HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 377

Aconitum ferox

Acon-f.

In 78 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Aconitum ferox, der nepalesische Eisenhut, ist der heftiger wirkende Verwandte des bekannten Aconitum napellus. Das Bild in den Repertorien ist von zwei Zügen bestimmt, die beide mit dem höchsten Grad geführt werden: beklemmte, schwer gehende Atmung und Angst. Dazu treten Hitze ohne Durst, starker Speichelfluss, aussetzender Puls und eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegen das Aufdecken. Klassisch wird das Mittel stürmisch beginnenden Zuständen mit Erstickungsgefühl und Todesangst zugeordnet.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben. Aconitum ferox ist ein Mittel akuter, stürmischer Zustände, nicht der Konstitutionsbehandlung.
Thermalitätfrostig
TemperamentVon großer innerer Unruhe und Angst geprägt. Die Rubriken führen Angst mit dem höchsten Grad, dazu Delirium. Der Zustand ist heftig, ungeduldig und von der Empfindung getragen, es gehe um alles.

Gemütsbild

Angst mit dem höchsten Rubrikgrad geführtBeklemmung in der Brust, Angst in der HerzgegendDelirium in fieberhaften ZuständenScheu vor dem Waschen, Abneigung gegen das AufdeckenSchluchzen, unstetes Atmen

Angst ist bei Aconitum ferox kein Nebenzug, sondern zusammen mit der Atemnot das Zentrum des Bildes; beide Rubriken tragen den höchsten Grad. Die Angst sitzt körperlich in der Brust — eigens verzeichnet ist Angst in der Brust — und verbindet sich mit dem Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen. Das Atmen wird laut, ungleich und geht in Schluchzen über. In fieberhaften Zuständen tritt Delirium hinzu. Auffällig ist eine Scheu vor dem Waschen und eine Abneigung gegen das Entblößen, die dem frostigen Allgemeinzustand entspricht. Wie beim verwandten Aconitum napellus ist der Verlauf stürmisch und schnell; das Bild entsteht nicht langsam, sondern innerhalb kurzer Zeit.

Ängste: Angst mit Beklemmung der Atmung, in den Rubriken mit hohem Grad, Angst in der Herz- und Brustgegend, Scheu vor dem Waschen

Leitsymptome

Beklemmte, erschwerte Atmung, in den Rubriken mit dem höchsten Grad geführt; lautes, ungleiches, aussetzendes Atmen
Hitze ohne Durst — eine im Fieberkapitel eigens verzeichnete Besonderheit
Vermehrter Speichelfluss
Aussetzender Puls, daneben auch verlangsamter Puls
Eisige Kälte des Körpers bei innerlichem Brennen
Ameisenlaufen und Kribbeln, besonders an den Fingerspitzen und im Gesicht; Taubheitsgefühl
Verschlechterung
  • Sich umdrehen, in den Rubriken der Verschlimmerungen mit hohem Grad geführt
  • Aufdecken und Entblößen
  • Liegen, mit zunehmender Schwäche
  • Waschen, vor dem eine Scheu besteht
Verbesserung
  • Kalte Getränke, in den Allgemeinrubriken eigens als bessernd verzeichnet
  • Ruhige, bedeckte Lage
  • Frische Luft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach kalten Getränken, die auch bessern
Abneigung
  • Abneigung gegen das Waschen
  • Abneigung gegen das Aufdecken

In Repertorien häufig zugeordnet

Akute Zustände mit Atemnot und Beklemmung, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtAngstzustände mit HerzbeklemmungFieber mit Hitze ohne DurstUnregelmäßiger, aussetzender PulsNervenschmerzen mit Brennen und AmeisenlaufenVermehrter Speichelfluss

Abgrenzung

Aconitum napellus zeigt dasselbe Grundmuster aus plötzlichem Beginn, Angst und Unruhe, meist nach trockener Kälte oder Schreck, jedoch mit starkem Durst auf kaltes Wasser; Aconitum ferox ist im Bild heftiger, die Atemnot steht stärker im Vordergrund und die Hitze verläuft ohne Durst. Arsenicum album teilt Angst, Frostigkeit und Atemnot, kennt aber Besserung durch warme Getränke und nächtliche Verschlechterung nach Mitternacht. Antimonium tartaricum steht für rasselnde Atmung mit Schwäche. Aconitum ferox bleibt ein selten gebrauchtes Mittel mit schmaler Prüfungsgrundlage.

Verwandte Mittel

Aconitum napellusArsenicum albumAntimonium tartaricumBelladonnaCamphora

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.