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Materia medica · Nr. 14

Aloe socotrina

Aloe

In 4.003 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Aloe socotrina ist in den Repertorien eindeutig ein Mittel des Mastdarms und des unteren Bauches. Kennzeichnend sind eine ausgeprägte Unsicherheit des Afters: Der Patient traut dem Abgang von Blähungen nicht, weil dabei Stuhl mit abgeht. Dazu kommen ein schweres, volles Gefühl im Unterbauch, lautes Kollern und brennende Hämorrhoiden. Im Gemüt beschreibt die Literatur Missmut und eine deutliche Abneigung gegen geistige Arbeit.

Konstitution

KörperbauHäufig als träge und wenig bewegungsfreudig beschrieben. Die Literatur nennt Menschen mit sitzender Lebensweise, Neigung zu Blutstauungen im Unterleib und schlaffem Bindegewebe.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentMissmutig und unzufrieden, besonders bei trübem Wetter. Die Rubriken führen die Abneigung gegen geistige Arbeit mit hohem Grad. Der Zustand wechselt zwischen Mattigkeit und kurzen Phasen von Betriebsamkeit.

Gemütsbild

Abneigung gegen geistige ArbeitMissmut und UnzufriedenheitWechsel zwischen Mattigkeit und AktivitätTodesahnung

Die Rubriken nennen mit hohem Grad die Abneigung gegen geistige Arbeit, dazu Angst, die sich bei Anstrengung verschlimmert, und eine Todesahnung. Auffallend ist der in den Rubriken belegte Wechsel von Mattigkeit und Tatendrang. Die klassische Materia medica beschreibt einen mürrischen, mit sich und der Welt unzufriedenen Menschen, dessen Verstimmung sich bei trübem Wetter verstärkt und der zugleich über sein eigenes Verhalten unzufrieden ist. Ein tiefgehendes seelisches Themenfeld wie bei den großen Konstitutionsmitteln ist nicht ausgearbeitet; der Schwerpunkt des Mittels liegt eindeutig im Bereich von Bauch und Mastdarm. Das Gedächtnis wird dabei als auffallend gut beschrieben.

Ängste: Angst, die sich durch Anstrengung verschlimmert, Todesahnung

Leitsymptome

Unsicherheit des Afters: beim Abgang von Blähungen geht unbemerkt Stuhl mit ab — das bekannteste Kennzeichen des Mittels
Schweres, volles Gefühl im Unterbauch, wie von einem Gewicht, mit Auftreibung
Lautes Kollern und Gurgeln im Bauch, häufig unmittelbar vor dem Stuhlgang
Schneidende, kneifende Bauchschmerzen vor dem Stuhlgang, die den Patienten zur Toilette treiben
Durchfall unmittelbar nach dem Essen oder Trinken
Brennende, wie wunde Hämorrhoiden mit Hitzegefühl am After; klassisch wird Besserung durch kaltes Wasser beschrieben
Verschlechterung
  • Vor dem Stuhlgang und beim Abgang von Blähungen
  • Nach dem Essen und Trinken
  • Frühmorgens nach dem Erwachen
  • Hitze und warmes, trübes Wetter
Verbesserung
  • Nach dem Stuhlgang und nach Abgang von Blähungen
  • Kalte Umschläge, auch am Kopf
  • Kühle, frische Luft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach salzigen Speisen
  • In der Literatur wird zusätzlich Verlangen nach saftigem Obst genannt
Abneigung
  • Abneigung gegen geistige Arbeit
  • Bitteres Aufstoßen; speisebezogene Abneigungen sind in den Rubriken nicht ausgeprägt

In Repertorien häufig zugeordnet

Durchfall mit Unsicherheit des Afters, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtHämorrhoiden mit Brennen und WundheitsgefühlBlähungsbeschwerden mit Kollern und VöllegefühlKopfschmerzen, die mit Verdauungsbeschwerden abwechselnStauungsbeschwerden im Unterleib bei sitzender Lebensweise

Abgrenzung

Podophyllum zeigt ebenfalls morgendlichen, reichlichen Durchfall, dort jedoch mit ausgeprägter Erschöpfung nach dem Stuhl und ohne die typische Unsicherheit beim Abgang von Blähungen. Sulphur teilt den frühmorgendlichen Drang und die Hitze, verbindet sie aber mit Brennen an vielen Körperstellen und ausgeprägtem Hautbild. Von Natrium sulfuricum trennt die Betonung des Mastdarms gegenüber der Lebergegend und die fehlende Verschlimmerung bei feuchtem Wetter.

Verwandte Mittel

PodophyllumSulphurNatrium sulfuricumNux vomicaGratiola

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.