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Materia medica · Nr. 545

Anacardium occidentale

Anac-oc.

In 26 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Anacardium occidentale, der Westindische Nierenbaum oder Cashewbaum, ist nicht mit dem viel bekannteren Anacardium orientale zu verwechseln, auch wenn beide zur selben Pflanzenfamilie gehören. Das Repertorium zeichnet ein überwiegend hautbezogenes Bild: brennendes Jucken, Rose im Gesicht, ringförmige herpetische Ausschläge und Warzen. Daneben stehen wenige Gemütsangaben zu Verwirrung und geistiger Schwäche. Mit 26 Rubriken bleibt das Mittel ein kleines und selten gebrauchtes.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben; kein festgelegter Konstitutionstyp überliefert.
Thermalitätwechselnd
TemperamentVerzeichnet ist eine Verwirrung des Geistes bis hin zu geistiger Schwäche. Die Quellen sprechen von Benommenheit und erschwertem Denken, nicht von einer ausgeprägten Charakterzeichnung. Ein Temperamentsbild im Sinne der großen Mittel liegt nicht vor.

Gemütsbild

Verwirrung und Benommenheitgeistige Schwäche, erschwertes Denkenkein ausgearbeitetes Gemütsbild überliefert

Die Gemütsrubriken beschränken sich auf Verwirrung des Geistes und auf geistige Schwäche. Beschrieben wird ein Zustand, in dem das Denken zäh und unklar wird und die Betroffenen sich schwer orientieren. Weiterführende Angaben zu Stimmung, Ängsten oder Wahnvorstellungen liegen nicht vor. Es ist wichtig, hier nicht das ausführlich ausgearbeitete Bild von Anacardium orientale zu übertragen — die innere Zerrissenheit, die zwei Stimmen und die Fluchsucht gehören zum orientalischen Verwandten, nicht zu dieser Art.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine eigenständigen Angstrubriken in der Datenbasis vorhanden

Leitsymptome

Brennendes Jucken der Haut mit Neigung zu Bläschen — der Milchsaft der Pflanze reizt die Haut ähnlich wie Gifteiche
Ringförmige, herpetische Ausschläge (Herpes circinatus)
Rose (Erysipel), besonders im Gesicht, mit Schwellung und Brennen
Warzen
Brennende Gesichtsschmerzen mit Schwellung
In der klassischen Literatur als Gegenmittel bei Hautreizung durch Rhus-Arten aufgeführt
Verschlechterung
  • durch Berührung und Reibung der betroffenen Hautstellen
  • durch Wärme, die das Brennen verstärkt
  • Weitere Verschlimmerungsmodalitäten sind nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • durch Kühle auf der Haut
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

juckende und brennende Hautausschlägeringförmige herpetische AusschlägeRose im GesichtWarzenHautreizung nach Kontakt mit Rhus-Arten (Gifteiche, Giftsumach)Hühneraugen an den Füßen

Abgrenzung

Der entscheidende Unterschied betrifft Anacardium orientale: Dieses ist ein großes, ausführlich geprüftes Gemütsmittel mit dem Bild der inneren Zweiheit und der Besserung durch Essen — Anacardium occidentale dagegen ist ein kleines Hautmittel. Von Rhus toxicodendron unterscheidet es sich dadurch, dass es in der Literatur gerade als Gegenmittel bei dessen Hautreizung geführt wird; Rhus toxicodendron zeigt zudem die charakteristische Besserung durch fortgesetzte Bewegung. Bei Rose im Gesicht sind Belladonna und Apis mellifica besser belegt.

Verwandte Mittel

Anacardium orientaleRhus toxicodendronBelladonnaApis mellificaCroton tiglium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.