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Materia medica · Nr. 571

Anhalonium lewinii

Anh.

In 21 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Anhalonium lewinii ist der Peyote-Kaktus, in Mexiko seit Jahrhunderten als Rauschmittel gebräuchlich. In der Homöopathie steht das Mittel für Zustände, in denen die Wahrnehmung von der Wirklichkeit abrückt: Trugbilder, ungewöhnlich lebhafte Farberscheinungen und ein verschwommenes Zeitgefühl, dazu Unentschlossenheit und Mangel an Selbstvertrauen. Der Rubrikenbestand ist mit 21 Eintragungen klein, doch das Gemütskapitel ist für ein kleines Mittel auffallend gut besetzt.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine kennzeichnenden Angaben vor. Die Literatur beschreibt Anhalonium nicht über einen Körpertyp, sondern über einen Zustand nervöser Erschöpfung, in dem die Grenze zwischen innerem Bild und äußerer Wahrnehmung durchlässig wird.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird ein unsicherer, zaudernder Mensch, der sich selbst gering achtet und Entscheidungen vor sich herschiebt. Das Denken ist verlangsamt, das Gedächtnis lässt nach, und die geistige Kraft ist erschöpft. In diesen Zustand hinein treten die eigentümlichen Wahrnehmungsveränderungen, die dem Mittel seinen Ruf gegeben haben.

Gemütsbild

Mangel an Selbstvertrauen bis zur SelbstherabsetzungUnentschlossenheit und ZögernTrugbilder, Sinnestäuschungen, lebhafte innere BilderGeistige Erschöpfung mit Gedächtnisschwäche

Das Gemütskapitel trägt bei Anhalonium lewinii das Mittelbild. Zwei Züge stehen nebeneinander. Der eine ist die Unsicherheit: Betroffene trauen sich selbst wenig zu, setzen sich innerlich herab und können sich nicht entscheiden; das Zögern ist eigens verzeichnet. Der andere ist die veränderte Wahrnehmung. Das Repertorium führt Delirium, Wahnideen sowie Sinnestäuschungen und Trugbilder - Zustände, in denen innere Bilder die Kraft äußerer Eindrücke annehmen. Aus der Substanzkenntnis ist bekannt, dass dabei besonders Farberscheinungen im Vordergrund stehen; das Repertorium führt dies gesondert unter dem Sehen. Verbunden sind beide Züge durch eine tiefe Erschöpfung des Geistes mit Gedächtnisschwäche, die auch unter den Allgemeinsymptomen als nervöse Schwäche verzeichnet ist.

Ängste: Unsicherheit und Zweifel an der eigenen Person, Beunruhigung durch die veränderte Wahrnehmung, Benannte Einzelängste sind im Repertorium nicht eigens verzeichnet

Leitsymptome

Farberscheinungen und Veränderungen des Sehens - das kennzeichnendste körperliche Zeichen
Kopfschmerz
Nervöse Schwäche, im Repertorium als Neurasthenie geführt
Gedächtnisschwäche und Erschöpfung des Geistes
Lähmungszustände, eigens für die untere Körperhälfte verzeichnet
Allergische Reaktionszustände
Verschlechterung
  • Im Repertorium sind keine Modalitäten verzeichnet
  • Die Literatur nennt geistige Anstrengung und Reizüberflutung als ungünstig
Verbesserung
  • Im Repertorium sind keine Modalitäten verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine kennzeichnenden Speiseabneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Zustände mit Trugbildern und SinnestäuschungenFarbwahrnehmungsstörungen und SehveränderungenNervöse Erschöpfung mit GedächtnisschwächeUnentschlossenheit und Mangel an SelbstvertrauenKopfschmerzLähmungszustände

Abgrenzung

Anhalonium lewinii steht neben den anderen Mitteln mit veränderter Wahrnehmung, unterscheidet sich aber im Grundton. Cannabis indica zeigt die Zeitdehnung und das Gefühl, sich selbst von außen zu betrachten, meist mit Heiterkeit und Rededrang. Agaricus muscarius bringt Zuckungen, Kribbeln und Frostgefühl mit den Trugbildern. Belladonna hat die heftigen, schreckhaften Bilder im Fieber. Stramonium zeigt die grellen Schreckensbilder mit Furcht vor Dunkelheit. Anhalonium ist von diesen durch die Verbindung von Farberscheinungen mit Selbstzweifel und geistiger Erschöpfung geschieden.

Verwandte Mittel

Cannabis indicaAgaricus muscariusStramoniumBelladonnaPhosphoricum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.