Ailanthus glandulosa, der Götterbaum, wird in der Materia medica bei schweren, hinfälligen Fieberzuständen beschrieben, insbesondere im Zusammenhang mit Scharlach. Kennzeichnend ist ein Missverhältnis zwischen der geringen äußeren Ausprägung des Ausschlags und der tiefen Erschöpfung: Der Kranke ist benommen, taumelig, das Gesicht wirkt ängstlich und blaurot, die Zunge ist braun, trocken und rissig. Der Hals ist stark geschwollen, die Nasenabsonderung blutig.
Konstitution
Gemütsbild
Ängstlicher Gesichtsausdruck bei zugleich stumpfer BenommenheitAngst am MorgenStöhnen im SchlafGefühl der UnwirklichkeitGleichgültigkeit gegenüber der Umgebung im Fieber
Das Gemütsbild ist eng an den fieberhaften Zustand gebunden. Im höchsten Grad steht der ängstliche Ausdruck des Gesichts, der die innere Bedrängnis anzeigt, während der Kranke selbst kaum Auskunft gibt. Die Repertorien verzeichnen Angst am Morgen sowie Stöhnen im Schlaf; hinzu kommt die Rubrik, dass alles unwirklich erscheint. Die klassische Materia medica beschreibt einen Zustand zwischen Schlaf und Wachen: Der Kranke liegt teilnahmslos, antwortet langsam und unklar, ist von Schwindel und Taumeln begleitet und versinkt rasch wieder in Benommenheit. Ein eigenständiges chronisches Gemütsbild abseits dieser akuten Zustände liegt in der Literatur nicht vor.
Ängste: Ängstliche Bedrängnis im Fieber, am Ausdruck ablesbar, Angst am Morgen
Leitsymptome
- Morgens, besonders Angst und Halstrockenheit
- Im Verlauf schwerer Fieberzustände
- Aufrichten, wegen des Schwindels
- Anstrengung jeder Art
- Ruhe und Liegen
- Frische, kühle Luft
- Ungestörter Schlaf
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei fieberhaften Zuständen im Zusammenhang mit Scharlach im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu hinfälligen Infektionszuständen mit Benommenheit und TaumelnBei starker Halsschwellung mit erschwertem Schlucken verzeichnetBei Gesichtsrose und Drüsenschwellung am Hals genanntBei blutiger Nasenabsonderung im Verlauf fieberhafter Erkrankungen beschriebenBei Schwindel mit Taumeln aufgeführt
Abgrenzung
Belladonna steht bei fieberhaften Halsentzündungen mit leuchtender Röte, Hitze und Erregung, während Ailanthus die dunkle, bläuliche Verfärbung, die geringe Reaktion und die tiefe Benommenheit zeigt. Baptisia teilt den benommenen, hinfälligen Zustand mit übelriechenden Absonderungen und dem Gefühl, zerstreut zu sein, ohne die ausdrückliche Zuordnung zum Scharlach. Lachesis teilt die dunkle Verfärbung und die Halsschwellung, mit Verschlimmerung nach dem Schlaf und linksseitigem Beginn. Für Ailanthus spricht die Verbindung von ängstlichem Ausdruck, brauner rissiger Zunge, Taumelschwindel und schwacher Ausprägung des Ausschlags bei schwerem Allgemeinzustand.
Verwandte Mittel
Baptisia tinctoriaLachesisBelladonnaArsenicum albumRhus toxicodendronApis mellifica
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.