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Materia medica · Nr. 441

Agrostema githago

Agro.

In 7 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Agrostemma githago, die Kornrade, ist ein früher häufiges Ackerunkraut der Getreidefelder, dessen Samen den giftigen Saponinstoff Githagin enthalten. Mit dem verunreinigten Mehl kam es früher zu Massenvergiftungen, dem sogenannten Raden. Das homöopathische Bild ist ganz aus diesen Beobachtungen gewonnen und schmal: Reizung und Entzündung des Verdauungskanals mit schmerzhaftem Stuhldrang, dazu Lähmungserscheinungen.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Beschrieben werden akute Vergiftungszustände, keine Typen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine Angaben vor. Die Vergiftungsberichte nennen Benommenheit und Schwäche, ohne dass daraus ein Gemütsbild abgeleitet werden könnte.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertBenommenheit und Kraftlosigkeit als Begleiterscheinung der VergiftungMittel mit rein körperlicher Symptomatik

Das Repertorium führt für Agrostemma githago keine Gemütsrubriken. Die Substanz wurde nie systematisch geprüft; was überliefert ist, stammt aus den Beobachtungen an Menschen und Tieren, die radenhaltiges Getreide verzehrt hatten. Dort stehen Erbrechen, Bauchschmerz, schmerzhafter Stuhldrang, Schwindel und zunehmende Kraftlosigkeit im Vordergrund. Ein seelisches Bild lässt sich daraus nicht gewinnen, und es wird hier auch nicht ergänzt. Wer das Mittel erwägt, geht ausschließlich von den körperlichen Zeichen aus.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Entzündliche Reizung des Magens mit Brennen, Übelkeit und Erbrechen
Schmerzhafter, vergeblicher Stuhldrang mit Zwang im Mastdarm
Kolikartige Bauchschmerzen im Verlauf der Verdauungsreizung
Lähmungserscheinungen mit Schwere und Kraftlosigkeit der Glieder
Schwindel und Benommenheit als Ausdruck der allgemeinen Vergiftungswirkung
Verschlechterung
  • Nach dem Essen
  • Bewegung bei bestehender Schwäche
Verbesserung
  • Ruhe und Wärme am Bauch
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Widerwille gegen Speisen im akuten Zustand
  • Weitere Abneigungen sind nicht überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Entzündliche Magenreizung mit ErbrechenSchmerzhafter Stuhldrang mit Zwang im MastdarmLähmungsartige Schwäche der GliederZustände nach Aufnahme verunreinigten Getreides

Abgrenzung

Beim schmerzhaften, vergeblichen Stuhldrang sind die weit besser geprüften Mittel voranzustellen: Mercurius solubilis mit nie endendem Drang und Schleim, Nux vomica mit krampfhaftem Drang und kurzer Erleichterung nach dem Stuhl, Cantharis mit brennenden Schmerzen und Colocynthis mit kolikartigem Schmerz, gebessert durch Zusammenkrümmen und Druck. Bei lähmungsartiger Schwäche nach Vergiftung werden Conium maculatum und Gelsemium sempervirens verglichen. Agrostemma githago bleibt daneben ein Randmittel, dessen Anwendung sich vor allem aus dem toxikologischen Zusammenhang erklärt.

Verwandte Mittel

Nux vomicaColocynthisMercurius solubilisConium maculatumGelsemium sempervirens

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.