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Materia medica · Nr. 320

Anantherum muricatum

Anan.

In 959 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Anantherum muricatum wird aus der Wurzel des indischen Vetivergrases bereitet, das als Duftwurzel bekannt ist. In der homöopathischen Literatur steht das Mittel für chronische, krustige Hautausschläge und Geschwüre, für Warzenbildungen im Sinne der sykotischen Belastung und für eine auffällig gesteigerte geschlechtliche Erregung. Es gilt als kleines, wenig geprüftes Mittel; die Materia medica stellt es neben Thuja, Staphisagria und Mercurius.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht überliefert; beschrieben werden Menschen mit chronischen Haut- und Nagelveränderungen und sykotischer Belastung.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken führen Mangel an Selbstvertrauen sowie ein Verlangen zu reisen auf. Beschrieben wird eine unsichere, mit sich unzufriedene Verfassung, die zugleich von starker geschlechtlicher Erregung getrieben wird; das ergibt einen inneren Widerspruch zwischen Rückzug und Drang.

Gemütsbild

Mangel an Selbstvertrauen und UnsicherheitVerlangen zu reisen, Bedürfnis fortzugehenStarke geschlechtliche Erregung mit Neigung zur SelbstbefriedigungScham und Rückzug im Gefolge der Hautveränderungen

Das Gemütsbild ist bei Anantherum nur in Umrissen überliefert. In den Rubriken ausgewiesen sind der Mangel an Selbstvertrauen und ein Verlangen zu reisen. Kennzeichnend ist die Spannung zwischen diesem geringen Selbstwertgefühl und einem im höchsten hier vorliegenden Grad verzeichneten gesteigerten Geschlechtstrieb mit heftigen Erektionen und Neigung zur Selbstbefriedigung. Die Literatur beschreibt Menschen, die sich wegen der entstellenden Hautausschläge und Geschwüre zurückziehen und zugleich innerlich getrieben sind. Weitergehende seelische Zuschreibungen lassen sich aus der schmalen Datenlage nicht belegen.

Ängste: Unsicherheit im Auftreten, Zweifel an den eigenen Fähigkeiten, In den vorliegenden Rubriken nicht weiter ausgewiesen

Leitsymptome

Gesteigerter Geschlechtstrieb mit heftigen Erektionen und Neigung zur Selbstbefriedigung; in den Rubriken das am höchsten bewertete Zeichen
Krustige, borkige Hautausschläge im Gesicht mit roten Flecken; Bläschenausschlag im Gesicht
Rote Ausschläge der Haut sowie Ausschlag an den äußeren weiblichen Geschlechtsteilen
Geschwüre und Hautausschläge an den Füßen; aufgesprungene Hände; verformte Nägel
Ausfallen der Augenbrauen; Geschwüre in der Nase
Reißende Magenschmerzen; Zahnschmerz, der sich durch kalte Luft verschlimmert
Verschlechterung
  • Kalte Luft, besonders hinsichtlich der Zahnschmerzen
  • Kälte der eingeatmeten Luft in der Nase
  • Nachts, hinsichtlich der Hautbeschwerden
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei krustigen Hautausschlägen im Gesicht aufgeführtKlassisch zugeordnet zu sykotischen Zuständen mit Warzen- und GeschwürsbildungBei gesteigerter geschlechtlicher Erregung verzeichnetBei Geschwüren an Füßen und Nase genanntBei Nagelveränderungen und Ausfall der Augenbrauen in der Literatur beschrieben

Abgrenzung

Thuja occidentalis, in der Materia medica als verwandtes Mittel geführt, ist das große sykotische Mittel mit Warzen, fettiger Haut und dem Gefühl der inneren Zerbrechlichkeit; es ist weit besser geprüft und in den meisten Fällen zuerst zu prüfen. Staphisagria teilt die geschlechtliche Erregung mit Selbstbefriedigung, ist aber vom Thema der unterdrückten Kränkung bestimmt. Mercurius solubilis überschneidet sich bei Geschwüren und Hautausschlägen, zeigt jedoch Speichelfluss, üblen Mundgeruch und nächtliche Verschlimmerung. Anantherum ist ein kleines Mittel und bleibt vorrangig eine Ergänzung zu diesen dreien.

Verwandte Mittel

Thuja occidentalisStaphisagriaMercurius solubilisGraphitesSulphur

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.