Aethusa cynapium, die Hundspetersilie, wird in der Materia medica als Mittel für Kinder mit ausgeprägter Milchunverträglichkeit beschrieben. Kennzeichnend ist das heftige Erbrechen von geronnener Milch in großen Klumpen, unmittelbar nach dem Trinken, gefolgt von Erschöpfung und Schläfrigkeit. Das Gesicht zeigt dabei einen ängstlichen Ausdruck; charakteristisch ist eine tiefe Linie zwischen Nase und Mund.
Konstitution
Gemütsbild
Ängstlicher Gesichtsausdruck bei gleichzeitiger AbgestumpftheitUnfähigkeit zu denken, verlangsamte SpracheVerschlechterung im Dunkeln, Furcht im DunkelnTraurigkeit beim AlleinseinIn schweren Zuständen tobendes Delirium mit Sinnestäuschungen
Das Gemütsbild ist geprägt von der Verbindung aus Angst und geistiger Leere. Die Rubriken führen einen ängstlichen Gesichtsausdruck, dazu Delirium, Wahnvorstellungen, langsame Sprache und Langsamkeit allgemein. Verzeichnet sind ferner die Verschlechterung und Furcht im Dunkeln sowie Traurigkeit beim Alleinsein. Die klassische Literatur beschreibt vor allem die Unfähigkeit zu denken oder sich zu sammeln, die nach heftigem Erbrechen und Durchfall eintritt: Das Kind liegt erschöpft und teilnahmslos, das Gesicht angespannt und angstvoll. Bei älteren Menschen ist ein Zustand beschrieben, in dem geistige Anstrengung nicht mehr möglich ist. Bemerkenswert ist die verzeichnete Rubrik Unabhängigkeit, die auf einen Zug von Eigenständigkeit hinweist.
Ängste: Angst im Dunkeln, Ängstlicher Gesichtsausdruck bei Erschöpfung, Traurigkeit und Unruhe beim Alleinsein
Leitsymptome
- Milch in jeder Form
- Im Sommer und bei heißem Wetter
- Während der Zahnung
- Kaffee
- Nach Überessen, besonders bei Kindern
- Im Dunkeln
- Wärme, besonders bei Bauchschmerzen
- Frische Luft, mit Besserung des Schwindels
- Ruhe und Schlaf nach dem Erbrechen
- Gesellschaft
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach Wein ist verzeichnet
- Die Literatur nennt Verlangen nach kühlen Getränken
- Ausgeprägte Abneigung gegen Milch
- Ekel vor Nahrung bei bestehender Übelkeit
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Erbrechen nach Milch mit geronnenen Klumpen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Milchunverträglichkeit bei Säuglingen und KleinkindernBei Durchfall während der Zahnung und bei sommerlicher Hitze genanntBei Erschöpfungszuständen nach Erbrechen und Durchfall verzeichnetBei Unfähigkeit zu geistiger Anstrengung in der Literatur beschriebenBei Krämpfen mit einwärts gezogenen Daumen aufgeführt
Abgrenzung
Antimonium crudum wird ebenfalls bei Verdauungsstörungen durch Überessen genannt, zeigt jedoch die dick weiß belegte Zunge und eine mürrische Empfindlichkeit gegen Ansprache und Berührung. Calcarea carbonica hat ebenfalls Milchunverträglichkeit mit saurem Erbrechen, dort steht jedoch das schwerfällige, schwitzende Kind mit Kopfschweiß im Vordergrund; Aethusa zeichnet den akuten, dramatisch verlaufenden Zustand. Arsenicum album teilt Erbrechen mit Erschöpfung, hat aber brennende Schmerzen, Ruhelosigkeit und Durst auf kleine Schlucke. Bei sommerlichem Durchfall des Kindes ist auch Podophyllum zu bedenken.
Verwandte Mittel
Antimonium crudumCalcarea carbonicaArsenicum albumPodophyllum peltatumIpecacuanhaMagnesium carbonicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.