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Materia medica · Nr. 570

Angophora lanceolata

Ango.

In 12 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Angophora lanceolata ist ein australischer Myrtengewächsbaum aus der Verwandtschaft der Eukalypten, der ein stark zusammenziehendes rotes Harz (Kino) liefert. Aus dieser gerbstoffreichen Wirkung erklärt sich die Stellung des Mittels in der Materia medica: Es wird bei Durchfallerkrankungen mit Ruhrcharakter genannt, daneben auch bei träger Verdauung mit Verstopfung. Ein zweiter Schwerpunkt liegt bei eitrigen Ohrentzündungen.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert; das Mittel wird über den Darm- und Ohrbefund bestimmt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen keine Repertoriumsrubriken vor, und die Literatur beschreibt kein Gemütsbild. Angophora gilt als örtlich wirkendes Mittel der australischen Myrtengewächse, nicht als Konstitutionsmittel.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken im Repertorium verzeichnetErschöpfung bei anhaltendem DurchfallUnruhe durch schmerzhaften Ohrdruck

Das Mittel ist ausschließlich über körperliche Rubriken erfasst; ein Gemütsbild fehlt. Was sich über die Verfassung sagen lässt, ergibt sich aus dem Zustand: Ein ruhrartiger Durchfall mit häufigem Drang zehrt an den Kräften und macht matt, und eine eitrige Ohrentzündung stört Schlaf und Ruhe. Diese Züge gehören zur Erkrankung, nicht zu einem Charakterbild des Mittels. In der klassischen Materia medica ist Angophora lanceolata nur mit wenigen Zeilen vertreten; ausführlichere Angaben liegen nicht vor.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Ruhrartiger Durchfall mit häufigem Stuhldrang - der Leitzug des Mittels, aus der zusammenziehenden Harzwirkung abgeleitet
Anhaltende Darmbeschwerden mit Wechsel zur Verstopfung
Eitrige Absonderung aus dem Ohr
Entzündung des Ohres, ausdrücklich im Inneren des Ohres
Mittelohrentzündung mit Druck und Schmerz
Entzündliche Zustände allgemein, wie sie die klinischen Rubriken ausweisen
Verschlechterung
  • Nach dem Essen und nach schwer verdaulicher Kost, wegen der Darmbeschwerden
  • Feuchte Kälte, wie sie bei Ohrentzündungen üblicherweise angegeben wird
Verbesserung
  • Wärme am Ohr
  • Ruhe und leichte Kost

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei ruhrartigem Durchfall aufgeführtBei Verstopfung genanntBei eitriger Absonderung aus dem Ohr verzeichnetBei Entzündung des inneren Ohres und Mittelohrentzündung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu entzündlichen Zuständen der Schleimhäute

Abgrenzung

Eucalyptus globulus stammt aus derselben Pflanzenfamilie und ist bei Schleimhautentzündungen mit reichlicher, übelriechender Absonderung besser ausgearbeitet. Bei ruhrartigem Durchfall stehen Mercurius solubilis mit dauerndem, unbefriedigendem Drang, Colocynthis mit krampfartigen Bauchschmerzen und Aloe im Vordergrund. Für eitrige Ohrentzündungen sind Pulsatilla, Hepar sulfuris und Silicea die geläufigen Vergleichsmittel. Angophora lanceolata bleibt ein kleines Mittel, dessen Kennzeichen die Verbindung von Darm- und Ohrbeschwerden ist.

Verwandte Mittel

Eucalyptus globulusMercurius solubilisAloePulsatillaHepar sulfuris calcareum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.