Agaricus muscarius ist der homöopathisch aufbereitete Fliegenpilz und gilt in der klassischen Materia medica als eines der wichtigsten Mittel bei Zuckungen und unwillkürlichen Bewegungen. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Chorea, bei Zucken einzelner Muskelfasern und bei Lidzucken. Charakteristisch sind daneben die brennend juckenden Frostbeulen und das Gefühl, als würden Eisnadeln durch die Haut fahren.
Konstitution
Gemütsbild
Erregung mit Rededrang, Singen und übermütigen Einfällennachfolgende Benommenheit und GleichgültigkeitFurchtsamkeit, besonders KrankheitsfurchtUngeschicklichkeit und Fehlgriffe beim Sprechen und Handeln
Die Materia medica beschreibt einen zweiphasigen Verlauf: zunächst eine rauschartige Erregung mit Übermut, Reimen, Singen und ausgelassenen Äußerungen, dann Abstumpfung, Vergesslichkeit und Benommenheit. Die Rubriken Delirium und Raserei sind im höchsten Grad vertreten. Kennzeichnend ist eine Unsicherheit in der Steuerung: Man greift daneben, verspricht sich, verliert das Gleichgewicht. Als Furcht wird in den Rubriken besonders die Krebsfurcht hervorgehoben. In chronischen Zuständen überwiegt eine dumpfe, verlangsamte Verfassung mit Neigung zu Fehlleistungen.
Ängste: Furcht vor Krebs (Rubrik im höchsten Grad), Angst vor dem Alleinsein während der Erregungszustände, Unsicherheit und Angst beim Gehen im Dunkeln wegen der Gangunsicherheit
Leitsymptome
- kalte Luft und Abkühlung
- Berührung und Druck
- morgens
- vor einem Gewitter, wie die Literatur beschreibt
- nach dem Beischlaf
- Alkohol (auch beim Kopfschmerz)
- Schlaf – die zuckenden Bewegungen hören im Schlaf auf
- langsame Bewegung im Warmen
- Wärme allgemein
Verlangen und Abneigungen
- Die Literatur beschreibt zeitweiliges Verlangen nach kräftig gewürzten Speisen
- über weitere Nahrungsverlangen liegen keine kennzeichnenden Angaben vor
- Alkohol wird schlecht vertragen und verschlimmert den Kopfschmerz (Rubrik Grad 3)
- zu weiteren Abneigungen finden sich in den vorliegenden Rubriken keine hochgradigen Angaben
In Repertorien häufig zugeordnet
choreatische und zuckende Bewegungsstörungen, Tics, LidzuckenFrostbeulen mit Brennen und Juckenbrennendes Hautjucken mit Röte, besonders nach KälteeinwirkungZustände von Ungeschicklichkeit und Gangunsicherheitkrampfartiger, erschütternder HustenKopfschmerz mit Nasenbluten, nach Alkohol verschlimmert
Abgrenzung
Von Zincum metallicum unterscheidet sich Agaricus dadurch, dass dort die Unruhe der Füße und die Erschöpfung des Nervensystems im Vordergrund stehen, während Agaricus die groben, unwillkürlichen Zuckungen und die Frostbeulen zeigt. Tarentula hispanica hat ebenfalls choreatische Bewegungen, jedoch mit ausgeprägter Ruhelosigkeit und Besserung durch Musik. Mygale und Cuprum stehen näher an den krampfartigen Zuständen, während Agaricus die Kombination von Zuckung, Kälteempfindlichkeit und Hautbrennen kennzeichnet.
Verwandte Mittel
Zincum metallicumTarentula hispanicaCuprum metallicumPhysostigmaTuberculinumPulsatilla
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.