HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 411

Aethiops antimonialis

Aethi-a.

In 8 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Aethiops antimonialis ist eine alte Arzneizubereitung aus schwarzem Schwefelquecksilber und schwarzem Schwefelantimon, im 19. Jahrhundert als sogenannter Mohr der Apotheker geführt. Die Repertorien ordnen das Mittel dem skrofulösen Formenkreis zu: Augenentzündungen, Ohrausflüsse, Hauterkrankungen und die alte Sammelbezeichnung Skrofulose stehen im Vordergrund, dazu die klinische Zuordnung zur Syphilis. Das Bild verbindet die Quecksilber- mit der Antimonwirkung und richtet sich vor allem an Kinder mit Drüsen- und Schleimhautbeschwerden.

Konstitution

KörperbauDie Literatur denkt an blasse, drüsenreiche Kinder mit dicken Lippen, aufgetriebenem Bauch und Neigung zu wunden Hautstellen hinter den Ohren, wie sie unter der alten Bezeichnung Skrofulose beschrieben wurden.
Thermalitätfrostig
TemperamentEigene Gemütsrubriken liegen nicht vor. Die klassischen Beschreibungen der skrofulösen Kinder nennen Reizbarkeit, Weinerlichkeit und rasche Ermüdbarkeit, doch gehört das zum Krankheitsbild und nicht zum geprüften Arzneibild dieser Zubereitung. Eine eigenständige Temperamentszeichnung ist für Aethiops antimonialis nicht überliefert.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken in der Datenbasis verzeichnetKein eigenständiges seelisches Arzneibild überliefertZuordnung erfolgt über die skrofulöse Konstitution der Kinder

Aethiops antimonialis ist in OpenHomeopath ausschließlich mit Augen-, Ohr-, Haut- und klinischen Rubriken vertreten; Gemütsrubriken fehlen. Auch Clarke und Boericke beschreiben das Mittel allein von der Seite der Drüsen- und Schleimhautbeschwerden. Was in der älteren Literatur über das Wesen skrofulöser Kinder gesagt wird, ist eine Beschreibung des Krankheitsbildes und lässt sich nicht als Arzneimittelprüfung lesen. Die Wahl stützt sich hier auf die körperlichen Zeichen und auf die Konstitution, nicht auf seelische Merkmale.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine Angstrubriken in der Datenbasis vorhanden

Leitsymptome

Augenentzündung, in den Augenrubriken eigens verzeichnet, klassisch der skrofulösen Lidrandentzündung zugeordnet
Ausfluss aus dem Ohr, in den Ohrrubriken aufgeführt
Hautbeschwerden, besonders wunde, nässende Stellen hinter den Ohren und am Kopf
Klinisch der Skrofulose zugeordnet, mit Drüsenschwellungen
Klinisch der Syphilis zugeordnet, entsprechend dem Quecksilberanteil der Zubereitung
Verschlechterung
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine Modalitäten verzeichnet
  • Die Quecksilbermittel werden allgemein mit Verschlimmerung nachts und durch Bettwärme beschrieben, was für diese Zubereitung nicht eigens geprüft ist
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Besserungsmodalitäten verzeichnet
  • Für diese alte Zubereitung ist keine geordnete Prüfung überliefert, aus der sich Besserungen ableiten ließen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
  • Speiseverlangen sind für diese Zubereitung nicht überliefert
Abneigung
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
  • Die Rubriken beschränken sich auf Augen, Ohren, Haut und klinische Zuordnungen

In Repertorien häufig zugeordnet

Augenentzündungen bei Kindern mit Drüsenneigung, in Repertorien aufgeführtOhrausfluss, klassisch dem skrofulösen Formenkreis zugeordnetHautbeschwerden am Kopf und hinter den OhrenSkrofulose als alte Sammelbezeichnung für Drüsen- und SchleimhautleidenKlinisch der Syphilis zugeordnet

Abgrenzung

Aethiops mineralis, die verwandte Zubereitung ohne Antimonanteil, gilt als das gebräuchlichere Mittel der beiden und wird ebenfalls Augen- und Ohrbeschwerden skrofulöser Kinder zugeordnet. Mercurius solubilis ist der weit besser geprüfte Vertreter der Quecksilberreihe mit nächtlicher Verschlimmerung und Speichelfluss, Antimonium crudum steht für die Magenbeteiligung mit dick belegter Zunge und Hornhautverdickungen der Haut. Calcarea carbonica und Baryta carbonica sind die konstitutionell tragenden Mittel des drüsigen Kindes. Aethiops antimonialis tritt nur dort ins Blickfeld, wo Augen, Ohren und Haut zugleich betroffen sind.

Verwandte Mittel

Aethiops mineralisMercurius solubilisAntimonium crudumCalcarea carbonicaBaryta carbonica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.