Ammonium bromatum, das Ammoniumbromid, ist ein Mittel mit deutlichem Schwerpunkt an Kehlkopf und Atemwegen. Kennzeichnend ist ein trockener, kitzelnder Nachthusten, der plötzlich einsetzt, und eine Heiserkeit, die sich beim Sprechen und Singen verschlimmert. Auf der Gemütsseite fallen der Rückzug vor fremden Menschen und das Verwechseln von Wörtern beim Sprechen auf; dazu kommt ein ausgeprägtes Verlangen nach Wein.
Konstitution
Gemütsbild
Abneigung gegen Gesellschaft, besonders gegen FremdeFehler beim Sprechen, Gebrauch falscher WörterGehemmtheit und Unsicherheit im AusdruckTrägheit und leichte Ermüdbarkeit
Das Gemütsbild von Ammonium bromatum wird von zwei Zügen bestimmt, die beide hoch bewertet sind. Der erste ist der Rückzug: Die Anwesenheit fremder Menschen wird als Belastung empfunden, man zieht sich lieber zurück. Der zweite betrifft die Sprache - beim Sprechen werden falsche Wörter benutzt, Begriffe verwechselt, der Satz gerät ins Stocken. Beides zusammen ergibt das Bild eines Menschen, der sich sprachlich nicht sicher genug fühlt, um sich unter Unbekannten zu bewegen. Bezeichnend ist, dass sich diese Unsicherheit auch körperlich in der Stimme zeigt: Heiserkeit, die durch Anstrengung der Stimme schlimmer wird. Ein weiteres eigenständiges Merkmal ist das ausgesprochene Verlangen nach Wein.
Ängste: Unbehagen und Beklemmung in Gegenwart fremder Menschen, Unsicherheit vor dem Sprechen in der Gruppe
Leitsymptome
- Nachts - Husten und Schmerzen
- Abends - plötzlicher Hustenanfall
- Anstrengung der Stimme
- Linke Körperseite
- Morgens - brennendes Gefühl im Mund
- Aufsetzen und ruhiges Atmen beim nächtlichen Husten
- Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben
Verlangen und Abneigungen
- Ausgeprägtes Verlangen nach Wein - eine der kennzeichnendsten Angaben des Mittels
- Keine charakteristische Speiseabneigung überliefert
In Repertorien häufig zugeordnet
Chronischer Kehlkopfkatarrh mit HeiserkeitTrockener Nachthusten mit KitzelreizKopfschmerz mit Bandgefühl um den KopfSchnupfen, der sich auf die Atemwege senktSkrofulöse Augenleiden mit fadenziehendem SchleimSprachliche Unsicherheit mit Wortverwechslungen
Abgrenzung
Argentum nitricum teilt die Erwartungsangst und das Stocken vor anderen, zeigt aber die typische Eile, das Verlangen nach Süßem und die Angst an hohen Orten. Conium maculatum steht bei Verhärtungen und bei der Abneigung gegen Gesellschaft nahe, ohne den kennzeichnenden nächtlichen Kitzelhusten. Kalium bichromicum ähnelt durch den zähen, fadenziehenden Schleim, hat aber die umschriebenen, punktuell zeigbaren Schmerzen. Innerhalb der Ammonium-Reihe unterscheidet sich Ammonium carbonicum durch die ausgeprägte Erschöpfung und den Lufthunger.
Verwandte Mittel
Argentum nitricumConium maculatumKalium bichromicumHyoscyamus nigerAmmonium carbonicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.