Antimonium tartaricum, der homöopathisch aufbereitete Brechweinstein, ist in der klassischen Materia medica das große Schleimmittel der Atemwege. Die Repertorien führen es in höchstem Grad bei rasselnder Atmung, bei der reichlich Schleim in Luftröhre und Bronchien hörbar ist, ohne dass er abgehustet werden kann. Der typische Zustand verbindet diese lose Rasselatmung mit großer Schwäche, blassem, eingefallenem Gesicht, bläulichen Lippen und kaltem Schweiß.
Konstitution
Gemütsbild
Erschöpfung mit Verdruss und Abwehr gegen jede Zuwendungkörperliche Überreizbarkeit bei nachlassender KraftAngst, die in der Herzgegend empfunden wirdBenommenheit und Schläfrigkeit zwischen den Hustenanfällen
Die Materia medica beschreibt bei Antimonium tartaricum einen Menschen, der jede Berührung und Untersuchung ablehnt und ärgerlich wird, wenn man ihn ansieht oder anspricht. Kinder wollen nicht angefasst werden und weinen, sobald man sich nähert – gleichzeitig verlangen sie getragen zu werden, wenn die Atemnot stärker wird. Die Repertorien führen ausdrücklich, dass die Angst in der Herzgegend empfunden wird, sowie Bewusstlosigkeit zwischen den Hustenanfällen. Zwischen den Attacken herrscht große Schläfrigkeit und Benommenheit. Insgesamt zeichnet die Literatur einen Zustand, in dem die Kraft zum Klagen ebenso fehlt wie die Kraft zum Abhusten.
Ängste: Angst, die als Beklemmung in der Herzgegend erlebt wird, Erstickungsangst während der Hustenanfälle, Furcht vor Berührung und Annäherung
Leitsymptome
- abends und nachts
- Husten und beim Husten
- Liegen, besonders flaches Liegen
- warmes Zimmer und feuchte Wärme
- gegen 15 Uhr (Frost)
- Milch und saure Speisen, wie die Literatur nennt
- Sitzen und aufrechte Haltung
- Aufstoßen und Abgang von Schleim
- kühle, frische Luft
- Getragenwerden bei Kindern
- Ruhe nach dem Anfall
Verlangen und Abneigungen
- Saures und Obst, wie die klassische Literatur beschreibt
- kalte Getränke in kleinen Mengen
- Äpfel
- Milch, die in der Literatur ausdrücklich als schlecht vertragen genannt wird
- Speisen allgemein bei ausgeprägter Übelkeit
- ausgeprägte Durstlosigkeit trotz trockener Zunge (Grad 3)
In Repertorien häufig zugeordnet
Bronchitis mit reichlicher Schleimbildung und rasselnder AtmungLungenentzündung mit Benommenheit, in den Repertorien mit höchstem Grad geführtLungenemphysem und Katarrh der AtemwegeKeuchhusten mit Erbrechen beim HustenÜbelkeit und Erbrechen mit Durstlosigkeitpustulöse Hautausschläge, klassisch zugeordnet
Abgrenzung
Ipecacuanha teilt Übelkeit und rasselnden Husten, dort ist die Zunge jedoch sauber und der Erstickungsanfall steht ganz im Vordergrund, während Antimonium tartaricum die Schwäche und das lose Rasseln zeigt. Carbo vegetabilis hat ebenfalls Kollaps mit Blaufärbung, verlangt aber ausdrücklich gefächelte Luft und zeigt starke Blähungen. Arsenicum album ähnelt in Schwäche und Atemnot, ist dabei jedoch ruhelos, ängstlich und durch Wärme sowie kleine Schlucke warmes Wasser gebessert.
Verwandte Mittel
IpecacuanhaAmmonium carbonicumKalium sulphuricumLobelia inflataOpiumCarbo vegetabilis
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.