das Ruchgras, ist ein heimisches Süßgras, das Heu und Wiesen ihren typischen Duft gibt - Grundlage dafür ist sein Cumaringehalt. Als Arzneimittel steht es ganz im Zusammenhang mit dem Heuschnupfen: die Literatur führt es bei jährlich wiederkehrendem Fließschnupfen zur Gräserblüte. Daneben ist als einzige Gemütsangabe ein Mangel an Antrieb verzeichnet.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionstyp ist nicht beschrieben. Das Mittel ist über einen saisonal wiederkehrenden Reizzustand der Schleimhäute charakterisiert.
Thermalitätwechselnd
TemperamentÜberliefert ist ein Zustand von Antriebsarmut: Die Betroffenen bringen während der Beschwerdezeit wenig Unternehmungslust auf. Ob dies zum Mittel gehört oder Ausdruck der zermürbenden Schnupfenzeit ist, lässt die schmale Datenlage offen.

Gemütsbild

Mangel an Antrieb und UnternehmungslustAbgeschlagenheit während der BeschwerdezeitKein weiter ausgearbeitetes Gemütsbild

Das Gemütskapitel des Mittels besteht aus einer einzigen Angabe: fehlender Ehrgeiz, also ein Mangel an Antrieb und Vorhaben. Passend dazu beschreibt die Literatur eine allgemeine Abgeschlagenheit in der Zeit des Heuschnupfens, wenn Niesreiz, tränende Augen und verstopfte Nase Schlaf und Konzentration stören. Mehr ist über das seelische Bild nicht bekannt, denn Anthoxanthum wurde nie umfassend geprüft und ist im Wesentlichen über seinen botanischen und klinischen Zusammenhang in die Materia medica gelangt. Eine weitergehende Ausdeutung unterbleibt daher.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Jährlich zur gleichen Zeit wiederkehrender Fließschnupfen - das Kennzeichen des Mittels
Anfallsweiser Niesreiz mit wässriger Absonderung aus der Nase
Kribbeln und Jucken in Nase und Gaumen
Reizung der Augen mit Tränenfluss
Allgemeine Abgeschlagenheit während der Blütezeit der Gräser
Verschlechterung
  • Aufenthalt auf Wiesen, in der Nähe von Heu und blühenden Gräsern
  • Trockene, warme und windige Witterung mit hohem Pollenflug
Verbesserung
  • Geschlossene Räume und regnerisches Wetter
  • Kühle Anwendungen an Augen und Nase

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine charakteristischen Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Jährlich wiederkehrender Fließschnupfen zur GräserblüteNiesreiz mit wässriger NasenabsonderungReizung der Augenbindehaut mit TränenflussAllergische Reaktionslage der oberen AtemwegeAntriebsarmut während der Beschwerdezeit

Abgrenzung

Bei jahreszeitlich gebundenem Fließschnupfen sind die ausgearbeiteten Mittel voranzustellen: Allium cepa mit wundmachendem Nasenwasser und mildem Tränenfluss, Euphrasia officinalis mit umgekehrter Kombination aus mildem Schnupfen und scharfem Tränen, Sabadilla mit heftigen Niesanfällen und Sinapis nigra oder Arundo mauritanica mit Jucken in Gaumen und Nase. Anthoxanthum odoratum steht daneben als kleines, botanisch naheliegendes Mittel aus der Gruppe der Gräser, verwandt mit Lolium und Arundo. Da eine Prüfung fehlt, sollte es nur erwogen werden, wenn der Zusammenhang mit Heu und Gräsern besonders deutlich ist.

Verwandte Mittel

Allium cepaEuphrasia officinalisSabadillaArundo mauritanicaSinapis nigra

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.