Agraphis nutans, das Wilde Hasenglöckchen, ist eine europäische Frühlingspflanze aus der Familie der Spargelgewächse, aus deren frischer Zwiebel die Arznei bereitet wird. In der homöopathischen Literatur hat sie einen fest umrissenen, engen Platz: Sie wird dem Kind mit vergrößerten Rachenmandeln zugeordnet, das durch Schleim und Verlegung der Ohrtrompete schwerhörig wird und dauernd durch den offenen Mund atmet. Die Rubriken bestätigen dieses Bild mit Einträgen zu Mandeln, Nasenkatarrh, Gehörverlust und Durchfall.
Konstitution
Gemütsbild
Keine eigenen Gemütsrubriken in der Datenbasis verzeichnetKein ausgearbeitetes seelisches Arzneibild überliefertBeschriebene Unaufmerksamkeit gilt als Folge der behinderten Atmung und Schwerhörigkeit
Agraphis nutans zählt zu den Mitteln mit deutlich örtlichem Schwerpunkt. In OpenHomeopath sind allein Rubriken zu Hals, Gehör, Nase und Mastdarm hinterlegt; Gemütsrubriken fehlen vollständig. Auch Clarke und Boericke, die das Mittel ausführlicher behandeln, beschreiben kein seelisches Bild, sondern die Verlegung des Nasenrachenraums und ihre Folgen. Wenn in der Literatur von zerstreuten, schwer erreichbaren Kindern die Rede ist, wird das dort ausdrücklich als Folge der schlechten Nasenatmung und des verminderten Hörvermögens gedeutet. Die Mittelwahl stützt sich entsprechend auf die örtlichen Zeichen.
Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine Angstrubriken in der Datenbasis vorhanden
Leitsymptome
- Kaltes, feuchtes Wetter, wie es für Katarrhe der oberen Luftwege allgemein beschrieben wird
- Liegen, wenn der Schleim den Rachen hinunterläuft
- Freie Nasenatmung nach Abschwellen der Schleimhaut
- In den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren Besserungsmodalitäten verzeichnet
Verlangen und Abneigungen
- In der Datenbasis nicht verzeichnet
- Die Literatur beschreibt Agraphis nutans als örtlich wirkendes Mittel ohne Speiseverlangen
- In der Datenbasis nicht verzeichnet
- Speiseabneigungen sind für dieses Mittel nicht überliefert
In Repertorien häufig zugeordnet
Vergrößerte Rachenmandeln bei Kindern, in Repertorien und Materia medica als Schwerpunkt des Mittels aufgeführtSchwerhörigkeit im Zusammenhang mit Schleimhautschwellung im NasenrachenraumChronischer Nasenkatarrh mit behinderter NasenatmungMandelvergrößerung mit Wundheitsgefühl im HalsDurchfall, in den Rubriken als Begleitsymptom verzeichnet
Abgrenzung
Calcarea carbonica und Baryta carbonica sind die konstitutionell umfassenderen Mittel des drüsigen Kindes mit großen Mandeln; Baryta carbonica zeigt dazu die Entwicklungsverzögerung und die Schüchternheit. Calcarea phosphorica wird dem mageren, rasch wachsenden Kind mit Drüsenneigung zugeordnet, Kalium muriaticum der schleimigen Verlegung der Ohrtrompete mit Knacken im Ohr. Agraphis nutans hat gegenüber diesen Mitteln kein eigenes Gemüts- oder Allgemeinbild, sondern verdankt seinen Platz der engen Zuordnung zu Rachenmandeln und daraus entstehender Schwerhörigkeit.
Verwandte Mittel
Calcarea carbonicaBaryta carbonicaCalcarea phosphoricaKalium muriaticumLycopodium clavatum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.