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Materia medica · Nr. 506

Ammonium valerianicum

Am-val.

In 2 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ammonium valerianicum, das Ammoniumsalz der Baldriansäure, verbindet die Ammoniumreihe mit dem Baldrian und wurde im 19. Jahrhundert vor allem bei nervösen und hysterischen Zuständen verwendet. In der homöopathischen Materia medica ist es ein kleines Mittel; Clarke führt es unter den Ammoniumsalzen. Die vorliegenden Repertoriumsangaben verweisen ausschließlich auf Herz und Kreislauf, dort auf Erkrankungen der Herzklappen.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Für die Ammoniumsalze insgesamt beschreibt die Literatur eher fülligere, aufgeschwemmte Menschen mit geringer Ausdauer; für Ammonium valerianicum ist dies nicht gesondert bestätigt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentFür Ammonium valerianicum selbst ist kein Temperamentsbild überliefert. Aus der Herkunft der beiden Bestandteile ergibt sich der historische Bezug zu nervöser Reizbarkeit und wechselhafter Erregung, wie sie die alte Literatur unter dem Begriff der Hysterie zusammenfasste; die Repertorien bilden davon nichts ab.

Gemütsbild

Kein geprüftes Gemütsbild in den Repertorien verzeichnetHistorischer Bezug zu nervöser Erregbarkeit über den BaldriananteilZuordnung in den vorliegenden Rubriken ausschließlich körperlich

In den Repertorien ist Ammonium valerianicum nicht mit Gemütsrubriken vertreten; beide vorliegenden Einträge betreffen Herz und Kreislauf. Die ältere Literatur ordnete das Salz dem Feld der nervösen Zustände zu, was sich aus dem Baldriananteil erklärt: Valeriana officinalis und die Valerianate galten als Mittel bei wechselnder, sprunghafter Erregung, Gefühl von Schweben und nervösem Herzklopfen. Für Ammonium valerianicum liegt dazu jedoch keine eigene Prüfung vor, und das Repertorium stützt diese Zuordnung nicht. Die Angaben zum Gemüt sind daher als Herkunftshinweis zu lesen und nicht als geprüftes Arzneibild.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, Für die Valerianate allgemein beschrieben: ängstliche Unruhe mit Herzklopfen

Leitsymptome

In den Repertorien dem Kapitel Herz und Kreislauf zugeordnet; dies ist die einzige Organzuordnung des Mittels
Ausdrücklich verzeichnet sind Erkrankungen der Herzklappen
Ein charakteristischer Schmerz-, Rhythmus- oder Modalitätenbefund am Herzen ist nicht überliefert
Weitere Organsymptome, etwa an Atemwegen oder Schleimhäuten, wie sie für andere Ammoniumsalze beschrieben sind, fehlen hier
Verschlechterung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien unter Herz und Kreislauf aufgeführtAusdrücklich bei Erkrankungen der Herzklappen verzeichnetHistorisch den nervösen Herzbeschwerden zugeordnetDarüber hinaus keine gesicherten Anwendungsgebiete überliefert

Abgrenzung

Bei Klappenveränderungen des Herzens sind die ausgearbeiteten Mittel deutlich besser beschrieben. Spigelia anthelmia zeigt den heftigen, ausstrahlenden Herzschmerz mit sichtbarem Herzstoß und Verschlimmerung durch Bewegung, Cactus grandiflorus das kennzeichnende Gefühl der eisernen Klammer um das Herz, Naja tripudians die Herzschwäche mit Beklemmung und Angst, Digitalis purpurea den verlangsamten, aussetzenden Puls mit dem Gefühl, das Herz stünde still. Ammonium valerianicum trägt keines dieser Merkmale und ist im Repertorium nur durch die klinische Zuordnung vertreten. Von Valeriana officinalis unterscheidet es sich dadurch, dass dort das nervöse Bild mit wechselnden, sprunghaften Beschwerden ausgearbeitet vorliegt.

Verwandte Mittel

Valeriana officinalisAmmonium carbonicumSpigelia anthelmiaCactus grandiflorusNaja tripudiansDigitalis purpurea

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.