Anhalonium lewinii ist der Peyote-Kaktus, in Mexiko seit Jahrhunderten als Rauschmittel gebräuchlich. In der Homöopathie steht das Mittel für Zustände, in denen die Wahrnehmung von der Wirklichkeit abrückt: Trugbilder, ungewöhnlich lebhafte Farberscheinungen und ein verschwommenes Zeitgefühl, dazu Unentschlossenheit und Mangel an Selbstvertrauen. Der Rubrikenbestand ist mit 21 Eintragungen klein, doch das Gemütskapitel ist für ein kleines Mittel auffallend gut besetzt.
Konstitution
Gemütsbild
Mangel an Selbstvertrauen bis zur SelbstherabsetzungUnentschlossenheit und ZögernTrugbilder, Sinnestäuschungen, lebhafte innere BilderGeistige Erschöpfung mit Gedächtnisschwäche
Das Gemütskapitel trägt bei Anhalonium lewinii das Mittelbild. Zwei Züge stehen nebeneinander. Der eine ist die Unsicherheit: Betroffene trauen sich selbst wenig zu, setzen sich innerlich herab und können sich nicht entscheiden; das Zögern ist eigens verzeichnet. Der andere ist die veränderte Wahrnehmung. Das Repertorium führt Delirium, Wahnideen sowie Sinnestäuschungen und Trugbilder - Zustände, in denen innere Bilder die Kraft äußerer Eindrücke annehmen. Aus der Substanzkenntnis ist bekannt, dass dabei besonders Farberscheinungen im Vordergrund stehen; das Repertorium führt dies gesondert unter dem Sehen. Verbunden sind beide Züge durch eine tiefe Erschöpfung des Geistes mit Gedächtnisschwäche, die auch unter den Allgemeinsymptomen als nervöse Schwäche verzeichnet ist.
Ängste: Unsicherheit und Zweifel an der eigenen Person, Beunruhigung durch die veränderte Wahrnehmung, Benannte Einzelängste sind im Repertorium nicht eigens verzeichnet
Leitsymptome
- Im Repertorium sind keine Modalitäten verzeichnet
- Die Literatur nennt geistige Anstrengung und Reizüberflutung als ungünstig
- Im Repertorium sind keine Modalitäten verzeichnet
- In der Literatur nicht näher beschrieben
Verlangen und Abneigungen
- Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Keine kennzeichnenden Speiseabneigungen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Zustände mit Trugbildern und SinnestäuschungenFarbwahrnehmungsstörungen und SehveränderungenNervöse Erschöpfung mit GedächtnisschwächeUnentschlossenheit und Mangel an SelbstvertrauenKopfschmerzLähmungszustände
Abgrenzung
Anhalonium lewinii steht neben den anderen Mitteln mit veränderter Wahrnehmung, unterscheidet sich aber im Grundton. Cannabis indica zeigt die Zeitdehnung und das Gefühl, sich selbst von außen zu betrachten, meist mit Heiterkeit und Rededrang. Agaricus muscarius bringt Zuckungen, Kribbeln und Frostgefühl mit den Trugbildern. Belladonna hat die heftigen, schreckhaften Bilder im Fieber. Stramonium zeigt die grellen Schreckensbilder mit Furcht vor Dunkelheit. Anhalonium ist von diesen durch die Verbindung von Farberscheinungen mit Selbstzweifel und geistiger Erschöpfung geschieden.
Verwandte Mittel
Cannabis indicaAgaricus muscariusStramoniumBelladonnaPhosphoricum acidum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.