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Materia medica · Nr. 438

Agraphis nutans

Agra.

In 8 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Agraphis nutans, das Wilde Hasenglöckchen, ist eine europäische Frühlingspflanze aus der Familie der Spargelgewächse, aus deren frischer Zwiebel die Arznei bereitet wird. In der homöopathischen Literatur hat sie einen fest umrissenen, engen Platz: Sie wird dem Kind mit vergrößerten Rachenmandeln zugeordnet, das durch Schleim und Verlegung der Ohrtrompete schwerhörig wird und dauernd durch den offenen Mund atmet. Die Rubriken bestätigen dieses Bild mit Einträgen zu Mandeln, Nasenkatarrh, Gehörverlust und Durchfall.

Konstitution

KörperbauDie Literatur denkt an Kinder mit gedunsenem Gesicht, offenem Mund, verlegter Nase und schlaffer, drüsenreicher Beschaffenheit, wie sie bei chronischer Schleimhautverdickung im Nasenrachenraum beschrieben wird.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen keine Rubriken vor. Die klassischen Beschreibungen erwähnen die Abgeschlagenheit und Unaufmerksamkeit solcher Kinder, führen das aber auf die behinderte Nasenatmung und die Schwerhörigkeit zurück, nicht auf ein eigenes seelisches Arzneibild. Agraphis nutans gilt als Mittel mit ausgesprochen örtlichem Wirkungsschwerpunkt.

Gemütsbild

Keine eigenen Gemütsrubriken in der Datenbasis verzeichnetKein ausgearbeitetes seelisches Arzneibild überliefertBeschriebene Unaufmerksamkeit gilt als Folge der behinderten Atmung und Schwerhörigkeit

Agraphis nutans zählt zu den Mitteln mit deutlich örtlichem Schwerpunkt. In OpenHomeopath sind allein Rubriken zu Hals, Gehör, Nase und Mastdarm hinterlegt; Gemütsrubriken fehlen vollständig. Auch Clarke und Boericke, die das Mittel ausführlicher behandeln, beschreiben kein seelisches Bild, sondern die Verlegung des Nasenrachenraums und ihre Folgen. Wenn in der Literatur von zerstreuten, schwer erreichbaren Kindern die Rede ist, wird das dort ausdrücklich als Folge der schlechten Nasenatmung und des verminderten Hörvermögens gedeutet. Die Mittelwahl stützt sich entsprechend auf die örtlichen Zeichen.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine Angstrubriken in der Datenbasis vorhanden

Leitsymptome

Vergrößerte Rachen- und Gaumenmandeln, in den Halsrubriken eigens verzeichnet
Schwerhörigkeit bis zum Hörverlust, in den Gehörrubriken als eigener Eintrag geführt und klassisch der Verlegung der Ohrtrompete zugeordnet
Nasenkatarrh mit verstopfter Nase und daraus folgender Mundatmung
Durchfall, in den Mastdarmrubriken aufgeführt
Wundheitsgefühl und Schleimfluss im Rachenraum, der nach hinten abläuft
Verschlechterung
  • Kaltes, feuchtes Wetter, wie es für Katarrhe der oberen Luftwege allgemein beschrieben wird
  • Liegen, wenn der Schleim den Rachen hinunterläuft
Verbesserung
  • Freie Nasenatmung nach Abschwellen der Schleimhaut
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren Besserungsmodalitäten verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
  • Die Literatur beschreibt Agraphis nutans als örtlich wirkendes Mittel ohne Speiseverlangen
Abneigung
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
  • Speiseabneigungen sind für dieses Mittel nicht überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Vergrößerte Rachenmandeln bei Kindern, in Repertorien und Materia medica als Schwerpunkt des Mittels aufgeführtSchwerhörigkeit im Zusammenhang mit Schleimhautschwellung im NasenrachenraumChronischer Nasenkatarrh mit behinderter NasenatmungMandelvergrößerung mit Wundheitsgefühl im HalsDurchfall, in den Rubriken als Begleitsymptom verzeichnet

Abgrenzung

Calcarea carbonica und Baryta carbonica sind die konstitutionell umfassenderen Mittel des drüsigen Kindes mit großen Mandeln; Baryta carbonica zeigt dazu die Entwicklungsverzögerung und die Schüchternheit. Calcarea phosphorica wird dem mageren, rasch wachsenden Kind mit Drüsenneigung zugeordnet, Kalium muriaticum der schleimigen Verlegung der Ohrtrompete mit Knacken im Ohr. Agraphis nutans hat gegenüber diesen Mitteln kein eigenes Gemüts- oder Allgemeinbild, sondern verdankt seinen Platz der engen Zuordnung zu Rachenmandeln und daraus entstehender Schwerhörigkeit.

Verwandte Mittel

Calcarea carbonicaBaryta carbonicaCalcarea phosphoricaKalium muriaticumLycopodium clavatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.