Antimonium crudum ist der homöopathisch aufbereitete Grauspießglanz (Antimonsulfid) und verbindet in der klassischen Materia medica Magenbeschwerden nach Überessen mit hornigen Wucherungen der Haut. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Verschlimmerung nach Überessen, bei hornigen Warzen und Hühneraugen sowie bei der Abneigung, angefasst zu werden. Das bekannteste Kennzeichen ist die dick weiß belegte Zunge.
Konstitution
Gemütsbild
Abneigung gegen Berührung und Angeschautwerdenmürrische Reizbarkeit und Widerspruchsgeistsentimentale, schwärmerische Stimmung, besonders bei MondscheinLebensüberdruss und Widerwille gegen das Leben
Das Gemütsbild ist ungewöhnlich zusammengesetzt. Auf der einen Seite steht die schroffe Zurückweisung jeder Annäherung: Die Rubriken Will nicht angefaßt werden und Reizbarkeit sind im höchsten Grad geführt; Kinder werden als weinerlich und abweisend beschrieben, sobald man sie beachtet. Auf der anderen Seite führen die Repertorien die Rubrik Sentimentale Stimmung, besonders bei Mondschein, ebenfalls im höchsten Grad – eine schwärmerische, verliebte oder wehmütige Verfassung im Mondlicht, die zu den bekanntesten Eigenheiten des Mittels gehört. Die Rubrik Abscheu vor dem Leben ist ebenfalls hochgradig vertreten und zeigt die Schwere dieser Zustände. Insgesamt beschreibt die Literatur einen Menschen, dessen Empfindsamkeit sich hinter Verdrossenheit verbirgt.
Ängste: Lebensüberdruss und Abscheu vor dem Leben (Rubrik Grad 3), Beklemmung während der Magenbeschwerden, Empfindlichkeit gegenüber Nähe, verbunden mit Rückzug
Leitsymptome
- Überessen und schwere Speisen
- Baden, Waschen, feuchte Umschläge
- Hitze, Sonne und Erhitztwerden
- abends
- Licht, auch Feuerschein und Tageslicht
- saure Speisen und Wein
- frische Luft und Ruhe
- Dunkelheit
- Gehen im Freien bessert den Kopfschmerz
- Wärme an den betroffenen Stellen bei rheumatischen Beschwerden
Verlangen und Abneigungen
- saure Speisen, Essiggurken und Eingelegtes, wie es die klassische Materia medica beschreibt
- Verlangen nach kräftig gesalzenen Speisen wird ebenfalls genannt
- Ekel vor Nahrung bei bestehender Übelkeit (Rubrik Übelkeit Ekel vor Nahrung, Grad 3)
- Übelkeit nach Brot; Brot und schwere Speisen werden schlecht vertragen (Rubrik Grad 3)
In Repertorien häufig zugeordnet
Magenverstimmung nach reichlichem Essen mit belegter Zungehornige Warzen, Hühneraugen und verdickte Hornhautkrustige, eitrige Hautausschläge im GesichtRisse in Mundwinkeln und NasenlöchernDurchfall im Wechsel mit Verstopfung, besonders nach ÜberhitzungKopfschmerz infolge von Magenbeschwerden oder Sonneneinwirkung
Abgrenzung
Pulsatilla teilt die Verschlimmerung durch fette Speisen, zeigt jedoch Weinerlichkeit mit Verlangen nach Trost und Besserung im Freien, während Antimonium crudum Berührung und Zuwendung zurückweist. Ipecacuanha hat ebenfalls Übelkeit mit Erbrechen, dort jedoch bei sauberer Zunge – ein wichtiger Unterschied zum dicken weißen Belag. Sulphur teilt die Hautbeteiligung und die Abneigung gegen Baden, hat aber Brennen und Morgendurchfall im Vordergrund.
Verwandte Mittel
PulsatillaIpecacuanhaSulphurNux vomicaCalcium carbonicumThuja occidentalis
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.