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Materia medica · Nr. 534

Ampelopsis quinquefolia

Ampe-qu.

In 9 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ampelopsis quinquefolia, die Wilde Rebe oder Jungfernrebe (Virginia Creeper), ist ein nordamerikanisches Weinrebengewächs. Die ältere Literatur beschreibt nach Genuss der Beeren ein Bild von heftigem Erbrechen mit Durchfall und drohendem Kollaps, das damals der Cholera nahegestellt wurde. Daneben führen die Repertorien Wasseransammlungen im Gewebe, Heiserkeit und Flüssigkeitsansammlung im Hodensack.

Konstitution

KörperbauKein eigener Körpertyp beschrieben. Die Quellen ordnen das Mittel über den akuten Verlauf und einzelne Lokalbefunde ein, nicht über eine Konstitution.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Angaben vor. Die Datenbasis verzeichnet keine Gemütsrubriken. Beschrieben wird lediglich der Zustand im akuten Verlauf: Betroffene sind matt, kaltschweißig und teilnahmslos, wie es schwere Flüssigkeitsverluste mit sich bringen.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertTeilnahmslosigkeit und Mattigkeit im akuten VerlaufEinordnung erfolgt über den körperlichen Befund

Für Ampelopsis quinquefolia sind keine Gemütsrubriken verzeichnet. Das Bild des Mittels stammt aus beobachteten Vergiftungen nach dem Verzehr der Beeren, bei denen heftiges Erbrechen, wässriger Durchfall und rascher Kräfteverfall im Vordergrund standen. Was sich beschreiben lässt, ist die Verfassung im Zusammenbruch: matt, kühl, wenig ansprechbar. Ein Gemüts- oder Konstitutionsbild im Sinne der geprüften Mittel ist in der Literatur nicht näher beschrieben. Schwere Durchfallerkrankungen mit Flüssigkeitsverlust erfordern ärztliche Behandlung.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Heftiges Erbrechen mit wässrigem Durchfall und raschem Kräfteverfall, in den Quellen der Cholera zugeordnet
Kühle Haut, kalter Schweiß und Zusammenbruch des Kreislaufs im akuten Verlauf
Wasseransammlungen im Gewebe, in den Quellen als Wassersucht geführt
Flüssigkeitsansammlung im Hodensack (Hydrozele)
Heiserkeit mit rauer, belegter Stimme
Insgesamt schmaler Symptomenbestand ohne umfassende Arzneimittelprüfung
Verschlechterung
  • Nach dem Trinken, mit erneutem Erbrechen im akuten Verlauf
  • Kälte
Verbesserung
  • Ruhe und äußere Wärme
  • Weitere gesicherte Modalitäten sind nicht überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine charakteristischen Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Heftiges Erbrechen mit wässrigem DurchfallSchwächezustände mit kalter Haut nach FlüssigkeitsverlustWasseransammlungen im GewebeFlüssigkeitsansammlung im HodensackHeiserkeit

Abgrenzung

Veratrum album ist das klassische Mittel des Bildes mit gleichzeitigem Erbrechen und Durchfall, kaltem Stirnschweiß und eisiger Kälte; Camphora steht bei plötzlichem Zusammenbruch mit eisiger Haut und dem Bedürfnis, unbedeckt zu liegen. Cuprum metallicum tritt hinzu, wenn Krämpfe das Bild beherrschen. Ampelopsis quinquefolia steht neben diesen mit deutlich schmalerer Bezeugung; unterscheidend sind allenfalls die zusätzlich verzeichneten Wasseransammlungen und die Hydrozele. Apis mellifica und Apocynum cannabinum sind bei Wassersucht die weit häufiger geführten Mittel.

Verwandte Mittel

Veratrum albumCamphoraCuprum metallicumApis mellificaApocynum cannabinum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.