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Materia medica · Nr. 10

Ailanthus glandulosa

Ail.

In 1.155 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ailanthus glandulosa, der Götterbaum, wird in der Materia medica bei schweren, hinfälligen Fieberzuständen beschrieben, insbesondere im Zusammenhang mit Scharlach. Kennzeichnend ist ein Missverhältnis zwischen der geringen äußeren Ausprägung des Ausschlags und der tiefen Erschöpfung: Der Kranke ist benommen, taumelig, das Gesicht wirkt ängstlich und blaurot, die Zunge ist braun, trocken und rissig. Der Hals ist stark geschwollen, die Nasenabsonderung blutig.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; klassisch beschrieben ist das Mittel bei zuvor gesunden Kindern und Erwachsenen im akuten fieberhaften Zerfallszustand.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken heben den ängstlichen Gesichtsausdruck im höchsten Grad hervor, dazu morgendliche Angst und Stöhnen im Schlaf. Beschrieben wird eine benommene, teilnahmsarme Verfassung, aus der der Kranke nur schwer zu wecken ist, unterbrochen von ängstlicher Unruhe.

Gemütsbild

Ängstlicher Gesichtsausdruck bei zugleich stumpfer BenommenheitAngst am MorgenStöhnen im SchlafGefühl der UnwirklichkeitGleichgültigkeit gegenüber der Umgebung im Fieber

Das Gemütsbild ist eng an den fieberhaften Zustand gebunden. Im höchsten Grad steht der ängstliche Ausdruck des Gesichts, der die innere Bedrängnis anzeigt, während der Kranke selbst kaum Auskunft gibt. Die Repertorien verzeichnen Angst am Morgen sowie Stöhnen im Schlaf; hinzu kommt die Rubrik, dass alles unwirklich erscheint. Die klassische Materia medica beschreibt einen Zustand zwischen Schlaf und Wachen: Der Kranke liegt teilnahmslos, antwortet langsam und unklar, ist von Schwindel und Taumeln begleitet und versinkt rasch wieder in Benommenheit. Ein eigenständiges chronisches Gemütsbild abseits dieser akuten Zustände liegt in der Literatur nicht vor.

Ängste: Ängstliche Bedrängnis im Fieber, am Ausdruck ablesbar, Angst am Morgen

Leitsymptome

Fieberhafte Zustände mit tiefer Hinfälligkeit; in den Repertorien im höchsten Grad bei Scharlach aufgeführt
Braune, trockene, rissige Zunge; auch blasse Zunge wird verzeichnet
Starke Schwellung im inneren Hals mit Reizung und Schmerz beim Leerschlucken; morgendliche Trockenheit und Räusperzwang
Blutige Nasenabsonderung; Gesichtsrose sowie vergrößerte Ohrspeicheldrüse; tief eingerissene Lippen
Ausgeprägter Schwindel mit Taumeln und Wanken
Unregelmäßige Atmung und unwillkürlicher Harnabgang bei Bewusstseinstrübung; Völlegefühl in der Brust mit Zusammenschnüren in der Herzgegend und Prickeln innerlich wie äußerlich
Verschlechterung
  • Morgens, besonders Angst und Halstrockenheit
  • Im Verlauf schwerer Fieberzustände
  • Aufrichten, wegen des Schwindels
  • Anstrengung jeder Art
Verbesserung
  • Ruhe und Liegen
  • Frische, kühle Luft
  • Ungestörter Schlaf

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei fieberhaften Zuständen im Zusammenhang mit Scharlach im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu hinfälligen Infektionszuständen mit Benommenheit und TaumelnBei starker Halsschwellung mit erschwertem Schlucken verzeichnetBei Gesichtsrose und Drüsenschwellung am Hals genanntBei blutiger Nasenabsonderung im Verlauf fieberhafter Erkrankungen beschriebenBei Schwindel mit Taumeln aufgeführt

Abgrenzung

Belladonna steht bei fieberhaften Halsentzündungen mit leuchtender Röte, Hitze und Erregung, während Ailanthus die dunkle, bläuliche Verfärbung, die geringe Reaktion und die tiefe Benommenheit zeigt. Baptisia teilt den benommenen, hinfälligen Zustand mit übelriechenden Absonderungen und dem Gefühl, zerstreut zu sein, ohne die ausdrückliche Zuordnung zum Scharlach. Lachesis teilt die dunkle Verfärbung und die Halsschwellung, mit Verschlimmerung nach dem Schlaf und linksseitigem Beginn. Für Ailanthus spricht die Verbindung von ängstlichem Ausdruck, brauner rissiger Zunge, Taumelschwindel und schwacher Ausprägung des Ausschlags bei schwerem Allgemeinzustand.

Verwandte Mittel

Baptisia tinctoriaLachesisBelladonnaArsenicum albumRhus toxicodendronApis mellifica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.