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Materia medica · Nr. 16

Alumen

Alumn.

In 1.599 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Alumen, der Kalialaun, ist ein stark zusammenziehendes Mineral, und genau dieser Zug prägt sein Arzneibild: Trockenheit, Verhärtung und Erschlaffung von Schleimhäuten und Muskulatur. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei hartnäckiger Verstopfung mit hartem, knolligem Stuhl ohne jeden Drang, bei zähem, fadenziehendem Auswurf und bei Mandelentzündung mit Vereiterung auf. Kennzeichnend ist die Verbindung von Trockenheit und Lähmigkeit der Gewebe.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden häufig ältere, geschwächte Menschen mit erschlafften Geweben und Neigung zu Krampfadern; ein bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDas Gemütskapitel ist nur schwach besetzt; ausgewiesen sind nächtliche Angst, Unschlüssigkeit und eine Abneigung gegen alles. Beschrieben wird eine gleichgültige, wenig antriebsstarke Verfassung, die zu den erschlafften Geweben passt. Ein eigenständiges seelisches Bild ist nicht überliefert.

Gemütsbild

Nächtliche AngstUnentschlossenheit und UnschlüssigkeitAbneigung gegen alles, mit AntriebslosigkeitKein ausgearbeitetes chronisches Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesen

Zu Alumen liegen im Gemütskapitel nur wenige Rubriken vor. Verzeichnet sind Angst in der Nacht, Unschlüssigkeit und eine allgemeine Abneigung gegen alles, also ein Zustand ohne Antrieb und ohne innere Beteiligung. Die klassische Literatur beschreibt dazu Menschen, deren geistige Regsamkeit ebenso nachgelassen hat wie die Spannkraft ihrer Gewebe; Verwandtschaft besteht insofern zu Alumina, das dieses Bild deutlich ausführlicher zeichnet. Was über diese wenigen Angaben hinausgeht, ist für Alumen nicht belastbar beschrieben. Das Mittel wird in der Praxis überwiegend nach den körperlichen Symptomen von Trockenheit, Verhärtung und Erschlaffung bestimmt.

Ängste: Angst in der Nacht, Darüber hinaus in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

Leitsymptome

Hartnäckige Verstopfung mit hartem, in kleinen Kugeln oder wie Schafkot geformtem Stuhl; kein Stuhldrang, das Rektum bleibt untätig und trocken
Zäher, fadenziehender, eiweißartiger und klebriger Auswurf, der schwer zu lösen ist
Wiederkehrende Mandelentzündung mit Schwellung, Vereiterung und verlängertem Gaumenzäpfchen; Schlucken fester Speisen erschwert
Stimmverlust und Kehlkopfkatarrh mit dem Gefühl von Staub im Kehlkopf; trockener Husten abends im Bett
Trockener, harter Nasenschnupfen mit Krustenbildung
Erschlaffte, verhärtete Gewebe: Krampfadern, auch am inneren Hals, schwammiges Zahnfleisch, Geschwüre an den äußeren Geschlechtsteilen
Verschlechterung
  • Im Sommer
  • Abends und im Bett, bezogen auf den Husten
  • Nach dem Stuhlgang, mit anhaltenden Afterschmerzen
  • Beim Schlucken fester Speisen
  • Beim Augenschließen, bezogen auf den Schwindel
Verbesserung
  • Durch Druck von außen auf den Kopf
  • Durch kalte Getränke, bezogen auf die Magenbeschwerden
  • Durch Zusammenkrümmen bei Magenschmerzen
  • Durch Druck auf den Magen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Obst
  • In der Literatur ist ein Verlangen nach unverdaulichen Dingen verzeichnet
Abneigung
  • Abneigung gegen alles, im Sinne allgemeiner Antriebslosigkeit
  • Darüber hinaus in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei hartnäckiger Verstopfung mit hartem, knolligem Stuhl und fehlendem Drang aufgeführtKlassisch zugeordnet zu chronischer Mandelentzündung mit Verhärtung und VereiterungBei Stimmverlust und Kehlkopfkatarrh mit zähem Auswurf verzeichnetBei trockenem, hartem Schnupfen mit Krustenbildung genanntIn der Literatur bei Krampfadern und erschlafften Geweben beschriebenBei chronischem, schleimigem Harnröhrenausfluss aufgeführt

Abgrenzung

Von Alumina, mit dem es die Trägheit des Mastdarms teilt, unterscheidet Alumen die stärkere Betonung von Verhärtung, Vereiterung und Krampfadern; bei Alumina steht die Trockenheit von Haut und Schleimhäuten sowie die Verwirrung der Identität im Vordergrund. Bryonia zeigt ebenfalls trockene Schleimhäute und harten Stuhl, jedoch mit ausgeprägtem Durst und Verschlimmerung durch jede Bewegung. Opium hat den völlig untätigen Mastdarm ohne Drang, ohne die Verhärtungstendenz. Für Alumen spricht die Verbindung von trockener Verstopfung, zähem Auswurf und chronischer Mandelbeteiligung.

Verwandte Mittel

AluminaBryoniaOpiumBaryta carbonicaKalium bichromicumSilicea

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.