Anacardium orientale, die ostindische Elefantenlaus, ist in der klassischen Materia medica das Mittel der inneren Zerrissenheit. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Neigung zum Fluchen, bei Grausamkeit, Hass und Eigensinn – zugleich bei Mangel an Selbstvertrauen und Konzentrationsschwäche. Kennzeichnend ist die deutliche Besserung aller Beschwerden während des Essens.
Konstitution
Gemütsbild
innere Zerrissenheit zwischen zwei entgegengesetzten AntriebenNeigung zum Fluchen, Härte und GefühlskälteMangel an Selbstvertrauen und KonzentrationsschwächeAbneigung gegen Gesellschaft, RückzugGedächtnisschwäche, morgens besonders ausgeprägt
Die klassische Materia medica beschreibt Anacardium als Mittel des zwiespältigen Willens: Man erlebt zwei einander widersprechende Antriebe, einen zum Guten und einen zum Bösen. Die Repertorien bilden die harte Seite deutlich ab – Fluchen, Grausamkeit und Hass stehen im höchsten Grad, ebenso Eigensinn und Zorn. Die andere Seite zeigt sich in den ebenfalls hochgradigen Rubriken Mangel an Selbstvertrauen, Konzentration fällt schwer und Vergesslichkeit, morgens schlechter: Es fehlt das Zutrauen in die eigene Leistung, Prüfungen und Anforderungen bereiten Not. Die Literatur beschreibt zudem das Gefühl, wie von einer Wolke oder einem Schleier von der Wirklichkeit getrennt zu sein, sowie Empfindungen des Eingeschnürtseins durch ein Band oder einen Pfropf. Insgesamt entsteht das Bild eines Menschen unter großem innerem Druck.
Ängste: Angst mit ausgeprägter Furcht (Rubrik Angst mit Furcht, Grad 3), Prüfungsangst und Versagensangst, wie sie die Literatur beschreibt, Furcht vor der eigenen Gewalttätigkeit und vor dem Verlust der Selbstkontrolle
Leitsymptome
- ein bis zwei Stunden nach dem Essen
- geistige Anstrengung und Prüfungssituationen
- kalte Luft und Frost im Freien
- Reiben und Berührung der Hautstellen
- Rückwärtsbeugen, Liegen auf der Seite
- Sprechen
- während des Essens – ein durchgängiges Kennzeichen
- Wärme und warmes Baden
- heiße Anwendungen auf die schmerzende Stelle
- Ruhe und liegende Haltung
Verlangen und Abneigungen
- Milch wird in der klassischen Materia medica als Verlangen genannt und bessert die Magenbeschwerden
- Verlangen zu essen, sobald Beschwerden auftreten, da das Essen erleichtert
- Fleisch wird in der Literatur als Abneigung genannt
- zu weiteren Abneigungen liegen in den vorliegenden Rubriken keine hochgradigen Angaben vor
In Repertorien häufig zugeordnet
Zustände von Anspannung mit Konzentrations- und GedächtnisschwächeMagenbeschwerden mit Besserung während des Essensjuckende Hautausschläge an Händen und FingernKopfschmerzen mit Empfindung eines Bandes um den KopfVerstopfung mit vergeblichem StuhldrangErschöpfung nach anhaltender geistiger Beanspruchung
Abgrenzung
Lycopodium teilt Prüfungsangst und Mangel an Selbstvertrauen, zeigt jedoch Blähungen, Nachmittagsverschlimmerung und Besserung durch warme Getränke statt der Besserung während des Essens. Nux vomica hat ebenfalls Reizbarkeit und Magenbeschwerden, dort mit Verschlimmerung nach dem Essen und Überempfindlichkeit gegen Sinneseindrücke. Von Chelidonium unterscheidet es sich durch das Fehlen des Leberbezugs und die ausgeprägte Gemütszerrissenheit.
Verwandte Mittel
LycopodiumNux vomicaPlatinum metallicumRhus toxicodendronSiliceaStaphisagria
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.