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Materia medica · Nr. 456

Alcoholus sulphuris

Alco-s.

In 3.470 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Alcoholus sulphuris ist die ältere Bezeichnung für den Schwefelkohlenstoff, in der homöopathischen Literatur meist als Carboneum sulphuratum geführt. Beschrieben wird ein Bild von Taubheit und Gefühllosigkeit der Haut, brennenden Schmerzen, Heißhunger und großer Hinfälligkeit. Die zu diesem Eintrag vorliegenden Rubriken stammen aus einer englischsprachigen, grob gegliederten Quelle; das Porträt bleibt deshalb zurückhaltend.

Konstitution

KörperbauKlassisch beschrieben bei geschwächten, blassen Menschen mit Neigung zu Blutarmut (Bleichsucht) und zu wassersüchtigen Schwellungen.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen kaum Rubriken vor; verzeichnet ist Mattigkeit mit Neigung, sich hinzulegen. Die Literatur beschreibt eine dumpfe, teilnahmslose Verfassung mit Schwindel und nachlassendem Gedächtnis.

Gemütsbild

Mattigkeit und Neigung, sich hinzulegenBenommenheit, Schwindel, dumpfes DenkenWenig ausgeprägtes Gemütsbild in den vorliegenden Rubriken

Die vorliegenden Rubriken nennen für das Gemüt fast nur Mattigkeit und den Drang, sich hinzulegen, dazu Schwindel unter der Rubrik Verstand. Die klassische Literatur zum Schwefelkohlenstoff beschreibt eine dumpfe, gleichgültige Verfassung mit nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit und Erinnerungsschwäche, wie sie bei chronischer Einwirkung dieses Stoffes beobachtet wurde. Ein ausgearbeitetes seelisches Bild im Sinne der großen Polychreste liegt nicht vor; weitergehende Aussagen wären nicht belegbar.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Taubheit und Gefühllosigkeit der Haut, äußerlich und in einzelnen Körperteilen; Empfindung wie erfroren an den Gliedern
Brennende Schmerzen, auch innerlich empfunden, bei gleichzeitiger Spannung der Muskulatur mit dem Gefühl von Verhärtung
Heißhunger, teils übermäßig, bei gleichzeitiger Abneigung gegen Fleisch
Erschwertes Atmen, besonders nachts, mit dem Gefühl heißen Atems
Wassersüchtige Schwellungen; kleiner, schwacher Puls, allgemeine Hinfälligkeit bis zum Kollaps
Entzündung der Bindehaut mit Verklebung der Lider, morgens und nachts
Verschlechterung
  • Abends und nachts
  • Morgens
  • Während der Menses
  • Kälte
Verbesserung
  • Wärme
  • Hinlegen und Ruhe
  • In den vorliegenden Rubriken darüber hinaus nicht ausgewiesen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Heißhunger, teils als übermäßig beschrieben
  • Verlangen nach Wärme
Abneigung
  • Abneigung gegen Fleisch
  • Übler, fauliger Geschmack im Mund mit Widerwillen gegen Speisen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Taubheits- und Gefühllosigkeitszuständen der Haut aufgeführtKlassisch zugeordnet zu brennenden Schmerzen mit Kribbeln und AmeisenlaufenBei Blutarmut und allgemeiner Hinfälligkeit genanntBei wassersüchtigen Schwellungen verzeichnetBei Entzündung der Bindehaut und verklebten Lidern aufgeführt

Abgrenzung

Der Eintrag entspricht der älteren Bezeichnung für Carboneum sulphuratum; wer nach diesem Namen sucht, findet dort das ausführlichere Bild. Von Carbo vegetabilis, das ebenfalls Hinfälligkeit, Kälte und schwachen Puls zeigt, unterscheidet es die ausgeprägte Taubheit und Gefühllosigkeit der Haut. Arsenicum album teilt brennende Schmerzen und Schwäche, geht aber mit Unruhe, Durst auf kleine Schlucke und Besserung durch Wärme in ausgeprägterer Form einher. Da die hier vorliegenden Rubriken grob gegliedert sind, sollte die Auswahl auf einer breiteren Symptomengrundlage getroffen werden.

Verwandte Mittel

Carboneum sulphuratumCarbo vegetabilisArsenicum albumSulphur

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.