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Materia medica · Nr. 12

Allium cepa

All-c.

In 1.706 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Allium cepa, die Küchenzwiebel, ruft beim Schneiden genau jenes Bild hervor, das ihr in der Homöopathie zugeordnet wird: reichlicher, wundmachender Fließschnupfen bei gleichzeitig mildem Tränenfluss. Die Repertorien führen das Mittel besonders bei Katarrhen der Nase, der Augen und des Kehlkopfs auf, mit deutlicher Verschlimmerung im warmen Zimmer und Besserung an frischer, kühler Luft. Kennzeichnend ist außerdem ein rauer, schmerzhafter Kehlkopfhusten, bei dem der Kranke den Kehlkopf festhält.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; das Mittel wird überwiegend nach dem akuten Symptomenbild verordnet.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentEin eigenständiges Gemütsbild ist bei Allium cepa kaum ausgebildet; die vorliegenden Rubriken nennen im Gemütskapitel nichts Charakteristisches. Beschrieben wird die Verfassung eines akut Erkälteten, der durch Niesen, Brennen und Husten erschöpft und unruhig wird. Das Mittel gilt als vorwiegend akut wirkendes Katarrhmittel.

Gemütsbild

Kein eigenständiges chronisches Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesenUnruhe und Erschöpfung während des akuten KatarrhsFurcht vor der Zunahme der Schmerzen bei neuralgischen Beschwerden

Zu Allium cepa liegen im Gemütskapitel keine kennzeichnenden Rubriken vor. Das Mittel wird in der Materia medica fast ausschließlich über körperliche Symptome charakterisiert und in der Praxis nach dem akuten Katarrhbild verordnet. Die Literatur beschreibt allenfalls die Unruhe und Reizbarkeit eines Menschen, der durch anhaltendes Niesen, brennende Absonderungen und einen schmerzhaften Husten geschwächt ist. Bei den ebenfalls beschriebenen neuralgischen Schmerzen nach Verletzungen oder Amputationen wird eine Ängstlichkeit vor der Wiederkehr des Schmerzes genannt. Ein Konstitutionsbild im Sinne der großen Polychreste ist für dieses Mittel nicht überliefert.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Reichlicher, wässriger Fließschnupfen, der Nase und Oberlippe wund macht und brennt; Nasenbluten möglich
Milder, nicht wundmachender Tränenfluss bei geröteten, brennenden Augen; der Kranke muss reiben – die Umkehrung des Verhältnisses bei Euphrasia
Heiserkeit und rauer Kehlkopfhusten durch Kitzeln im Kehlkopf, so schmerzhaft, dass der Kranke beim Husten den Hals umfasst
Heuschnupfen, ausgelöst durch Blüten- und Blumengerüche, in den Repertorien im höchsten Grad verzeichnet
Kopfschmerz bei Schnupfen, abends und im warmen Zimmer schlimmer, im Freien besser
Neuralgische, feine, fadenförmige Schmerzen nach Verletzungen; Beschwerden der Leistengegend mit eingeklemmter Hernie in den Repertorien aufgeführt
Verschlechterung
  • Im warmen Zimmer
  • Abends
  • Durch kalte, feuchte Luft und kalten Wind
  • Beim Augenschließen, bezogen auf den Kopfschmerz
  • Im Frühjahr, zur Zeit der Blüte
Verbesserung
  • An frischer, kühler Luft
  • In kühler Umgebung
  • Durch Bewegung im Freien
  • Kalte Luft bessert die Gesichtsschmerzen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Literatur wird ein Verlangen nach Zwiebeln und rohen Speisen genannt
  • Durst, besonders abends
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Fließschnupfen mit wundmachender Absonderung und mildem Tränenfluss aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Heuschnupfen mit Niesen und AugenbrennenBei Kehlkopfentzündung, Heiserkeit und schmerzhaftem Reizhusten verzeichnetBei Kopfschmerz im Verlauf eines Schnupfens genanntIn der Literatur bei neuralgischen Schmerzen nach Verletzungen und Operationen beschriebenBei Beschwerden der Leistengegend in den Repertorien aufgeführt

Abgrenzung

Die wichtigste Abgrenzung betrifft Euphrasia: Dort ist die Träne scharf und wundmachend, die Nasenabsonderung dagegen mild – bei Allium cepa ist es genau umgekehrt. Sabadilla zeigt ebenfalls heftiges Niesen bei Heuschnupfen, aber mit Frostigkeit und Besserung durch warme Getränke. Arsenicum album hat brennende, wundmachende Absonderungen, ist jedoch ausgeprägt frostig und unruhig-ängstlich. Für Allium cepa spricht die deutliche Besserung an kühler, frischer Luft und die Verschlimmerung im warmen Zimmer.

Verwandte Mittel

EuphrasiaSabadillaArsenicum albumGelsemiumKalium jodatumNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.